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Hilzinger: Erfolgreiche Familiennachfolge trifft auf Wachstumskurs

Am 12. Januar 2026 war es soweit: Helmut Hilzinger übertrug notariell seine 100-prozentigen Gesellschaftsanteile zu gleichen Teilen an seine drei Söhne Jörg, Roman und Armin. Damit ist eine Familiennachfolge erfolgreich abgeschlossen, die alles andere als selbstverständlich war. „Viele Hürden stehen da im Weg", erklärt der 75-jährige in einer Pressekonferenz. „Eignung, Lust, Selbstverwirklichung, finanzielle Situation, Erbschaftssteuer – um nur einige Punkte zu nennen."

2020 beschreibt Helmut Hilzinger als Wendepunkt, dann nämlich haben seine Söhne Roman und Armin ihr Interesse bekundeten, ins Unternehmen zurückzukehren. „Die Entscheidung der Nachfolgeregelung wurde uns abgenommen", beschreibt Hilzinger diese Phase. „Sowohl Roman als auch Armin waren daran interessiert, ins Unternehmen wieder einzusteigen." Parallel absolvierten beide noch ein Studium zum technischen Betriebswirt.

Strukturierter Übergang mit klaren Rollen

Der Übergang erfolgte schrittweise und durchdacht. Roman wurde im Mai 2022 zum Geschäftsführer bestellt, Armin folgte im Januar 2026. Gemeinsam mit Christian Bandle, der seit 2019 Geschäftsführer ist, und Martin Kurzka, der seit Januar 2024 die vierte Geschäftsführerposition innehat, bilden sie heute das Führungsquartett des Unternehmens.

v.l: Martin Kurka, Armin H., Helmut Hilzinger, Roman H. und Christian Bandle

Screenshot: Daniel Mund / GW

v.l: Martin Kurka, Armin H., Helmut Hilzinger, Roman H. und Christian Bandle

Die Aufgabenverteilung ist klar strukturiert: Roman verantwortet das Objektgeschäft und fungiert als Präsident der französischen Gesellschaften. Armin Hilzinger und Martin Kurzka teilen sich die Verantwortung für den Fachhandel in Deutschland und der Schweiz. Christian Bandle bleibt für die kaufmännischen und administrativen Bereiche zuständig.

„Wir fühlen uns sehr wohl, Schulter an Schulter gemeinsam in die Zukunft zu blicken", betont Roman Hilzinger. „Das Schöne daran ist, dass wir den gleichen Spirit tragen, den auch unser Vater im Herz getragen hat und immer noch trägt, nämlich Langfristigkeit und vor allem auch eine gewisse Unabhängigkeit."

Starke wirtschaftliche Basis trotz schwieriger Zeiten

Diese Unabhängigkeit zahlt sich gerade in schwierigen Zeiten aus. Trotz der anhaltenden Baukrise konnte die Hilzinger-Unternehmensgruppe ihre Betriebsleistung 2025 um über 5 Prozent auf 265 Mio. Euro steigern. Mit 1.443 Mitarbeitern an 48 Standorten in Deutschland, Frankreich und Tschechien hat sich das Unternehmen zu einem führenden Fensterhersteller Europas entwickelt.

„Wir haben das Geld stets dort belassen, wo wir es verdient haben, nämlich in unserem Unternehmen", erklärt Helmut Hilzinger die Unternehmensphilosophie. „Deshalb sind wir seit Jahrzehnten weitestgehend bankenunabhängig. Diese Stärke zahlt sich in der jetzigen Zeit aus."

Die Investitionsquote unterstreicht diese Strategie: In den letzten sechs Jahren investierte das Unternehmen rund 63 Mio. Euro in Maschinen, Anlagen und Übernahmen. Allein 2025 betrug die Investitionsquote 3,4 Prozent der Betriebsleistung.

Erfolgreiche Diversifizierung im Fachhandel

Besonders erfolgreich entwickelt sich der Fachhandelsbereich, der mittlerweile über 40 Prozent des Umsatzes ausmacht. „Wir haben 12,3 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr im Fachhandel", berichtet Martin Kurzka. „Ein überaus positiver Trend, auch wenn man sich die Entwicklung in der Baubranche derzeit ansieht."

Zum Erfolg tragen drei Faktoren bei: die professionelle Betreuung von 900 bis 950 Fachhändlern, die erfolgreiche Einführung neuer Haustür-Serien sowie die Erschließung neuer Verkaufsgebiete. Auch der Online-Shop Hilzinger24 verzeichnet mit 23 Prozent Umsatzwachstum und knapp fünf Millionen Euro Jahresumsatz eine beeindruckende Entwicklung.

Neue Impulse für die Zukunft

Die neue Generation bringt auch neue Ideen mit. Roman Hilzinger sieht große Chancen in modularen Bausystemen: „Das ist ein Bereich, der die ganze Branche aktuell beschäftigt. Schlagwörter wie serielle Sanierung und andere Themen. Das ist für uns ein sehr interessanter Posten, den wir sehr sorgfältig aktuell vorbereiten und entwickeln."

Gleichzeitig bleibt die Unternehmenskultur erhalten. „Wir schätzen die regionale Nähe zu unseren Partnern, zu unseren Kunden sehr", betont Armin Hilzinger. „Wir schreiben Service groß. Und das wird in der Zukunft genauso sein."

Helmut Hilzinger bleibt als Aufsichtsratsvorsitzender

Der Firmengründer zieht sich nicht vollständig zurück. Als Aufsichtsratsvorsitzender wird er weiterhin Rationalisierungen und Investitionen begleiten. „Ich freue mich über diese Entwicklung sehr, dass meine Söhne künftig die Verantwortung als Gesellschafter der Unternehmensgruppe übernehmen werden", erklärt der 75-Jährige, der trotz eines kürzlichen Winter-Unfalls nach eigenen Angaben kerngesund ist.

Tradition trifft auf Innovation

Mit der erfolgreichen Familiennachfolge setzt Hilzinger ein Zeichen in einer Branche, die von Konsolidierung geprägt ist. „Viele Firmen sind stark fremdfinanziert und haben eine zu geringe Eigenkapitalquote", analysiert Helmut Hilzinger die Marktlage. „In einer Zeit wie dieser kann sich das bei schwächerer Konjunktur schnell negativ auf die Liquidität auswirken."

Das Familienunternehmen geht einen anderen Weg – mit einer soliden Finanzierung, kontinuierlichen Investitionen und einer klaren Zukunftsstrategie. „Wir werden weiterhin Gas geben, weiterhin versuchen, uns gegen den Markt zu behaupten", verspricht Armin Hilzinger. Die Tradition bleibt im Herzen, der Blick ist fest auf die Zukunft gerichtet.