In seiner Ansprache zu Beginn des Kundenevents zeigte sich Dieter Heep sichtlich bewegt und stolz über die Entwicklungen der letzten Monate rund um das Holzfensterwerk in Westerburg im Westerwald. Was vor einem Jahren mit der Inbetriebnahme einer neuen Holzfensterproduktion begann, findet jetzt mit den Kundenevents schließlich seinen Abschluss: Das Unternehmen kann nun präsentieren, was hinter „Niveau 2.0” steckt. Heep zur Anlage des italienischen Spezialisten Working Process: „Wir haben eine präzisere Fertigung etabliert. Gleichzeitig haben wir unsere Kapazitäten erhöht und neue Möglichkeiten in der Produktvielfalt geschaffen.“ Zugleich verwies er darauf, dass es sich um die größte Investition der Firmengeschichte handele und zum 10-Mio.-Euro-Modernisierungspaket gehöre. Dieses umfasse neben der Fertigungslinie auch ein neues Holzlager, einen Kran, eine Anbauhalle sowie eine Ausstellung für Kunden. Heep betonte, dass das Unternehmen all diese Anstrengungen im Team bewältigt habe. Er dankte der kompletten Mannschaft für ihren Einsatz und speziell Vertriebsleiterin Lisa Bach und Marketingleiterin Laura Marasci für ihr Engagement für dieses Kundenevent.
Fertigungstechnologie auf höchstem Niveau
Die „Super Heroes“-Anlage von WP habe die Erwartungen mehr als erfüllt. „Wir können jetzt 280 Werkzeuge auf der Anlage verwalten und bis zu 40 verschiedene Fenstersysteme hintereinander fertigen“, erklärt Fertigungsleiter Andreas Malter. „Zwölf Spindeln arbeiten zeitgleich, und die intelligente Steuerung optimiert automatisch die Belegung der Bearbeitungsstationen.“ Mit der Anlage können jetzt bis zu 1200 Teile am Tag produziert werden. Rund 50 Profil-/Fenstersysteme sind hinterlegt. Besonders beeindruckend sei die erreichte Präzision: Während die alte Anlagentechnik noch mit Toleranzen von plus/minus einem Millimeter arbeitete, erreicht die neue WP-Anlage Genauigkeiten von plus/minus 0,1 Millimetern. „Das bedeutet, dass wir praktisch keine Nacharbeit mehr haben“, so Malter.
Vertriebsstruktur für Deutschland
Vertriebsleiterin Lisa Bach hat das Vertriebsteam strategisch aufgestellt: „Wir decken mit sechs Außendienstlern komplett Deutschland ab. In den nördlichen und südlichen Regionen haben wir großflächige Gebiete, hier im mittleren Teil Deutschlands sind wir besonders stark vertreten.“ Ergänzt wird der Vertriebsinnendienst durch mehrere Mitarbeiter in der Auftrags- und Angebotsbearbeitung für Fenster sowie Haustüren. „Wir unterscheiden klar zwischen Fenster- und Türengeschäft“, erklärt Bach gegenüber GW. „Fenster und Haustüren werden in unterschiedlichen Fachbereichen betreut, um ihrer Komplexität gerecht zu werden. Bei gemeinsamen Projekten stimmen sich die Teams eng ab.“
Bei der Digitalisierung der Vertriebsprozesse sieht Bach noch Potenzial: „Wir haben sowohl für Fenster als auch für Haustüren digitale Konfiguratoren. Die Anwendungen sind sehr benutzerfreundlich – man klickt sich leicht durch und kann nichts falsch machen.“ Dennoch nutzen erst etwa zehn Prozent der Kunden diese digitalen Möglichkeiten. Das werde sich mit dem Generationswechsel in der Branche ändern, ist sie sich sicher.
Drei Standbeine
Die Geschäftsstruktur von Niveau ruht auf drei Säulen: 65 Prozent Händlergeschäft, 25 Prozent Fertighausbau und zehn Prozent Objektgeschäft. „Diese Aufteilung ist seit Jahren konstant und hat sich bewährt“, betont Bach. Besonders das Objektgeschäft entwickelt sich positiv: „Wir haben mehr Anfragen, als wir bearbeiten können. Bei öffentlichen Ausschreibungen ist viel Bedarf vorhanden.“ Dabei konzentriert sich Niveau auf Projekte, die nicht in direkter Konkurrenz zu den eigenen Handelspartnern stehen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von Pfosten-Riegel-Fassaden. Bach: „Einige Kunden trauen sich nicht an die größeren Elemente heran, weil ihnen das Wissen oder der Mut fehlt. Deshalb bieten wir jetzt verstärkt Schulungen an und wollen hier dem Kunden noch enger zur Seite stehen.“
Produktionsseitig sei man jedenfalls gerüstet. „Unsere CNC-Anlage fertigt die Holzteile, die Alufertigung liefert passend konfektionierte Alustränge mit allem Zubehör“, so Malter. „Fassaden sind für uns kein Problem mehr – ein sehr dankbares Produkt und immer eine Augenweide im Objekt.“
Jetzt plant Niveau bereits die nächsten Modernisierungsschritte in der Fertigung: In der Endmontage soll eine neue Haustürlinie entstehen, und auch die Automatisierung der Beschickung wird vorangetrieben. „Wir arbeiten an einer vollautomatischen Einlegung in die CNC-Anlage“, freut sich Malter.
Das Unternehmen zeigt sich insgesamt zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. „Die Auftragslage ist gut, wir sind ordentlich ausgelastet“, so Bach. Die Kombination aus technologischer Innovation, breiter Produktpalette und strategischer Marktbearbeitung erweist sich als erfolgreiche Formel – auch in herausfordernden Zeiten.