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Im Porträt: Alexander Dupp International Independent Experts

„Wir verbinden Praxisnähe mit höchster Expertise“

GW – Herr Dupp, was unterscheidet das TELZ von einem klassischen Prüflabor?

Alexander Dupp – Wir betrachten Bauelemente nicht isoliert, sondern immer im Gesamtkontext aus Konstruktion, Montage und späterer Nutzung. Genau darin liegt der Unterschied. Manche Prüfstellen führen den normativen Prüfablauf durch und liefern am Ende ein Ergebnis. Genau wie das ift begleitet das TELZ Hersteller und Fachbetriebe bereits viel früher – oft schon während der Entwicklungsphase. Dadurch können Produkte optimiert werden, bevor sie überhaupt in die offizielle Klassifizierungsprüfung gehen.

GW – Sie beschreiben das TELZ als Kombination aus Entwicklung, Prüfung und Praxiszentrum?

Dupp – Wir verbinden hier mehrere Bereiche miteinander: Sachverständigentätigkeit, Forschung, Produktentwicklung, Prüfungen und Schulungen. Aus unserer täglichen Arbeit kennen wir reale Schadensbilder ebenso wie typische Fehler in Konstruktion und Montage. Dieses Wissen fließt direkt in die Entwicklungs- und Prüfarbeit ein. Hersteller erhalten dadurch nicht nur ein Prüfergebnis, sondern praxisnahe Unterstützung bei der Verbesserung ihrer Systeme.

GW – Welche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit dem ift Rosenheim?

Dupp – Die Kooperation mit dem ift ist ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts, , denn so können ift-Experten Prüfungen im TELZ durchführen, die dann für baurechtliche Zwecke genutzt werden können (CE u. a.). Das bietet Herstellern die Möglichkeit, Entwicklungen praxisnah vorzubereiten und anschließend normgerecht prüfen und klassifizieren zu lassen.

GW – Wie teilt sich Ihr Geschäft heute auf?

Dupp – Der größte Anteil entfällt auf die Sachverständigen- und Beratungstätigkeit. Danach folgen Entwicklung, Prüfung und Schulung. Gerade die Verbindung dieser Bereiche ist für Kunden interessant, weil wir Schäden bewerten sowie bereits im Vorfeld helfen können, diese zu vermeiden. ­Viele unserer Kunden kommen mit konkreten Problemstellungen oder neuen Produktideen zu uns. Zudem sind wir ift-zertifizierter Montagefachbetrieb.

GW – Welche Investitionen stecken im TELZ?

Dupp – Zum Standort gehören ein rund 5000 m² großes Betriebsgelände, Prüfbereiche auf etwa 1000 m² Hallenfläche sowie verschiedene Außenprüfbereiche. Hinzu kommen Einrichtungen für Produktentwicklung, Bewitterungstests und Sonderprüfungen. Viele Bauteile werden immer größer und komplexer – darauf mussten wir die Infrastruktur ausrichten. Deshalb investieren wir kontinuierlich weiter in Prüfstände, Messsysteme und Erweiterungsflächen.

GW – Welche Prüfmöglichkeiten decken Sie ab?

Dupp – Neben der Einbruchhemmung bis RC6 und der Absturzsicherung nach DIN 18008 führen wir Schlagregen-, Luftdichtheits- und Sonderprüfungen bis hin zu Tornado-Szenarien durch. Zusätzlich beschäftigen wir uns mit Dauerfunktionsprüfungen, Eckfestigkeiten, Auszugswerten und besonderen Montagesituationen. Derzeit erweitern wir das Zentrum unter anderem um zusätzliche Prüfstände für Dauerfunktions- und Einbruchprüfungen. Gerade die Kombination dieser Themen ist wichtig, denn ein Bauteil muss heute sehr viele Anforderungen gleichzeitig erfüllen.

GW – Warum gewinnen solche praxisnahen ­Prüfungen immer mehr an Bedeutung?

