Welches aktuelle Norm ist für absturzsichernde Verglasungen relevant?
Antwort 01 Die überarbeitete DIN 18008-4:2024-12 definiert heute im Jahr 2026 die aktuellen Anforderungen an absturzsichernde Verglasungen. Die DIN regelt unter anderem die Bemessung, Konstruktion und die notwendigen Sicherheitsnachweise, die Planer, Hersteller, Glasbauer und Monteure beachten müssen. Die aktuelle DIN 18008-4:2024-12ersetzt die bisherige Fassung aus dem Jahr 2013.
Welche Unterschiede gibt es beim EInsatz von Glas?
Antwort 02 Absturzsichernde Verglasungen werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, je nachdem, wie die Lasten von den jeweiligen Gläsern aufgenommen werden. Ob die Verglasung selbst tragend wirkt oder als Geländerausfachung dient, dies beeinflusst die Planung, die Befestigung und statische Auslegung des Glasgeländers bzw. der Glasbrüstung erheblich.
Wie unterscheiden sich diese Kategorien im Detail?
Antwort 03 Die drei Einteilungen sind: Kategorie A, B und C.
Bei Kategorie A übernimmt die Verglasung selbst die absturzsichernde Funktion. Diese Kategorie stellt die höchsten Anforderungen an Glasaufbau, Lagerung und Resttragfähigkeit. Das Glas ist hier direkt Bestandteil der Absturzsicherung und muss Personenlasten aufnehmen können. Typische Beispiele sind:
* Ganzglasgeländer
* Glasbrüstungen ohne zusätzlichen Holm
* freistehende Glasgeländer
Bei Kategorie B befindet sich zusätzlich ein lastabtragender Holm oder Handlauf an der Oberkante. Dieser übernimmt im Schadensfall einen Teil der Kräfte. Dadurch kann das Gesamtsystem stabilisiert werden. Diese Systeme werden häufig im Wohnungs- und Objektbau eingesetzt.
Typische Anwendungen sind:
* Glasgeländer mit aufgesetztem Handlauf
* Brüstungen mit zusätzlicher Tragkonstruktion
Bei Kategorie C dient das Glas hauptsächlich als Ausfachung innerhalb einer tragenden Konstruktion. Die absturzsichernde Hauptfunktiont übernimmt also das Geländer- oder Rahmensystem. Beispiele:
* Pfosten-Riegel-Geländer mit Glasfüllung
* Balkongeländer mit eingesetztem Glas
* Metallgeländer mit Verglasung.
Welches Glastypen werden bei Absturzsicherungen eingesetzt?
Antwort 04 Bei absturzsichernden Systemen kommt Verbundsicherheitsglas (VSG) zum Einsatz. Aktuelle Scheibenaufbauten sind mit leistungsfähigen Sicherheitsfolien (Zwischenlagen) ausgestattet. Dabei werden zwei oder mehrere Glasscheiben mit den hochfesten Folien dauerhaft miteinander verbunden. Der Vorteil: Selbst wenn eine Scheibe bricht, bleiben die Bruchstücke an der Folie haften und die Verglasung behält eine gewisse Reststabilität, die sogenannte Resttragfähigkeit.
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Glasaufbauten und Folientypen zum Einsatz. Gerade bei Glasgeländern, Ganzglasbrüstungen oder großformatigen Fassaden spielt nicht nur die Tragfähigkeit im normalen Betrieb eine Rolle, sondern insbesondere auch das Verhalten im Schadensfall. Hochwertige Verbundsicherheitsgläser optimieren gezielt die Resttragfähigkeit und erhöhen die Sicherheit nach einem Glasbruch.
Was ist für den Bruchfall wichtig?
Antwort 05 Die aktuellen Anforderungen betrachten nicht nur den unbeschädigten Zustand der Verglasung, sondern auch das Verhalten nach einem Bruch. Dabei geht es um Stoßsicherheit, Lastweiterleitung und die Frage, wie stabil das System im Schadensfall bleibt. Im Mittelpunkt steht zunehmend die Frage, wie sich ein System nach einem Glasbruch verhält und ob bzw. wie lange es weiterhin Lasten aufnehmen kann. Zudem spielen dabei auch Aspekte wie Stoßsicherheit, Lastumlagerung innerhalb des Glasaufbaus und die Leistungsfähigkeit der Folien eine wichtige Rolle.
Und wie steht es bei der Glaskante von gläsernen Absturzsicherungen?
Antwort 06 Freie Glaskanten gehören zu den sensibelsten Bereichen einer Verglasung. Dort entstehen häufig hohe Spannungsspitzen, gleichzeitig sind die Kanten anfälliger für mechanische Beschädigungen während Transport, Montage oder Nutzung. Bereits kleine Verletzungen an der Glaskante können die Stabilität der gesamten Scheibe beeinflussen.
Mit dem Trend zu größeren Glasformaten und filigranen Ganzglaslösungen steigen deshalb auch die Anforderungen an die Kantenbearbeitung, den Schutz der Glaskanten und die Qualität der Montage. Eine präzise Verarbeitung und abgestimmte Konstruktion sind entscheidend, um die Dauerhaftigkeit und Sicherheit der Verglasung langfristig sicherzustellen.
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