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Prüfen, Zertifizieren, Weiterbilden

ift Rosenheim feiert 60 Jahre Institutsgeschichte

Die beeindruckende Institutsgeschichte begann am 10. März 1966 in bescheidenen Verhältnissen: Vier Mitarbeiter, ein Budget von 103.400 DM und die ersten Räume in einem Einfamilienhaus in Aisingerwies bei Rosenheim. Das Gründungsziel war klar definiert – die Qualität von Holzfenstern durch Forschung, Prüfung und Zertifizierung zu verbessern. Der erste Institutsleiter war Oberbaurat und spätere Professor Erich Seifert, der das Institut aus der Branche heraus aufbaute.

Von der Baracke zum Technologiezentrum

Die Entwicklung des Instituts spiegelt eindrucksvoll den technologischen Wandel der gesamten Branche wider. Nach dem bescheidenen Start im Einfamilienhaus folgte bereits kurz nach der Gründung der Umzug in eine umgebaute RAD-Baracke, die es erstmals ermöglichte, den Fensterprüfstand auch bei schlechtem Wetter zu nutzen.

Der erste große Sprung erfolgte mit dem Neubau von Büros und Prüflabor, der dem wachsenden Institut angemessene Arbeitsbedingungen bot. 1972 entstanden die ersten Rosenheimer Fenstertage, die sich innerhalb kürzester Zeit zu einer der wichtigsten Branchenveranstaltungen entwickelten und bis heute als zentrale Plattform für Wissensaustausch und Networking fungieren.

Der kontinuierliche Wachstumskurs machte bereits 1987 eine weitere Institutserweiterung durch einen Neubau auf der "grünen Wiese" notwendig, da der Mitarbeiterstamm mittlerweile auf 40 Personen angewachsen war. 1997 folgte die Expansion um ein Nachbargebäude, dessen Hallen optimalen Raum für die Prüfung von Fassaden, Türen und Einbruchhemmung boten.

Einen bedeutenden Schritt in Richtung Spezialisierung unternahm das Institut 2001 mit der Eröffnung des Brandschutzzentrums in Nürnberg. Parallel wurde ein neuer Fassadenprüfstand in Deggendorf für großformatige Fassaden mit Abmessungen bis zu 10 Meter x 14 Meter in das Prüfangebot aufgenommen.

2004 erfolgte ein strategischer Schachzug durch die Integration der Institute PTE und LSW, wodurch die Kräfte in Rosenheim gebündelt und die Leistung deutlich gesteigert werden konnten. Ziel des Zusammenschlusses war es, den Service für Kunden und Mitglieder durch Optimierung von Strukturen und Abläufen sowie flexible Nutzung der vergrößerten Ressourcen und Kompetenzen zu verbessern.

Ein technologischer Höhepunkt war die umfangreiche Modernisierung des Hauptstandorts 2013. Das Bestandsgebäude in der Theodor-Gietl-Straße in Rosenheim wurde nicht nur modernisiert, sondern um neue Büroräumlichkeiten und einen großen Schulungsraum erweitert. Besonders bemerkenswert: Die hinterlüftete Kaltfassade wurde mit Photovoltaik-Modulen in Dünnschichttechnologie versehen – ein praktisches Beispiel für nachhaltige Bauweise am eigenen Gebäude.

Das moderne ift: Technologiezentrum und internationale Expansion

Den vorläufigen Höhepunkt der baulichen Entwicklung markierte die Einweihung des ift-Technologiezentrums am 8. Juni 2016. Mit einem Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Euro entstand auf 3.000 m² Nutzfläche eines der modernsten Prüfzentren für Bauelemente in Europa. Hier werden großformatige Türen, Tore, Fassaden und Leichtbauwände mit Abmessungen bis zu 8 Meter x 5 Meter auf Dauerfunktion, Einbruchhemmung, Windlast, Luft-, Wind- und Schlagregendichtheit sowie auf Rauchschutz und Feuerwiderstand geprüft.

