Es wird eine besondere Glasstec für Hegla, denn fast zeitgleich zur Fachmesse feiert das Unternehmen seinen 50. Geburtstag. „Eine willkommene Überschneidung der Termine“, so Hegla-Geschäftsführer Toni Schön. „In guter Tradition blicken wir in die Zukunft und präsentieren im Livebetrieb Modulanlagen und Linien mit hoher Wertschöpfung für die Kunden.“ Weitere Neuheiten aus den Bereichen Software, Laseranwendungen und Glasbearbeitung zeigen die Partnerunternehmen Hegla-Hanic, Hegla boraident und Hegla RS technology am gemeinsamen Stand.
Mehr Wertschöpfung in neuen Märkten
„Wir erleben aktuell zwei Trends bei unseren Kundinnen und Kunden“, erklärt Toni Schön. „Einerseits werden vorhandene Lösungen optimiert. Andererseits rücken die Marktnischen in den Fokus, um zusätzliche Wertschöpfung zu erzielen.“
Beide Strategien verbindet das Dreifach-Iso mit Dünnglas als Mittelscheibe: Der schmale, leichte Aufbau erlaubt den Austausch veralteter Zweifachgläser gegen besser dämmende 3-fach-Einheiten in bestehenden Fenstern – und eröffnet Potenzial bei Neubauten, die nicht länger auf schwere Verglasungen ausgelegt sein müssen.
Mit der Galactic TG zeigt Hegla Schneidtechnik für ultradünnes Glas ab 0,5 mm. Eine automatische Flurbeschickung, der Spezialschneidkopf SingleCut TG und eine Fächerwagenübergabe sorgen für einen prozesssicheren Ablauf, etwa zur Weiterverarbeitung auf einer Glaston-Linie.
VSG-Zuschnitt im autonomen Takt
Bei der ProLam Neo LSR stehen maximale Automation und hoher Durchsatz im Mittelpunkt: Die Anlage schneidet Verbundsicherheitsglas vollautomatisch im autonomen Takt. Die patentierte Laserdiodenheizung erzielt eine mindestens 20 Prozent höhere Produktivität im Vergleich zur herkömmlichen Heiztechnik und sorgt durch punktgenaue Erwärmung für eine Folientrennung mit systematisch ausgeschlossener Delamination. Auf der Messe übernimmt ein Roboter das Glas und sortiert es bedienerlos in Fächerwagen.
Nutzerfreundliches ERP mit KI-Integration
Mit glas365 stellt Hegla-Hanic ihr neues, komplett auf Microsoft Dynamics 365 Business Central programmiertes ERP-System vor. Es verbindet die intuitive Microsoft-Bedienung mit dem Glas-Know-how des Bochumer Softwarehauses und deckt modular alle Prozesse ab – von Auftragserfassung und Preisberechnung über Lagerverwaltung, Finanzwesen und Produktion bis zum CRM.
KI-Funktionen erhöhen dabei Komfort und Prozesssicherheit: Bestellungen aus Datei-Anhängen oder E-Mails lassen sich automatisiert auslesen und nach Freigabe übernehmen, Angebote automatisiert erstellen und beispielsweise der Lagerbestand samt Bestellvorschlag für Rohglas KI-basiert prüfen. Das browserbasierte glass365 läuft auf jedem Endgerät und kann lokal, cloudbasiert oder hybrid installiert werden; über den Microsoft Marketplace stehen zudem weitere integrierte Apps bereit.
Vogelschutz und Mobilfunkglas mittels Laser
Der RetroWinGuard macht nachträglichen Vogelschutz oder Mobilfunkdurchlässigkeit möglich. „Der Handlungsbedarf zeigt sich regelmäßig erst nach der Montage neuer Fenster“, erklärt Dr. Thomas Rainer, Leiter Organisation und Entwicklung der Hegla boraident.
„Sind diese erst einmal eingebaut, fehlt es am Empfang.“ Die integrierte Wärmeschutzbeschichtung blockiert dann das Durchdringen der Mobilfunkwellen – mit einem haarfeinen, kaum sichtbaren Muster kann der RetroWinGuard die metallische Schicht auch im eingebauten Fenster noch strukturieren und so den vollen Empfang wiederherstellen.
Meist erst Jahre später zeigt sich der Bedarf für ein Vogelschutzglas: „Sobald die neu gepflanzten Büsche und Bäume größer sind und sich in den Fenstern spiegeln, werden sie zur tödlichen Falle“, so der Laserexperte. Per Laserdruck lässt sich auch bei bereits montierten Einheiten noch ein Schutzmuster auftragen – die Wirksamkeit ist in den USA geprüft und durch die American Bird Conservancy (ABC) zertifiziert.
Säumen, Schleifen, Polieren, Bohren, Fräsen, alles ohne Rüstzeit
Das Bearbeitungszentrum RS 8.14 VSS von Hegla RS technology deckt jede Art der Nassbearbeitung als Einzelstück oder in Serienproduktion kosteneffizient ab. Glasdicken zwischen 1,1 mm und 19 mm lassen sich säumen, schleifen, polieren, bohren, fräsen, innenausschleifen oder stufenschleifen. Das Glas wird außerhalb des Arbeitsbereichs der Maschine auf dem Ausrichttisch positioniert, Be- und Entladen erfolgen anschließend gleichzeitig. Zu den besonderen Merkmalen zählt das VarioSaugerSystem: Passend zu Format und Kontur werden die jeweiligen Sauger aktiviert und das Werkstück fixiert – jegliche Rüstzeit entfällt.
In Verbindung mit dem automatischen Werkzeugwechselmagazin lassen sich so auch Sondergläser mit hohem Durchsatz und ohne manuellen Eingriff bearbeiten. ie patentierte Multi-Channel-Kühlung führt selbst bei hoher Drehzahl die Prozesswärme zuverlässig ab und sorgt für gleichbleibende Kantenqualität bei sehr hohem Vorschub.
Für die Serienproduktion kann die Anlage im Zwei-Kopf-Betrieb genutzt werden, wodurch sich abhängig vom Glasformat eine Verdopplung der Kapazität erreichen lässt. Für maximale Automation ist die Erweiterung um eine automatische Beschickung sowie eine Förderstrecke möglich, die nachgelagerte Prozesse direkt anbindet.
„Wir freuen uns auf die Glasstec in Düsseldorf, zahlreiche Innovationen und die neuesten Branchentrends“, so Toni Schön. „Zugleich ist die Messe ein willkommener Anlass für ein Zusammentreffen mit langjährigen Kunden und Freunden, die uns seit Jahren als Hegla-Gruppe begleiten.“