Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist im Jahr 2025 weiter gestiegen. Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik wurden bundesweit 82.920 Fälle registriert, was einem Anstieg von 5,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht (+4.484 Fälle).
Trotz dieser Entwicklung gibt es eine positive Nachricht: 46% aller Einbruchsversuche blieben im Versuchsstadium stecken. Die Tatsache, dass fast jeder zweite Einbruchsversuch scheitert, unterstreicht die Wirksamkeit moderner Sicherheitslösungen für die Gebäudehülle.
Schäden steigen überproportional
Besonders alarmierend: Der durch Einbrüche verursachte Sachschaden stieg überproportional um 11,1% auf 378,3 Millionen Euro (2024: 340,6 Millionen Euro). Das bedeutet, dass Einbrecher gezielter vorgehen und höherwertige Gegenstände erbeuten. Rund 277-mal pro Tag wurde 2025 in Häuser oder Wohnungen eingebrochen – umgerechnet bedeutet dies, dass durchschnittlich alle 5 Minuten in Deutschland eingebrochen wird.
Tageseinbrüche dominieren
Entgegen der landläufigen Vorstellung finden Einbrüche keineswegs überwiegend nachts statt. 31.332 Fälle – das entspricht 37,8% aller Wohnungseinbrüche – waren sogenannte Tageswohnungseinbrüche. Eingebrochen wird bevorzugt zu Schul-, Arbeits- und Einkaufszeiten, am frühen Abend sowie an Wochenenden, wenn die Bewohner abwesend sind.
Unterschiedliche Einstiegswege je Gebäudetyp
Rainer Fuhrmann - stock.adobe.com
"Die Erfahrung zeigt, dass es typische Schwachstellen gibt, die von Einbrechern genutzt werden: Im Einfamilienhaus sind es meist die Fenster oder die Terrassentür, im Mehrfamilienhaus die Eingangstür", erklärt Harald Schmidt von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention. Generell waren die häufigsten Einstiegswege leicht erreichbare Fenster sowie Wohnungs- und Fenstertüren.
Aufklärungsquote stagniert weiterhin
Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen liegt weiterhin auf niedrigem Niveau. Von den 82.920 registrierten Fällen konnten nur 11.672 aufgeklärt werden, was einer Quote von 14,1% entspricht (2024: 15,3%). Das bedeutet, dass mehr als vier von fünf Wohnungseinbrüchen unaufgeklärt bleiben. Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen sank sogar um 3,9% auf 9.786 Personen.
Keller- und Dachbodeneinbrüche rückläufig
Einen positiven Trend gibt es bei Diebstählen aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen: Hier sanken die Fallzahlen um 13,9% auf 92.870 Fälle (2024: 107.861). Beliebtes Diebesgut sind hier neben Bargeld und Werkzeug zunehmend auch hochwertige E-Bikes.
Dunkelfeld bleibt erheblich
Zu beachten ist, dass es im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls ein nennenswertes Dunkelfeld gibt. Laut dem bundesweiten Viktimisierungssurvey SKiD 2024 wurden nur etwa 57% der Wohnungseinbruchdiebstähle der Polizei bekannt. Dabei lag dieser Anteil bei vollendeten Delikten mit 87% erheblich höher als bei Versuchen mit 48% – es waren vor allem versuchte Wohnungseinbrüche, von denen die Polizei nicht erfuhr.
Langfristige Entwicklung zeigt
Trotz des erneuten Anstiegs liegt die Zahl der Wohnungseinbrüche weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2019 mit damals 87.145 Fällen (-4,8%) und noch einmal deutlich mehr unter dem Niveau von 2015 mit damals 152.000 Fällen.
Sicherheitstechnik als Erfolgsfaktor
"Generell gilt immer der Grundsatz: Mechanik vor Elektronik. Kombiniert man dann mechanische Sicherungen mit Alarm- und Videotechnik, sorgt dies für ein hohes Maß an Sicherheit", so Harald Schmidt. Eine Nachrüstung von Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen ist meist mit wenig Aufwand möglich.