VFF
Rund 60 Fach- und Führungskräfte der Fenster- und Fassadenbranche nahmen am 29. September 2026 an der Herbstfachtagung „Statistik & Markt“ des Verbands Fenster + Fassade (VFF) teil. Rund 20 waren vor Ort in Frankfurt am Main, 40 nahmen online teil. Neben Konjunktur, Marktzahlen und einem Ausblick auf 2027 ging es um modulares und serielles Bauen, die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und den europäischen Baumarkt.
Branche braucht belastbare Daten
Zum Auftakt verwies VFF-Geschäftsführer Frank Lange auf hohe Finanzierungskosten, die weitere Ausgestaltung der Gebäudeförderung und zahlreiche regulatorische Veränderungen. Gleichzeitig zeigen sich erste Anzeichen einer Stabilisierung. In dieser Gemengelage braucht die Branche aus seiner Sicht aktuelle und belastbare Daten für Unternehmensplanung, Vertrieb und Marktbearbeitung.
Baukonjunktur hellt sich leicht auf
Martin Langen von der B+L Marktdaten GmbH analysierte die Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft. Geschäftserwartungen und Zuversicht haben sich zuletzt etwas verbessert. Die Finanzierungskosten belasten private Bauinvestitionen jedoch weiterhin. Steigende öffentliche Aufträge und Investitionen aus dem Sondervermögen können vor allem im Nichtwohnbau zusätzliche Impulse setzen. Die einzelnen Marktsegmente werden sich auch 2027 unterschiedlich schnell entwickeln.
Fenster- und Außentürenmarkt stabilisiert sichJörg Flasdieck von der Heinze GmbH stellte die aktuellen Marktzahlen vor. Für den deutschen Fenstermarkt werden 2026 rund 13,16 Millionen Fenstereinheiten erwartet (plus 2,2 Prozent), für 2027 rund 13,35 Millionen (plus 1,5 Prozent). Der Außentürenmarkt soll 2026 auf rund 1,169 Millionen Stück (plus 2,5 Prozent) und 2027 auf rund 1,183 Millionen Stück (plus 1,2 Prozent) wachsen. Die detaillierte Marktprognose nach Segmenten lesen Sie hier.
Modulbau verändert Planung, Vergabe und Produktauswahl
Flasdieck präsentierte zudem eine aktuelle Heinze-Untersuchung zum modularen und seriellen Bauen. Diese Bauweisen sind im Hochbau angekommen. Die befragten Unternehmen erwarten weiteres Wachstum und sehen besonders große Chancen im Gewerbe-, Büro- und Industriebau. Für Hersteller ist relevant: Architekten und Planer geben wichtige Impulse. Entscheidungen werden häufig bereits vor der Ausschreibung vorbereitet. Produkthersteller werden frühzeitig in Projekte eingebunden.
Antragszahlen unterstreichen Bedeutung der BEG
Martin Kutschka von der febis Service GmbH informierte über die Inanspruchnahme und Weiterentwicklung der BEG. Von Januar bis August 2026 wurden 138.007 Förderanträge für Maßnahmen an der Gebäudehülle registriert. Die Förderung bleibt damit für den Sanierungsmarkt und den Fenster- und Außentürenabsatz ein wichtiger Faktor. Kutschka erläuterte zudem die Förderpraxis, aktuelle Anpassungen der BEG und Wege, Förderangebote einfach in Beratung und Vertrieb der Fachbetriebe einzubinden.
Europas Wohnungsbau bleibt unter Druck
Zum Abschluss blickte Langen auf die europäischen Baumärkte. Hohe Finanzierungskosten und gestiegene Baukosten belasten den Wohnungsbau in vielen Ländern weiterhin. Bei den Wohnungsbaugenehmigungen zeigen sich in mehreren Märkten erste Wendepunkte. Eine einheitliche und schnelle Erholung ist jedoch nicht zu erwarten. Für international tätige Unternehmen bleibt der differenzierte Blick auf einzelne Länder und Marktsegmente deshalb wesentlich für Vertriebs- und Investitionsentscheidungen.
VFF entwickelt Erhebung der Marktdaten weiter
Die nächste Fachtagung „Statistik & Markt“ findet am 27. April 2027 statt. Neben aktualisierten Marktzahlen stehen dann Produktions-, Import- und Exportdaten, der Vorhangfassadenmarkt und europäische Marktdaten auf dem Programm. Lange kündigt an: „Ein besonderer Schwerpunkt der Frühjahrstagung wird auf der umfassenden Neuaufbereitung der Fenster- und Außentürenmarktdaten liegen. VFF und Studienpartner haben das Erhebungsmodell grundlegend weiterentwickelt. Künftig sollen unter anderem Rahmenarten, Farben, Ausstattungen sowie weitere Konstruktions- und Ausführungsvarianten differenzierter und mit größerer Datentiefe erhoben werden.“ Er ergänzt: „Ziel ist es, Marktverschiebungen und Produkttrends noch präziser abzubilden und den Unternehmen damit eine weiter verbesserte Grundlage für strategische und vertriebliche Entscheidungen zu geben.“
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