Dupp – Weil die Anforderungen an Fenster und Fassaden massiv gestiegen sind. Energieeffizienz, Sicherheit, Schallschutz und extreme Wetterbelastungen müssen heute gleichzeitig beherrscht werden. Auch sehen wir in der Praxis, dass viele Schäden nicht durch einzelne Produkte entstehen, sondern durch ein nicht funktionierendes Zusammenspiel aus Planung, Montage und Nutzung. Ein rein theoretischer Blick reicht oft nicht mehr aus.

GW – Sie sind auch auf Sylt präsent, haben dort ein weiteres Standbein. Welche Bedeutung haben solche Standorte für Ihre ­Arbeit?

Dupp – Küstenregionen wie Sylt sind aus technischer Sicht extrem spannend, weil dort deutlich höhere Belastungen auftreten als im Binnenland. Wind, Schlagregen und salzhaltige Luft beanspruchen Konstruktionen dauerhaft. Produkte, die unter Standardbedingungen sehr gute Werte erreichen, stoßen dort teilweise an ihre Grenzen. Diese Erfahrungen helfen uns enorm bei Prüfungen, Gutachten und Produktentwicklungen.

GW – In Küstenregionen werden auch nach außen öffnende Fenstersysteme eingesetzt?

Dupp – Nach außen öffnende Fenster werden traditionell häufig in nördlichen Küstenregionen eingesetzt, weil der Wind den Flügel zusätzlich in die Dichtung drückt, was zunächst positiv klingt. Gleichzeitig entstehen aber besondere Druckverhältnisse innerhalb der Konstruktion. Genau dort liegen die Herausforderungen. Feuchtigkeit gelangt in wasserführende Ebenen, für die das System ursprünglich nicht ausgelegt wurde. Das zeigt deutlich, dass hohe Belastungen andere Anforderungen an Konstruktion stellen. Wir können mit dem mobilen Spray Bar Verfahren Schlagregen präzise vor Ort prüfen. Selbst kleinste Leckagen werden zuverlässig erkannt.

GW – Sie beschäftigen sich mit Forschung und Entwicklung. Woran arbeiten Sie aktuell?

Dupp – Ein wichtiges Projekt ist „Fenster 2.0“. Dabei geht es um die Frage, wie sich unterschiedliche Anforderungen in einem einzigen System vereinen lassen. Heute sollen Fenster gleichzeitig hoch wärmedämmend, einbruchhemmend, schalldämmend, langlebig und teilweise sogar beschusshemmend sein. Hinzu kommen Anforderungen aus dem Denkmalschutz oder besondere Montagesituationen. Genau diese Kombinationen treiben uns in der Entwicklung an.

GW – Das klingt nach komplexen ­Anforderungen?

Dupp – Absolut. Viele denken bei Fenstern nur an Öffnen und Schließen. Tatsächlich sprechen wir heute über hochkomplexe technische Systeme. Ein modernes Bauelement muss bauphysikalisch funktionieren, extremen Witterungen standhalten, Sicherheitsanforderungen erfüllen und gleichzeitig optisch ansprechend bleiben. Dazu kommen Nachhaltigkeit und Dauerfunktion. Das alles in einem Produkt zu vereinen, ist eine große Herausforderung.

GW – Auch das Sachverständigenbüro „Dupp & Kollegen“ ist außergewöhnlich breit aufgestellt. Was steckt dahinter?

Dupp – Wir arbeiten bewusst interdisziplinär. Unser Netzwerk umfasst Sachverständige aus unterschiedlichsten Fachbereichen – von Bauelementen und Abdichtung über Dach, Elektro und Brandschutz bis hin zu Naturstein oder Denkmalschutz. Gerade bei komplexen Schadensfällen reicht eine einzelne Perspektive oft nicht aus. Deshalb bündeln wir unterschiedliche Fachkompetenzen.

GW – Warum wird diese interdisziplinäre ­Betrachtung immer wichtiger?

