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Bundesverband Flachglas

Ein toller GlasKongress 2026: Hier wurde Optimismus zu einem Muss

Gleich zu Beginn machte Hans-Joachim Arnold, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Flachglas, die schwierige Lage deutlich: „Momentan läuft es bei uns nicht gut. Es fehlen hunderttausende an Wohnungen – warum wird hier nichts getan?“ Gleichzeitig forderte er mehr politische Verlässlichkeit: „Wichtig ist, dass die Politik uns Sicherheit gibt – und nicht einmal diese Richtung vorgibt und gleich darauf wieder eine andere.“

Diese Aussagen spiegelten die angespannte Stimmung vieler Unternehmen wider. 

Hans-Joachim Arnold mit Jochen Grönegräs

Matthias Rehberger / GW

Hans-Joachim Arnold mit Jochen Grönegräs

Trotz der angespannten Situation betonte Arnold die Chancen der Transformation: „Vor vielen Jahren haben wir uns auf den Weg hin zur Nachhaltigkeit gemacht. Und das ist ein guter Weg, der viele Chancen bietet.“ Sein Appell: mehr Zusammenhalt und Zuversicht innerhalb der Branche.

KI: Chancen und Risiken

Kriminal- und Geheimdienstanalyst Mark T. Hofmann zeigte die Risiken der Künstlichen Intelligenz auf. Cyberangriffe werden zunehmend professionell, während der Mensch die größte Schwachstelle bleibt. Seine klare Botschaft: Cybersicherheit ist Chefsache.

Unternehmen müssen sich stärker mit digitalen Bedrohungen auseinandersetzen und entsprechende Schutzmaßnahmen etablieren.

Hofmann: „Cyber-Kriminelle nutzen heute zunehmend KI und die Möglichkeiten quasi unbegrenzt im Netz nach potenziellen Opfern suchen. Damit kommen nicht nur bekannte Unternehmen in den Fokus von Cyber-Kriminalität, sondern es kann auch jede kleine Firma und jede Privatperson treffen.“

Jan Schäpers

Matthias Rehberger / GW

Jan Schäpers

Dr. Jan Schäpers stellte die praktische Nutzung von KI in den Fokus. Entscheidend seien hier jedoch im Vorfeld, dass die Betriebe saubere Daten bereitstellen, etwa für die Qualitätssicherung.

Schäpers: „ Wenn Sie gute Daten bereitstellen, können Glasbetriebe sehr effizient KI einsetzen. Aus einen ‚unzureichenden Datenpool‘ kann auch die beste KI keine wirklich optimierten Ergebnisse zaubern.“

Ein weiterer Punkt von Schäpers war: „Wer zu lange zögert, KI einzusetzen riskiert den Anschluss.“ Der Einstieg in KI müsse nicht komplex sein, sondern vor allem zielgerichtet erfolgen. Kleine, funktionierende Lösungen könnten schnell großen Mehrwert schaffen.

Matthias Rehberger / GW

Kreislaufwirtschaft im Fokus

Großes Potenzial liegt in der nachhaltigen Nutzung von Flachglas. Prof. Dr. Martin Teich (Uni München) verwies auf Millionen sanierungsbedürftiger Fenster. Verfahren wie Remanufacturing können CO₂ deutlich reduzieren und Ressourcen schonen.

Damit rückt der Gebäudebestand zunehmend in den Mittelpunkt strategischer Überlegungen. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmodelle entlang der Wertschöpfungskette.

4 Auszeichungen beim Nachhaltigkeitspreis 2026 

Der BF Nachhaltigkeitspreis 2026 würdigte neue Lösungen, unter anderem für Technologien zur Isolierglasauftrennung und neue Recyclinglösungen.

Die diesjährigen Gewinner beim BF Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Produktion waren:
Hegla für die IG2Pieces Anlage, mit der sich Isolierglas zerlegen lässt.
Lisec IGD-A, ein System, zum einfachen Auftrennen von Isoliergläsern.

In der Kategorie Sonderpreise wurden ausgezeichnet:
Technoform
Swisspacer Saint-Gobain

BF Nachhaltigkeitspreis: Das waren die Preisträger

Matthias Rehberger / GW

BF Nachhaltigkeitspreis: Das waren die Preisträger

Branche im Wandel

Der ift Leiter Prof. Dr. Winfried Heusler ordnete die Entwicklungen ein: Die Branche steht an einem Wendepunkt. Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität müssen gemeinsam gedacht werden. Zentrale Erfolgsfaktoren sind Zirkularität, Digitalisierung, Resilienz und Effektivität.

In der Diskussion wurde zudem deutlich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen sind. Planungssicherheit gilt als entscheidender Faktor für Investitionen und Wachstum. Ohne klare Leitlinien drohen Verzögerungen bei wichtigen Transformationsprozessen.

Kreativität contra KI

Zukunftsforscherin Imke Keicher betonte die Bedeutung von Kreativität als Schlüsselkompetenz von Menschen. KI kann heute bereits vielfach“ unsere rationelle Kopfarbeit“ übernehmen, und das häufig deutlich schneller und effizienter. Doch KI ist nicht kreativ, und genau hier können wir als Menschen punkten und uns stark machen, ob bei der Entwicklung von Konzepten für den Betrieb, bei der Führung von Mitarbeitern oder bei kreativen gestalterischen Arbeiten.

Zukunftsforscherin Imke Keicher

Matthias Rehberger / GW

Zukunftsforscherin Imke Keicher

Mit dem zunehmenden Einzug von KI in unsere Arbeitswelt stehen Unternehmen vor der Aufgabe, neue Arbeitskulturen zu entwickeln und Talente langfristig zu binden.
Sinnstiftende Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten werden dabei immer wichtiger. Gleichzeitig muss dies das Verständnis von Führung grundlegend ändern.

Und genau diese Sachverhalte müssen die Verantwortlichen in den Betrieben verstehen und entsprechend umsetzen, um auch künftig die Potenziale der Mitarbeiter optimal nutzen zu können.

Optimismus als treibende Kraft

„Die Herausforderungen sind groß, doch die Branche verfügt über das nötige Potenzial. Entscheidend ist jetzt, Chancen zu nutzen“, so Hans-Joachim Arnold abschließend. „Doch wir als Glasbranche verfügen über das nötige Know-how und das Potenzial, um Chancen zu nutzen und umzusetzen. Deshalb bleibt uns nichts anderes, als optimistisch nach vorne zu blicken.“

Für meine Bilderstrecke zum Glaskongress klicken Sie hier

Matthias Rehberger

Matthias Rehberger / GW