Mit Blick auf die neue High-Speed-Linie und weitere Messe-Neuheiten unterstreicht Stephane Soudais, Geschäftsführer von Forel North Europe: „Wir zeigen in Düsseldorf, dass wir für die Zukunft gerüstet sind, und wir werden weiter investieren und entwickeln.“
Ziel bei der Entwicklung der neuen TPA-Linie war es, den Fertigungsprozess weiter zu beschleunigen und zu optimieren. „Mit unserer neuen High-Speed-Linie haben wir eine Anlage, die den gleichen Output erreichen kann wie unsere High Speed Isolierglas-Linie mit flexiblen Abstandhaltern (Superspacer), aber diesmal mit einem thermoplastischen Abstandhalter“, so Soudais.
Um dieses Produktivitätsniveau zu ermöglichen, wurde der Applikationsroboter für thermoplastische Spacer neu konzipiert, sodass er der höheren Taktgeschwindigkeit folgen kann. Bei der Versiegelung der Isoliergläser arbeitet die Anlage mit einem Zweikomponenten-Material. Zudem kommt in der Linie eine Tandempresse bei der Gasfüllung zum Einsatz.
Statt eines einzelnen Saugersets für den Transport der Gläser auf der ISO-Linie setzt Forel zwei parallele Saugerreihen ein, sodass zwei Scheiben unabhängig voneinander bewegt werden können. Während eine fertige Einheit abtransportiert wird, läuft die nächste bereits ein. Ergänzt wird das durch eine doppelte Dosiereinheit, die einen unterbrechungsfreien Materialfluss sicherstellt: Während eine Dosiereinheit produziert, wird die zweite nachgeladen.
„Am Ende kommt es tatsächlich auf die Summe der Verbesserungen an, um von einer Standard-Anlage zu einer High-Speed-Anlage zu kommen“, erklärt Geschäftsführer Soudais.
Für die Isolierglasfertigung mit starren Abstandhaltern zeigt Forel den neu überarbeiteten automatischen Molekularsiebfüller mit verbesserter Füllgenauigkeit und Prozesskontrolle sowie eine Rahmenbiegemaschine und einen manuellen Butyl-Extruder.
Kantenbearbeitung
Weiteres Messe-Highlight ist die Fast-Grinding-Anlage FG Jumbo, die nun in der Serienversion für Großformate präsentiert wird. Die vertikal arbeitende Anlage verarbeitet Gläser in Formaten bis 3300 × 6000 mm. Sie ist mit zwei Bearbeitungsköpfen mit je zwei Spindeln ausgestattet, sodass vier Werkzeuge gleichzeitig arbeiten. Damit lassen sich Säumen und Kantenschleifen in einem Durchgang ausführen. Ein integriertes Spül- und Trocknungsmodul schließt den Prozess ab.
200-mm-Werkzeuge im Einsatz
Eine Besonderheit sind die Diamantwerkzeuge mit 200 mm Durchmesser. „Wir sind auf dem Markt die Einzigen, die 200-mm-Werkzeuge einsetzen“, so Soudais. „Je größer die Werkzeuge, desto länger halten sie. Und bei gleicher Rotationsgeschwindigkeit gegenüber kleineren Werkzeugen kann ein Werkzeug mit einem größeren Durchmesser schneller Material abtragen.“ Die FG Jumbo lässt sich aufgrund ihrer Geschwindigkeit auch vor einer Isolierglaslinie positionieren, da sie die gleichen Taktzeiten fahren kann.
Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach geschliffenen Kanten, insbesondere bei Fassadengläsern für den Objektbau. Eine bearbeitete Glaskante hilft, Glasbrüche durch Hitze oder Spannungen zu vermeiden.
„Bisher mussten Glasverarbeiter den Kanten-Prozess offline durchführen, da Schleifen und Säumen auf konventionellen Maschinen zu langsam sind, um mit dem gleichen Takt einer Isolierglas-Linie zu arbeiten“, so Stephane Soudais. „Unsere neue Kantenschleifmaschine kann jedoch die Taktzeiten einer Isolierglaslinie realisieren, und damit lässt sie sich in den durchgängigen Isolierglas-Prozess einbinden.“ Das Exponat, das auf dem glasstec-Stand von Forel gezeigt wird, geht im Anschluss an die Messe an Isophon Glas.
Zudem zeigt Forel eine integrierte Linie bestehend aus der Kantenschleifmaschine (EM), dem Bohr- und Fräsmodul (DM) und einer Waschmaschine (VW). Die drei Module arbeiten simultan, was Handling und Stillstandzeiten reduziert. Die Schleifmaschine verfügt über einen automatischen Werkzeugwechsler mit acht Positionen. Sind die Werkzeuge einmal im Magazin vorbereitet und ist das Be- und Entladen automatisiert (mittels Roboter), kann die Anlage ohne Bedienereingriff durchlaufen; die Maschine wählt selbstständig das passende Werkzeug für die jeweilige Glasdicke. Damit ist eine vollautomatisierte Fertigung möglich.
So entwickelt sich die Niederlassung in Deutschland
Zur Marktentwicklung in der DACH-Region sagt Stephane Soudais, dass die Struktur von Forel North Europe kontinuierlich ausgebaut wird. Aktuell arbeiten fünf Mitarbeitende am Standort in Mönchengladbach, darunter ein Servicetechniker; ein weiterer befindet sich in der Einarbeitung.
Geschäftsführer Stephane Soudais: „Unsere Struktur bei Forel North Europe wächst und etabliert sich zunehmend, und wir arbeiten konstant daran, den steigenden Anforderungen der Glasverarbeiter und Isolierglashersteller gerecht zu werden.“
Foto: Forel
Der Experts Corner
Im Experts Corner präsentiert Forel eine Auswahl spezieller Isolierglasmuster, darunter 2-fach- und 3-fach-Gläser, neue Vakuum-Isoliergläser (VIG), Stufengläser, dünnes 3-fach-Isolierglas (mit Mittelscheiben ab 1 mm) sowie auch eine Reihe an Brandschutzgläsern.
Foto: Forel