Dupp – Weil Schäden selten nur ein Gewerk betreffen. Wenn beispielsweise Feuchtigkeitsschäden auftreten, spielen oft Fenster, Abdichtung, Lüftung, Bauphysik und angrenzende Gewerke zusammen. Genau deshalb haben wir den Expertenpool aufgebaut. Dadurch können wir schneller reagieren und Fälle ganzheitlich bewerten.

GW – Zusätzlich engagieren Sie sich mit KPHM auch im Bereich Holz-Metall-Systeme. Warum?

Dupp – Im Holz-Metall-Bereich gibt es einen hohen Bedarf an neutraler und systemübergreifender Beratung. Viele Hersteller wünschen sich unabhängige Unterstützung bei Normenumsetzung, Produktentwicklung oder CE-Kennzeichnung. Genau daraus entstand KPHM Kompetenz Holz-Metall gemeinsam mit weiteren Branchenexperten. Ziel ist es, Wissen zu bündeln und Unternehmen praxisnah zu unterstützen.

GW – Wie ist das TELZ ursprünglich entstanden?

Dupp – Sehr pragmatisch. Wir haben zunächst mit einfachen Mitteln gearbeitet und erste Prüfungen improvisiert aufgebaut. Später ergab sich die Möglichkeit, einen professionellen Prüfstand zu übernehmen. Damit begann die eigentliche Entwicklung des heutigen TELZ. Schritt für Schritt kamen neue Prüfbereiche, Hallenflächen und Kooperationen hinzu. Ein entscheidender Meilenstein war schließlich die Zusammenarbeit mit dem ift Rosenheim und die Einrichtung als offizielles ift-Test-Labor.

GW – Wie funktioniert der ift-Test konkret?

Dupp – Wenn eine Klassifizierungsprüfung ansteht, erfolgt der Prüfauftrag gemeinsam mit dem Kunden über das ift. Der Prüfablauf wird durch ift-Prüfer begleitet und dokumentiert. Dadurch entstehen ­offizielle Prüfberichte und Zertifizierungsunterlagen direkt auf Basis der Prüfungen. Die Zusammenarbeit eröffnet allen Beteiligten Vorteile: ift und TELZ können ihre Stärken bündeln, Kunden profitieren von praxisnahen Lösungen, kurzen Abstimmungswegen und einer engen Verzahnung von Entwicklung und Prüfung.

GW – Welche Bedeutung haben Schulungen und Wissensvermittlung für Sie?

Dupp – Eine sehr große. Viele Probleme entstehen nicht im Produkt, sondern durch fehlendes Wissen in Planung oder Montage. Deshalb bieten wir praxisnahe Schulungen für Hersteller, Monteure, Planer und Sachverständige.

GW – Sie verfügen über eine spezielle Fahrzeug- und Geräteausstattung. Warum?

Dupp – Viele Einsätze lassen sich mit Standardlösungen nicht bewältigen. Wir prüfen Fassaden in großen Höhen, dokumentieren Schäden auf abgelegenen, exponierten Baustellen oder transportieren Prüfkörper. Deshalb haben wir mobile Büros, Spezialfahrzeuge, Krantechnik und umfangreiche Messtechnik aufgebaut.

GW – Kommen wir zur Einbruchhemmung. Warum halten Sie RC3 heute für sinnvoller als RC2?

Dupp – Die DIN EN 1627 basiert teilweise noch auf Werkzeug- und Angriffsszenarien, die mit der heutigen Realität nur eingeschränkt vergleichbar sind. In der Praxis sehen wir regelmäßig andere Angriffsmethoden und deutlich robustere Werkzeuge. Deshalb reicht RC2 bei erhöhtem Sicherheitsanspruch oft nicht mehr aus. Entscheidend ist außerdem immer das Gesamtsystem – Glas, Rahmen, Beschlag und ­Montage.

GW – Wie bewerten Sie die „N“-Klassifizierung bei RC2, bei der „normales“ Glas verwendet werden kann?

