Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
25 Jahre Flachglas MarkenKreis

Vom Isolierglas-Verbund zur Zukunftsplattform

Die Entwicklung des Flachglas MarkenKreises ist von mehreren Meilensteinen geprägt: 2001 wurde die Systemzentrale gegründet, 2005 folgte mit RaumGlas die Erweiterung des Angebotsspektrums. 2008 entstand das Beteiligungskonzept, am 27. November 2008 wurde die Flachglas eG gegründet, 2009 übernahm sie die Anteile von Pilkington. Im Jahr 2017 erfolgte schließlich die vollständige Übernahme der Systemzentrale durch die Mitglieder.

„Gründungsvater“ Thomas Stukenkemper hielt eine Laudatio

Matthias Rehberger / GW

„Gründungsvater“ Thomas Stukenkemper hielt eine Laudatio

Heute ruht das Netzwerk auf drei Aktivitätenfeldern: FassadenGlas, RaumGlas und GlasService.

„Wir hatten von Anfang an Isolierglas und die Fassade, und das ist immer weiter gewachsen, hin zu ESG und VSG und dann noch unsere dritte Säule mit Dienstleistungen", erläutert GF Michael Scheer, der als erster neuer Mitarbeiter in den Flachglas MarkenKreis kam.

Der Wandel von einer industriegeführten Partnerschaft zu einer heute unabhängigen, inhabergeführten Kooperation sei dabei ein zentrales Erfolgsmerkmal des Glasnetzweks: „Die Unabhängigkeit zieht viele Interessierte an, die sich nicht nur an einen großen Glashersteller binden wollen", unterstreicht Michael Scheer.

Gemeinschaft, Augenhöhe und kurze Wege

Die genossenschaftliche Struktur prägt heute das Selbstverständnis der Kooperation. „Die Mitglieder haben eine Verantwortung für die Kooperation, und das beeinflusst im Positiven auch unsere Entscheidungen", so GF Karsten Ollesch. „Alle sind auf Augenhöhe, unabhängig von der Firmengröße. Dadurch können wir Entscheidungen sehr schnell treffen und umsetzen." 

Die Glachglas MarkenKreis Geschäftsführer Karsten Ollesch und Michael Scheer

Matthias Rehberger / GW

Die Glachglas MarkenKreis Geschäftsführer Karsten Ollesch und Michael Scheer

Mit zwölf Mitarbeitenden deckt die Systemzentrale des Flachglas MarkenKreises hete ein breites Leistungsspektrum ab, von Service und Anwendungstechnik über technische Objektberatung bis hin zu Thermostress-Lösungen.

Vier bundesweit tätige Objektberater übernehmen dabei eine Doppelrolle, wie Karsten Ollesch erläutert: „Unsere Objektberatung ist unabhängig vom Glasanbieter. Das kommt gut an. Die Objektberater sind der verlängerte Arm für unsere Gesellschafter. Wir holen also auch für die Mitglieder Aufträge herein."

RaumGlas adressiert neue ZielgruppenMit dem Ausbau von RaumGlas richtet sich der Verbund gezielt an Innenarchitekten, Ladenbauer und Hotels.

Der Impuls dazu kam laut Scheer und Ollesch aus den eigenen Reihen: „Das kam von unseren Mitgliedern. Da wir als Fernziel auch eine Beratung für RaumGlas aufbauen wollen, greifen wir neue Zielgruppen auf."

Neue Mitarbeiter im Flachglas MarkenKreis (v.l.): Marko Steinmann, Frederik Richter und Patric Böhler.

Matthias Rehberger / GW

Neue Mitarbeiter im Flachglas MarkenKreis (v.l.): Marko Steinmann, Frederik Richter und Patric Böhler.

Ziel sei es, Aufträge in den Verbund zu holen – „wir sind mit Abstand sehr vertriebsorientiert."

