Foto: GW / Maco
Florian Ebner (seit 25 Jahren bei Maco) verantwortet das Produktmanagement der Gruppe, Mathias Habersatter (19 Jahre im Unternehmen) Forschung und Entwicklung. Zusammen steuern sie die Weiterentwicklung des gesamten Maco-Produktportfolios. Für Habersatter ist klar, dass ein erfolgreicher Fensterbeschlag mehr ist als nur das physische Produkt. „Die Daten, die Verpackung, das Rundum-Sorglos-Paket, die gute Betreuung, eine verlässliche Lieferfähigkeit, die Bereitschaft, mit Kunden die Extrameile zu gehen – das sind die entscheidenden Punkte.“
Hebe-Schiebe: das ganze System in einem Paket
Fragt man Habersatter nach dem aktuell wichtigsten Meilenstein, kommt prompt die Antwort: das neue Hebe-Schiebe-Programm! Dabei geht es nicht um einzelne Komponenten, sondern um ein vollständig neu entwickeltes Gesamtsystem aus Getriebe, Laufwagen, Laufschienen und einer neuen Schwelle. Der Anspruch war hoch: eine Lösung zu schaffen, die die Anforderungen des Marktes nicht nur erfüllt, sondern dort, wo es für Kunden und Verarbeiter einen echten Mehrwert bringt, auch übertrifft. Die Planung der Markteinführung inkl. Verfügbarkeit aller marktüblichen Systeme steht derzeit im Fokus.
Dazu gehört auch ein Thema, über das bislang kaum gesprochen wurde: die Konfektionierung. Fertig zusammengestellte Pakete, die alles enthalten, was der Verarbeiter braucht, werden bereits heute an mehreren Standorten in verschiedenen Ausbaustufen angeboten.
Türtechnik: Panikfunktion, Motor und mehr
Im Türbereich wurde die Schlossplattform grundlegend überarbeitet. Notausgang und Panik für einflügelige Türen gehören nun zum Sortiment. Hinzu kommt der neue Comfort-Motor 2.0, der schneller und leiser ist als sein Vorgänger und sukzessive in den Märkten ausgerollt wird. Zwar sei er mit dem Motorschloss M-TS nicht zu vergleichen, so Ebner, als Einstiegsklasse der Motorisierung habe er aber einen handfesten Vorteil: Das mechanisch-automatische Schloss lässt sich jederzeit nachrüsten, was auch die Lagerhaltung entspannt.
Eine weitere Neuerung zeigt, wie viel Wirkung oft in kleinen Details steckt: Ein optionaler Dämpfer für das mechanisch-automatische Schloss reduziert das Geräusch beim Zufallen der Tür deutlich. Da Profile als Resonanzkörper wirken, wird das Verriegelungsgeräusch vor allem bei mechanisch-automatischen sowie vollmotorischen Türschlössern häufig als störend empfunden. Der Dämpfer sorgt hier für spürbar mehr Komfort im Alltag.
Ebenfalls gut angekommen ist das neue Stulpflügelgetriebe für zweiflügelige Haustüren. Es ermöglicht die komfortable Einhandbedienung, kommt ohne vorstehende Bauteile aus und überzeugt durch eine hochwertige Haptik. Zudem lassen sich mit wenigen Varianten alle Höhen und Verschlussvarianten abdecken.
Instinct: Nische? Ja. Aber mit großem Potenzial
Die Türplattform Instinct by Maco ist nach wie vor eine der innovativsten Lösungen, um eine Haustür zu verriegeln. Wer setzt sie ein? Insbesondere Kunden, die sich auf hochwertige und individuell gestaltete Haustüren spezialisiert haben. Der entscheidende Vorteil liegt in der gestalterischen Freiheit: Es gibt keine Einschränkung auf Rechteckformate und es spielt keine Rolle, ob der Verschluss unten, hinten oder vorne liegt. Der Verschlusspunkt wird einmal eingelernt, das System übernimmt den Rest.
Instinct by Maco findet je nach Profilsystem in der gewöhnlichen Beschlagnut als auch am Rahmen Platz und die Verkabelung unterscheidet sich kaum von der eines motorischen Schlosses. „Die Kopplung zwischen den Verschlüssen, die wir heute mechanisch machen, erfolgt bei Instinct elektronisch beziehungsweise digital“, erklärt Ebner.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Betriebssicherheit. Für den Fall eines Stromausfalls sorgt eine Notstromüberbrückung dafür, dass die Tür weiterhin ver- und entriegelt werden kann. Damit begegnet Instinct einer der häufigsten Fragen, die Kunden an elektronische Verriegelungssysteme stellen. Diese Notstromversorgung ist selbstverständlich auch für das Motorschloss M-TS erhältlich.
Hingucker Pivot
Auf der Fensterbau-Messe in Nürnberg war die Pivot-Tür allgegenwärtig. Auch technisch hat das Konzept seine Berechtigung: Gerade bei sehr breiten und schweren Türblättern bietet der variable Drehpunkt mehr Spielraum als klassische Bandlösungen. Mit Instinct by Maco bietet das Unternehmen hierfür das ideale motorische Schlossportfolio. Gleichzeitig bleibt Ebner realistisch: geringe Stückzahlen, Preisklasse Statussymbol. Dass inzwischen sogar Füllungshersteller komplette Pivot-Türen als fertige Einheit anbieten, werten beide als Zeichen dafür, dass sich hier ein eigenes Marktsegment etabliert.
Intelligente Verbesserungen am Fenster
Auch im Fensterbereich setzt Maco auf konsequente Weiterentwicklung. Die Neuerungen der Multi-Matic-IQ-Plattform konzentrieren sich auf das, was Verarbeiter und Endkunden täglich spüren: mehr Montagefreundlichkeit, höheren Bedienkomfort und dauerhaft zuverlässige Funktion. Ob selbstjustierender Sicherheitsrollzapfen oder neue Schere – die Verbesserungen vereinfachen die Verarbeitung und sorgen für ein Fenster, das auch nach Jahren noch leichtgängig arbeitet. Und die nächste Ausbaustufe steht bereits in den Startlöchern: Teile einer neuen Bandseite Fenster werden in 2027 marktreif sein.
Sense by Maco: Das Fenster als Datenquelle
Bei der Sensorik sieht Maco großes Potenzial. Mit der Sensorenplattform werden Fenster und Türen Teil des Smart Homes und liefern dank Matter-Standard zuverlässige Statusinformationen. „Wir sehen mit Sense das Potenzial für unsere Kunden, ein entscheidender Teil eines professionellen Datenökosystems rund um die Gebäudehülle zu werden“, sagt Habersatter. Die Sensoren sind einfach sowohl industriell als auch als „do it yourself“ zu montieren und für nahezu jedes Bauelement verfügbar.
Foto: Daniel Mund / GW