Dupp – Kritisch. Täter nutzen heute häufig Glasangriffe, weil diese schnell und vergleichsweise geräuscharm möglich sind. Wenn beim Glas gespart wird, entsteht schnell eine gefährliche Scheinsicherheit. Deshalb sollte man immer das gesamte Bauteil betrachten und nicht nur einzelne Komponenten.

GW – Das ift hat die Vandalismus-Richtlinie auf den Weg gebracht. Wie lautet ihre Bewertung?

Dupp – Ich halte sie für wichtig, weil das „Täterprofil“ mit dem „Einbrecher“ nicht vergleichbar ist. Sicherheitsanforderungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Heute geht es nicht mehr nur um klassische Einbruchhemmung, sondern auch um Widerstandsfähigkeit gegen massive Gewalteinwirkung oder gezielte Beschädigung.

GW – Ein weiterer Schwerpunkt Ihrer Arbeit ist der Denkmalschutz. Warum?

Dupp – Weil dort unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden müssen. Historische Optik, energetische Anforderungen, Bauphysik und Dauerfunktion müssen miteinander funktionieren. Lösungen benötigen individuelle Konzepte und eine enge Abstimmung zwischen Eigentümer, Fachplanern und Denkmalbehörden.

GW – Welche Lösungen kommen zum Einsatz?

Dupp – Das reicht von Kasten- und Verbundfenstern über Vorsatzscheiben bis hin zu Vakuum-Isoliergläsern. Gerade diese Gläser sind spannend, weil sie sehr schlank aufgebaut sind und trotzdem hervorragende Dämmwerte erreichen. Instandsetzung oder Nachbau – am Ende muss das Fenster gebrauchstaulich und dicht sein.

GW – Wo sehen Sie große Branchen-Probleme?

Dupp – Ein zentrales Problem ist die fehlerhafte Bewertung der tatsächlichen Belastungssituation eines Gebäudes – insbesondere bei Schlagregendichtheit und Einbausituationen. Häufig werden Produkte anhand theoretischer Tabellenwerte bewertet, ohne die reale Beanspruchung am späteren Einsatzort ausreichend zu berücksichtigen.

GW – Welche Konsequenzen entstehen daraus?

Dupp – Die Folgen sind oft erheblich. Wenn Bauelemente später ausgebaut oder vollständig ersetzt werden müssen, entstehen enorme Zusatzkosten. Wir sprechen dabei häufig vom Schadensfaktor 4,5. Aus einem ursprünglichen Gewerk von 80.000 Euro können durch Ausbau, Folgegewerke, Nutzungsausfälle und Sanierungskosten schnell Schäden von weit über 300.000 Euro ­werden.

GW – Was müsste sich aus Ihrer Sicht in der ­Branche ändern?

Dupp – Es braucht mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Normen und Leistungserklärungen. Tabellenwerte und Software sind wichtige Werkzeuge, ersetzen aber nicht das technische Verständnis. Hersteller, Planer und Verarbeiter müssen wieder stärker lernen, reale Belastungen und konkrete Einbausituationen zu bewerten.

GW – Sie waren bereits sehr jung Meister und öffentlich bestellt. Woher kommt dieser Antrieb?

Dupp – Mich hat schon früh interessiert, wie man Dinge besser machen kann. Mit jedem Projekt kamen neue Fragestellungen hinzu. Irgendwann entstand daraus der Anspruch, nicht nur Schäden zu bewerten, sondern aktiv an besseren Lösungen mitzuarbeiten. Dieser Gedanke begleitet mich bis heute.

GW – Lieber Herr Dupp, danke für das Gespräch, alles Gute für Sie und Ihr Team und viel Erfolg weiterhin!

Das Gespräch mit Alexander Dupp führte Chef­redakteur Daniel Mund in Weroth.