Parallel zur baulichen Expansion entwickelte sich das Institut auch unternehmerisch weiter. 2016 wurde die ift MessTec GmbH als Tochtergesellschaft gegründet, die auf Basis der jahrzehntelangen Erfahrung des ift Rosenheim moderne und zuverlässige Prüfstände und Prüflabore plant und konstruiert.

Die internationale Expansion begann 2018 mit der Gründung von ift Hellas P.C. und ift Hrvatska d.o.o., um Kunden im europäischen Ausland schneller und flexibler mit ift-Dienstleistungen zu versorgen.

Ebenfalls 2018 folgte mit "ift West" in Rheda-Wiedenbrück ein strategisch wichtiger Standort für Nordrhein-Westfalen und den deutschen Nordwesten. 

Neue Herausforderungen und Kompetenzerweiterung

Besondere Bedeutung erlangte das Institut während der Corona-Pandemie: 2020 wurde es als Prüf- und Zertifizierungsstelle für Atemschutzgeräte sowie filtrierende Halbmasken mit/ohne Ventile gemäß EN 149 notifiziert. Damit konnten partikelfiltrierende Halbmasken (FFP1, FFP2 und FFP3) geprüft, zertifiziert und überwacht werden.

2021 wurde das Leistungsspektrum mit der Einweihung des ift-Labors "Bauakustik und Fassaden" am 9. Juni in direkter Nähe zum ift-Technologiezentrum nochmals deutlich erweitert. Auf 1.440 m² kann das ift Rosenheim seither insbesondere bei großformatigen Bauelementen die bauakustischen Eigenschaften sowie Luft- und Schlagregendichtheit, Windlast, Stoßfestigkeit, Erdbebensicherheit und Klimawechsellasten optimal prüfen.

Führungswechsel und strategische Neuausrichtung

In der 60-jährigen Geschichte führten verschiedene Persönlichkeiten das Institut durch unterschiedliche Entwicklungsphasen: Nach Gründer Professor Erich Seifert übernahm 1979 Professor Josef Schmid die Leitung und prägte das Institut während seiner langjährigen Amtszeit.

Eine sehr dynamische Phase begann 2004 mit dem Führungsduo Dr. Jochen Peichl als Geschäftsführer und Prof. Ulrich Sieberath als Institutsleiter sowie knapp 100 Mitarbeitern.

2019 übernahm Professor Jörn P. Lass die Institutsleitung von Professor Sieberath und führte das Institut durch eine Phase der Digitalisierung und Nachhaltigkeit. 2022 wurde die Geschäftsführung um Michael Breckl-Stock (Dipl.-Ing. (FH), M.Eng., MBA) als technischen Geschäftsführer erweitert, der die Verantwortung für alle Aspekte von Prüfung und technischer Dienstleistung übernahm.

Seit 2024 leitet Professor Dr. Winfried Heusler das Institut und setzt dabei verstärkt auf die Themen Klimaresilienz und nachhaltige Bauweise.

Aus dem ursprünglichen Fensterinstitut mit Fokus auf Holzfenster ist ein modernes und leistungsfähiges Institut für Bauelemente und Baustoffe geworden, das heute ein breites Spektrum abdeckt: von Fenstern, Türen und Fassaden über Brandschutz und Einbruchhemmung bis hin zu Nachhaltigkeit und digitalen Services. Das Leistungsportfolio umfasst Prüfung, Zertifizierung, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie Gutachtenerstellung.

Das Jubiläumsjahr 2026 soll sowohl Rückblick als auch Ausblick bieten. Das ift Rosenheim will zeigen, wie sich die Fenster-, Fassaden- und Bautechnik in sechs Jahrzehnten entwickelt hat und welche Herausforderungen die Zukunft bereithält. Dabei stehen Themen wie Klimaresilienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Gebäudehülle der Zukunft im Fokus.