Digitale Plattform nexmaster.ai

Parallel setzt der Flachglas MarkenKreis mit der KI-Plattform „nexmaster.ai" auf die digitale Zukunft seiner Mitgliedsbetriebe. „Wir wollen eine KI-Plattform mit einem Spezialistennetz dahinter", erklären die Geschäftsführer. „So kann der potenzielle Kunde Lösungen bis hin zu KI-unterstützten Produktionsabläufen einsetzen – vom Voice-Agenten bis hin zur Prozessoptimierung. Vom Einsteiger bis zum Unternehmen, das bereits mit KI arbeitet." Ziel sei eine spürbare Effizienzsteigerung in den Mitgliedsbetrieben.

Mitglieder-Stimmen aus dem Netzwerk

Wie das Modell in der Praxis ankommt, zeigen die Rückmeldungen der Mitglieder. Rainer Zillinger (Zillinger Glasbau GmbH) schätzt nach gut 15 Jahren Mitgliedschaft „die Gemeinschaft von Kollegen, den technischen Support und die Unterstützung bei Projekten" sowie „ein Netzwerk, in dem man sich gut austauschen kann und zu allen Materialien rund ums Glas immer Zugriff hat."

Til Schöninger (Schöninger GmbH, Weiden) hebt die Unabhängigkeit hervor: „Konkurrenzlos in der Freiheit an der Produktauswahl, kein Zwang, nur einen Flachglas-Anbieter und Zubehör nehmen zu müssen. Wir haben hier ein Netzwerk mit Kollegen und mit Lieferanten aufgebaut."

Martin Böker, Mitglied der ersten Stunde, erinnert sich: „Wir sind ISO-Hersteller und machen Sondergläser, hier brauchten wir den technischen Support, Prüfzeugnisse, und das war für uns der Einstieg. Die Systemzentrale übernimmt Aufgaben, die wir sonst selbst nicht leisten könnten."

Für Cornelius Trimborn (Glas König, Köln) steht der Mehrwert durch Kooperation im Vordergrund: „Das Netzwerk und den Austausch mit Kollegen, vom Handwerker bis zum Industriebetrieb. Durch Zusammenarbeit auch neue Produkte für unseren Betrieb und die Ausweitung unserer Geschäfte."

Die neuen Mitglieder im Flachglas MarkenKreis

Matthias Rehberger / GW

Die neuen Mitglieder im Flachglas MarkenKreis

Vier Neuzugänge im Jahr 2026

Der Wachstumskurs des Netzwerks setzt sich fort. Zu Jahresbeginn waren die Glaswerke Wolf + Meier aufgenommen worden, die die Position in Mittelhessen stärken. Weiter neu dabei ist die Glastech Verfahrensentwicklungs- und Produktions GmbH (Niederösterreich): Der Hersteller produziert Funktions-, Isolier- und Einfachgläser für den Metall-, Fassaden- und Fensterbau und gehört seit 2024 zur Josko-Scheuringer Gruppe. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeitende bei einem Jahresumsatz von etwa 15 Mio. Euro.

Joh. Franz König GmbH & Co. KG (Köln): Das traditionsreiche – über 180 Jahre bestehende – Familienunternehmen ist als Glasgroßhandel und Verarbeiter im Rheinland etabliert. Zum Portfolio gehören Glaszuschnitte, Glasbearbeitung sowie Komplettsysteme wie Glastüren, Duschanlagen, Geländer und Überdachungen. Moderne CNC- und Wasserstrahltechnik sichern eine flexible Bearbeitung.

Mosa Glas Greven GmbH: Der ehemalige Standort der Kölling Glas Gruppe wurde Anfang April von der niederländischen Mosa Glas Group übernommen. Geplant sind Investitionen in eine neue Schneidanlage für Float- und Verbundglas sowie eine zweite vollautomatisierte Isolierglaslinie. Die Produktionskapazität soll auf rund 1500 m² Isolierglas pro Tag steigen.

AusblickFür die kommenden Jahre wünschen sich Scheer und Ollesch „das richtige Händchen und ein Quäntchen Glück. Dass es spannend bleibt und dass uns die Ideen niemals ausgehen." Krisen habe man in 25 Jahren mehr als eine gemeistert – „und wir sind immer stärker als zuvor aus den Krisen hervorgegangen."

Rund 120 Gäste waren der Einladung nach Bingen gefolgt

Matthias Rehberger / GW

Rund 120 Gäste waren der Einladung nach Bingen gefolgt