Genau dieser Frage gehen die Innung Köln R+S, die Innung R+S Südbayern, die Landesinnung R+S Niedersachsen/Bremen sowie die Innung R+S Saarland gemeinsam nach. Für ihre unabhängige Testreihe erwarben die Innungen Ende 2025 ein über Social Media vertriebenes Lamellendach des Anbieters Pergolux in tiefsten Bayern und unterzogen es unter Federführung der Kölner Innung mit dem Sachverständigen Olaf Vögele realitätsnahen Schnee- und Windbelastungen.
Massenware aus China
Massenware aus China
Das getestete Produkt stammt aus chinesischer Fertigung und wird mit dem Hinweis „Designed in Norway“ vermarktet. Aber auch darüber kann auch diese Formulierung nicht hinwegtäuschen: Entscheidend sind nicht Herkunfts- oder Designaussagen, sondern die Einhaltung der in Europa geltenden Normen, Richtlinien und statischen Anforderungen.
Kritische Konstruktionsmängel
Besonders kritisch zeigten sich im Versuch die konstruktiven Verbindungen. Am Fußpunkt verfügt die Bodenplatte lediglich über sechs Blechschrauben als Befestigungspunkte. Bei hohen Windlasten entstehen durch das Kippmoment erhebliche Zugkräfte, die sicher in die über die Fußplatte in den Baugrund eingeleitet werden müssen. Im Test versagten die sechs Blechschrauben durch Herausziehen beziehungsweise Abreißen im Bereich des Schraubkanals. Damit fehlten der Verbindung offenbar die erforderlichen Sicherheitsreserven. Auch kritisch: Die quadratische Fußplatte hat nur drei Befestigungspunkte.
Schaut man zur Konkurrenz sieht man vernünftig konstruierte Systeme die am Fußpunkt über entsprechende Stahlverstärkungen oder sonstige Maßnahmen verfügen.
Innung Köln R+S
Auch in den Knotenpunkten der Rahmenkonstruktion setzen seriöse Hersteller Stahlelemente ein, um die auftretenden Kräfte zuverlässig zu übertragen, denn ein weiterer Schwachpunkt beim Test waren die Einpressmuttern. Diese Verbindungstechnik kann grundsätzlich eine sichere Lösung darstellen, setzt jedoch eine ausreichende Materialstärke der umgebenden Profile voraus. Fehlt sie, können sich die Verbindungselemente unter Belastung aus dem dünnwandigen Material lösen.
Gleiche Regeln für alle
Der Fachbeitrag „Regeln sollten für alle Marktteilnehmer gelten – Melone auf Schnee?“ zeigt, warum spektakuläre Werbevideos keine normgerechten Belastungsprüfungen ersetzen und weshalb für alle Anbieter dieselben technischen Maßstäbe gelten müssen.
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der GLASWELT-Ausgabe 07/2026:
www.glaswelt.de/sonnenschutz/regeln-sollten-fuer-alle-marktteilnehmer-g…