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Weltnormentag: VFF verteidigt technische Standards gegen Kostentreiber-Vorwürfe

Der heutige Weltnormentag steht unter dem Motto "Eine gemeinsame Vision für eine bessere Welt" und fokussiert das UN-Nachhaltigkeitsziel 7 "Bezahlbare und saubere Energie für alle" – genau hier sieht der VFF die Bedeutung von Normen für die Fenster- und Fassadenbranche.

In der aktuellen Diskussion um den Gebäudetyp E, der das Bauen einfacher und kostengünstiger machen soll, werden Normen teilweise als verzichtbar dargestellt. Der VFF hält diesen Ansatz im Blick auf die Regeln für Fenster, Fassaden und Außentüren "im Kern für falsch". "Wer Gebäude energetisch sanieren will, braucht verlässliche Regeln. Normen machen Einsparungen messbar und vergleichbar. Sie gezielt weiterzuentwickeln, spart Kosten. Sie pauschal abzuschaffen, verursacht sie", betont Frank Koos, Geschäftsführer Normung und Technik des VFF.

Normen unterstützen Energiewende und Nachhaltigkeit

Der Weltnormentag macht deutlich: Fenster, Türen und Fassaden beeinflussen den Energiebedarf von Gebäuden erheblich. Normen schaffen vergleichbare Kennwerte und verlässliche Grundlagen für Planung, Ausführung und Förderung – und unterstützen damit eine effiziente energetische Sanierung mit geringeren Energiekosten, weniger Emissionen und mehr Wohnkomfort.

Geregelt wird dies im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 29. Juli 2026 als Änderung des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes in Kraft getreten ist. Ab dem 1. Januar 2027 sollen für die Nachweisführung die aktuellen DIN-Ausgaben gelten.

Fallen die allgemein anerkannten Regeln der Technik weg, sinke die Qualität bei Produkt und Einbau, die Lebensdauer verkürze sich und Lösungen würden weniger nachhaltig, warnt der VFF. Bauherren und Gebäudeeigentümer trügen dann langfristig höhere Kosten. Zudem leide das Vertrauen in die Branche, und die Ziele von Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit rückten in die Ferne.

Normen schaffen Rechtssicherheit und gleiche Wettbewerbsbedingungen

Normen sind nach VFF-Darstellung "klare Spielregeln" mit entscheidenden Vorteilen: Sie machen Leistungen durch einheitliche Anforderungen vergleichbar und verlässlich, schaffen Rechtssicherheit durch klare Definition fachgerechter Ausführung und entlasten kleine und mittlere Unternehmen, die nicht für jede Frage eigene Nachweisverfahren entwickeln müssen. Zudem sorgen sie für gleiche Wettbewerbsbedingungen, da für alle Anbieter dieselben Maßstäbe gelten.

Gemeinsam mit weiteren Verbänden hat der VFF den offenen Brief "Allgemein anerkannte Regeln der Technik erhalten – Sicherheit, Qualität und Rechtssicherheit nicht aufs Spiel setzen" unterzeichnet. Die Verbände unterstützen den Abbau unnötiger Bürokratie, etwa bei überflüssigen Nachweisen und doppelten Prüfungen. Überholte Regelwerke sollen weiterentwickelt werden, ohne aber den technischen Referenzmaßstab insgesamt infrage zu stellen.

Der VFF bringt sich intensiv in die für die Branche relevante Normung ein und setzt die Normen um, die von der EU-Kommission im Rahmen der europäischen Bauproduktenverordnung gefordert werden. "Normung sichtbar zu machen heißt auch, ihren Wert für Energieeffizienz und Qualität zu zeigen", so der Verband.