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Interview mit Christian Krenn

Die Automation ist der Schlüssel

GW –Wie sehen Sie Lisec in der DACH-Region aufgestellt?

Christian Krenn – Mit dem Lisec Headquarter Österreich, unserer zentralen Regionsniederlassung Lisec Deutschland in Kassel, die für die gesamte Region Nord- und Westeuropa zuständig ist und mit unserer Betriebsstätte in der Schweiz sind wir in der DACH Region ausgezeichnet aufgestellt. Wir sind mit unseren Kunden in dieser Region gewachsen und groß geworden. Noch heute werden Neuentwicklungen bei Maschinen und Software verstärkt mit Pilotkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz installiert, um die Produktions- und Servicetauglichkeit der Anlagen zu erproben und etwaige Unzulänglichkeiten sofort zu korrigieren.

Den Vertrieb, und auch den Service, decken wir mit unserem Team aus Deutschland und Österreich hervorragend ab, inklusive der Ersatzteilversorgung direkt aus unserem zentralen Logistikzentrum.

Wir zeigen auf der glasstec die derzeit modernste Isolierglas-Linie für thermoplastische Abstandhalter am Markt – inklusive optischer Qualitätskontrolle und Roboter-Abstapelung.

GW – Wo sehen Sie für die Verarbeiter neue Potenziale?

Krenn – Nachdem die Märkte in den letzten Jahren sehr volatil waren und ich davon ausgehe, dass sich dies in den nächsten Jahren ähnlich weiterentwickeln wird, steckt aus meiner Sicht das Potential nicht nur im hergestellten Produkt, sondern auch in der Verringerung bzw. Flexibilisierung der Kosten. Dies kann durch eine Erhöhung des Automatisierungsgrades in der eigenen Fertigung erreicht werden. Mit unseren Lösungen zur Teil- und Vollautomatisierung der Produktionswerke unserer Kunden wird eine ganze Reihe an Kostenreduktionen direkt sichtbar, wenn der erste Schritt für eine derartige Investition geschafft wurde. Dazu zählen die Minimierung der Personalkosten pro Schicht sowie eine optimale Auslastung der Anlagen, auch bei täglichen Bedarfsschwankungen - unterstützt durch intelligente bzw. KI basierte Software aus unserem Haus. Ebenso die Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit durch Maschinendatenauswertungen und ein maximaler Output.

GW – Wo liegen die technologischen Schwerpunkte bei der diesjährigen glasstec?

Krenn – Wir von Lisec haben einige technologische Schwerpunkte auf der glasstec 2026.

1) Planungssicherheit für die Produktion, welche KI unterstützt bestmögliche Auslastung sicherstellt (lis.prodplanning 4 – advanced scheduling bzw. automatic scheduling)

2) Vogelschutzglas mit modernster Lasertechnologie kundenorientiert produzieren und im Produktionsprozess integrieren

3) Die modernste Isolierglaslinie für thermoplastische Abstandhalter, die es derzeit am Markt gibt, inklusive optischer Qualitätskontrolle und Elementabstapelung per Roboter in ein mehrstöckiges Lager

4) Aftersales im Rampenlicht: von Online-Service für Maschinen und Software bis hin zur professionellen Unterstützung, um Produktionsdefizite zu identifizieren und gemeinsam mit Kunden Verbesserungspotentiale zu ­heben

5) Smart Factory / Industrie 4.0: aus Maschinendaten werden nutzbare Erkenntnisse – intelligent ausgewertet, zielgerichtet eingesetzt

GW – Wie ist Ihre Einschätzung zu den neuen Dünnglas-Isoliergläsern?

Krenn – Dieses Thema scheint die Meinungen und die Industrie zu spalten. Fakt ist, dass wir als Hersteller von Isolierglasanlagen immer versuchen, den gesamten Herstellungsprozess von Isolierglaselementen so schlank und effizient wie möglich zu halten, gleiche Glasarten zu verwenden, um den Recycling Prozess nicht noch aufwendiger zu gestalten, und den Zusammenbau der Isolierglas-Einheiten nicht zur zusätzlichen Herausforderung in der Vor- und Weiterverarbeitung der Gläser in ein Isolierglas-Element werden zu lassen.

GW – Können Ihre Anlagen auch Dünngläser verarbeiten?

Krenn –Heute kann auch ein handelsübliches 1 oder 1,1 mm Glas als Mittelscheibe an unseren Anlagen durchgehend verarbeitet werden, ohne aufwändige Zusatzprozesse mit ultra dünnem Glas, was zuerst den Zuschnitt und dann die Applikation an der Isolierglasanlage betrifft. Die geänderten 3-fach-Aufbauten mit Standard 1 mm Glas als Mittelscheibe ergeben auf jeden Fall keinen schlechteren Ug-Wert und benötigen auch keinen gesonderten Recycling-Prozess. Daher haben wir in unserem Portfolio zwar auch eine Lösung für die Verarbeitung von ultra dünnem Glas parat, legen unseren Schwerpunkt jedoch stärker auf die Optimierung der Verarbeitung von handelsüblichen 1 oder 1,1 mm Gläsern auf unseren Standardanlagen ohne aufwändige Zusatzlösungen.

Das Interview führte Matthias Rehberger

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