Der 66-jährige Unternehmer Gugelfuss aus Elchingen bei Ulm wurde bereits am 7. Mai 2026 vom VFF-Präsidium einstimmig gewählt und übernahm das Amt während der Mitgliederversammlung am 17. Juni. „Ich sitze in diesem Präsidium mittlerweile seit 13 Jahren. Ich kenne die Aufgaben und die Herausforderungen", betonte Gugelfuß bei der Pressekonferenz am Folgetag. Als „Mann aus der Branche" und „Mann aus dem Vertriebsraum" bringt er langjährige Erfahrung mit – auch in schwierigen Marktphasen.
Herausforderungen in der Baubranche
Die aktuelle Marktlage beschreibt der neue VFF-Präsident realistisch: „Die Baugenehmigungen gehen nach oben, ja, das ist ein schönes Zeichen, aber wir kommen von einem tiefen Tal und erreichen nicht die Zahlen, die wir vor fünf, sechs Jahren hatten und gewohnt waren." Besonders im Neubau und bei Sanierungsprojekten zeige sich Zurückhaltung. Hinzu kämen externe Faktoren wie Zinsentwicklungen: „Jeder kleine Zinsanstieg kostet Neubaugenehmigungen", warnte VFF-Geschäftsführer Frank Lange. Schon 25 Basispunkte mehr durch geopolitische Spannungen könnten die positive Entwicklung wieder bremsen.
Dennoch zeigt sich der Verband optimistisch. Aktuelle Zahlen sprechen für eine Stabilisierung: Der Fenstermarkt verzeichnete ein Plus von 3,1 Prozent, gestützt durch neue Bauvorhaben. Gleichzeitig wächst der VFF kontinuierlich – 2025 kamen 28 neue Mitglieder hinzu, 2026 bereits 18 weitere. „Derzeit wächst der VFF sowohl was die Mitgliederanzahl angeht als auch was die finanzielle Stabilität angeht, auch in der Krise weiter", berichtete Lange.
Strukturelle Neuaufstellung der Geschäftsstelle
Daniel Mund / GW
Parallel zum Präsidentenwechsel erneuert sich auch die VFF-Geschäftsstelle. Ein neuer Referent für die Geschäftsführung wurde eingestellt, der organisatorische Prozesse übernimmt und Entlastung schafft. „Die Themen und ein jährlicher Kongress macht sich nicht von alleine", erklärte Lange die Notwendigkeit zusätzlicher Kapazitäten.
Besonders im Bereich Holz verstärkt der VFF seine Kompetenzen. Rolf Menck wurde als Betreuer des Fachkreises Holz gewonnen, um Merkblätter und technische Beratung in diesem wichtigen Segment zu stärken. „Holz ist ein spannendes und wichtiges Thema", unterstrich Lange die strategische Bedeutung.
Die Öffentlichkeitsarbeit wurde an eine externe Agentur ausgelagert, um professionelle Sichtbarkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig wird das Veranstaltungsprogramm ausgebaut: Express-Webinare werden erweitert, arbeitsrechtliche Seminare in Kooperation mit Partnern angeboten.
Digitale Offensive und neue Kampagne
Daniel Mund / GW
Ein Schwerpunkt der VFF-Arbeit liegt auf der digitalen Transformation. „Wir sehen, dass Interessierte heute bei Suchanfragen irgendwo landen, aber vielleicht da landen, wo wir gar nicht hinwollen", beschrieb Lange das Problem. Konkret: Wer sich für Fenster interessiert, landet oft auf Websites von Wärmepumpenanbietern, weil diese die digitale Kommunikation besser beherrschen.
Die Antwort des VFF: Eine neue, langfristig angelegte Kampagne zur Suchmaschinenoptimierung. „Wir wollen gefunden werden. Und wir wollen die zentrale Wissensplattform sein", so Lange. Ziel ist es, bei Fensterfragen die erste Anlaufstelle zu werden und Interessenten direkt zu qualifizierten Fachbetrieben zu führen.
Politische Interessenvertretung verstärken
Für den neuen Präsidenten Gugelfuß hat die politische Arbeit höchste Priorität. „Was mir am Herzen liegt, sind sicherlich die Verbindungen zu den anderen Verbänden, insbesondere hier natürlich EuroWindoor", betonte er. Aktuell kämpft die Branche gegen die Verschärfung der Bauproduktenverordnung: „Da schlagen wir uns im Moment gerade rum. Hinter den Kulissen sind wir schon tief in der Politik drin."
Gemeinsam mit EuroWindoor-Generalsekretär Frank Koos und Präsidentin Verena Oberau arbeitet der VFF daran, „ein riesen Monster an Bürokratie abzuwenden oder wenigstens zu minimieren". Auch die Verbindungen zur RTG in Berlin und zum IFT in Rosenheim sollen gestärkt werden.
Erfolgreiche Ära geht zu Ende
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Der scheidende Präsident Helmut Meeth blickt auf sechs erfolgreiche Jahre zurück. Unter seiner Führung entwickelte sich der VFF-Jahreskongress zu einem zentralen Branchentreffpunkt mit über 400 Teilnehmern. Die Mitgliederzahl stieg auf mehr als 450 Unternehmen, neue Services wie der Fördermittelservice und der VFFbot wurden eingeführt.
„Die sechs Jahre habe ich gar nicht so empfunden. Ich war der Meinung, es ist fast die Hälfte", reflektierte Meeth. Besonders die Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle und der Fachpresse hob er hervor: „Ich hatte mit Frank und seinem Team in Frankfurt eine wirklich große Unterstützung."
Mit dem Führungswechsel stellt sich der VFF den aktuellen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Bürokratie, KI-Einführung und die Sorge um die Zukunft der Fensterbaubetriebe. „Wir haben rund 5.000 fensterbauende Betriebe in Deutschland. Wir müssen schauen, dass es denen nicht so geht wie im Bäcker- oder Metzgerhandwerk", mahnte Gugelfuß.
Der neue Präsident setzt auf bewährte Strukturen und frische Impulse: „Ich will zusammen mit der Geschäftsstelle die neuen Herausforderungen angehen." Dabei kann er auf eine solide Basis bauen – einen wachsenden Verband, eine professionelle Geschäftsstelle und klare strategische Ziele.
Daniel Mund / GW
Der VFF zeigt sich damit gut gerüstet für die kommenden Aufgaben. Die Mischung aus erfahrener Führung, struktureller Erneuerung und digitaler Offensive könnte der Schlüssel sein, um die Fensterbranche erfolgreich durch die aktuellen Herausforderungen zu führen.