Rehau Window Solutions hat seit 2025 alle Werke und großen Verwaltungsstandorte weltweit bilanziell auf 100 % erneuerbaren Strom umgestellt. Der Systemlösungsanbieter verfolgt eine strukturierte Dekarbonisierungsroadmap, die Energieeffizienz mit erneuerbaren Energien kombiniert, um Treibhausgasemissionen in den Scopes 1 bis 3 systematisch zu reduzieren.
Die Umstellung erfolgt über verschiedene Instrumente: Grünstromverträge, On- und Offsite-Power-Purchase-Agreements (PPAs) sowie den Einsatz entwerteter Herkunftsnachweise. Während alle Werke und größeren administrativen Gebäude bereits zu 100 % mit erneuerbarem Strom versorgt werden, befinden sich die Sales Offices weltweit noch im Umstellungsprozess.
Das Unternehmen setzt zunächst auf die kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz, um den Energiebedarf dauerhaft zu senken. Parallel wird die Versorgung mit erneuerbaren Energien schrittweise ausgebaut. Bei Scope-1-Emissionen – direkte Emissionen aus unternehmenseigenen Quellen – setzt Rehau Window Solutions bereits auf die Nutzung vorhandener Abwärmequellen und die Elektrifizierung von Logistikprozessen.
Scope-2-Emissionen umfassen indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom sowie Fernwärme und -kälte. Für Unternehmen mit industriellen Prozessen und internationalen Standorten ist das laut Rehau ein wesentlicher Stellhebel, um Emissionen systematisch zu steuern.
„Energieeffizienz und ein belastbarer Ansatz für erneuerbaren Strom sind für uns zentrale Bausteine, um Scope-2-Emissionen konsequent zu reduzieren und auf dieser Basis Treibhausgasemissionen über alle Scopes hinweg systematisch und dauerhaft zu senken. Dies geschieht konzertiert in eigenen Prozessen ebenso wie in vor- und nachgelagerten Stufen", sagt Frank Zimmermann, CTO von Rehau Window Solutions. Das Unternehmen kombiniere klare Maßnahmen und verlässliche Strukturen mit transparenter Dokumentation.
Science Based Targets Initiative als Rahmen
2025 hat sich Rehau Window Solutions als Teil der Rehau Gruppe auch der Science Based Targets Initiative (SBTi) angeschlossen. Die Dekarbonisierung ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Neben Effizienzsteigerungen und dem Einsatz erneuerbarer Energien gehören weitere Hebel wie Kreislaufwirtschaft, Recycling, innovative Materialien und die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette dazu.
Die Rehau Group vereint Unternehmen aus den Branchen Bau, Industrietechnik, Material, Medizin, Mobilität und Möbel unter einem Dach. Mit polymerbasierten Lösungen erwirtschaftet das global agierende Familienunternehmen einen Jahresumsatz von rund 3 Milliarden Euro. Mehr als 13.000 Mitarbeitende sind für das Unternehmen tätig.
Rehau Window Solutions ist eine Division der Rehau Industries SE & Co. KG und gehört zur Rehau Group. Während der Gesamtkonzern Unternehmen aus sechs Branchen unter einem Dach vereint – Bau, Industrietechnik, Material, Medizin, Mobilität und Möbel – konzentriert sich die Division Window Solutions ausschließlich auf Fenster- und Türsysteme. Spezifische Umsatz- oder Mitarbeiterzahlen für die Division Window Solutions gibt Rehau nicht bekannt.
Kastentext: Scope 1, 2 und 3 – Die drei Kategorien der Treibhausgasemissionen
Scope 1: Direkte Emissionen
Alle Treibhausgase, die direkt von einem Unternehmen verursacht werden. Dazu gehören Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe in eigenen Anlagen, Heizkesseln oder Fahrzeugen sowie Prozessemissionen aus der Produktion. Beispiele: Erdgas für die Beheizung von Produktionshallen, Diesel für den eigenen Fuhrpark oder chemische Reaktionen in der Fertigung.
Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie
Treibhausgase, die bei der Erzeugung von eingekauftem Strom, Dampf, Wärme oder Kälte entstehen, die das Unternehmen verbraucht. Diese Emissionen entstehen physisch bei den Energieversorgern, werden aber dem verbrauchenden Unternehmen zugerechnet. Beispiel: CO₂-Emissionen aus einem Kohlekraftwerk, das Strom für eine Produktionsanlage liefert.
Scope 3: Indirekte Emissionen aus der Wertschöpfungskette
Alle anderen indirekten Emissionen, die in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette entstehen. Das umfasst eingekaufte Materialien und Dienstleistungen, Transport und Verteilung, Geschäftsreisen, Mitarbeiteranfahrt, Abfallentsorgung sowie die Nutzung und Entsorgung verkaufter Produkte. Beispiel: CO₂-Emissionen bei der Herstellung von Rohstoffen durch Lieferanten oder beim Transport von Fertigprodukten zu Kunden.
Die Kategorisierung nach dem Greenhouse Gas Protocol ermöglicht es Unternehmen, ihre Klimawirkung systematisch zu erfassen und gezielt Reduktionsmaßnahmen zu entwickeln.