An diesem Prüfstand werden Schlagregen- und Luftdichtheitsprüfungen bis hin zum Tornado-Test durchgeführt. Der Prüfstand ist von der ift MessTec und wird vom ift Rosenheim kalibriert und akkreditiert – so sind „offizielle“ ift-Zertifikate mit ift-Prüfern möglich.

Foto: Daniel Mund / GW

An diesem Prüfstand werden Schlagregen- und Luftdichtheitsprüfungen bis hin zum Tornado-Test durchgeführt. Der Prüfstand ist von der ift MessTec und wird vom ift Rosenheim kalibriert und akkreditiert – so sind „offizielle“ ift-Zertifikate mit ift-Prüfern möglich.
Vogelperspektive auf das TELZ in Weroth im Westerwald.

Foto: Prüfzentrum TELZ

Vogelperspektive auf das TELZ in Weroth im Westerwald.
Verladung eines geprüften Bauelements, das jetzt wieder an den Bestimmungsort gebracht wird.

Foto: Daniel Mund / GW

Verladung eines geprüften Bauelements, das jetzt wieder an den Bestimmungsort gebracht wird.
Prüfer und technischer Mitarbeiter Timo Schreiner 

Foto: Daniel Mund / GW

Prüfer und technischer Mitarbeiter Timo Schreiner 
Ob mobil oder direkt im TELZ: Die Expertise von ­Alexander Dupp ist überall gefragt

Foto: Daniel Mund / GW

Ob mobil oder direkt im TELZ: Die Expertise von ­Alexander Dupp ist überall gefragt
Im April besuchte Chefredakteur Daniel Mund das TELZ und gewann einen umfangreichen Eindruck von der ­Arbeitsweise und dem Umfang des Sachverständigenbüros.

Foto: Daniel Mund / GW

Im April besuchte Chefredakteur Daniel Mund das TELZ und gewann einen umfangreichen Eindruck von der ­Arbeitsweise und dem Umfang des Sachverständigenbüros.

Sachverständigenbüro Alexander Dupp, Prüfzentrum TELZ

Das Technische Entwicklungs- und Leistungszentrum (TELZ) unter der Leitung von Alexander Dupp ist eine hochmoderne Einrichtung, die auf die Prüfung und Entwicklung von Fenstern, Türen, Toren, Rollläden und Sonnenschutz spezialisiert ist. Seit seiner Gründung vor über acht Jahren verfolgt das TELZ das Ziel, praxisnahe Lösungen für die Bau- und Sicherheitsbranche zu bieten. Der Standort in Weroth im Westerwald umfasst eine 1000 m² große Prüfhalle sowie ein 5000 m² großes Außengelände und wurde kontinuierlich modernisiert.

Das breit gefächerte Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Prüfung der Einbruchhemmung bis zur Widerstandsklasse RC6, die Absturzsicherung nach DIN 18008 sowie Schlagregen-, Luftdichtheits- und Tornado-Tests. Neben diesen standardisierten Prüfungen bietet das TELZ auch Spezialprüfungen, beispielsweise für extremste Witterungsbedingungen, an. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für Küstenregionen wie Sylt oder die Ostseeküste. Salzhaltige Luft, starke Winde und extreme Wetterbedingungen stellen dort eine große Belastung dar. Deshalb führt das TELZ praxisorientierte Tests für Witterungsbeständigkeit, Sicherheit und Dichtigkeit durch.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der engen Zusammenarbeit mit verschiedenen Bereichen der Fensterbranche und im Speziellen mit dem ift Rosenheim als akkreditierte Prüfstelle. Diese Partnerschaft ermöglicht es dem TELZ, zusätzlich zu Entwicklungs-und Orientierungsprüfungen, Prüfungen zur Schadensfeststellung/Ursachen und qualitätssichernden Prüfungen auch baurechtlich nutzbare Prüfungen durch ift-Prüfer durchzuführen. Die Zusammenarbeit mit Einheiten der Gefahrenabwehr, die am Prüfzentrum praxisnahe Tests an Fenstern und Türen durchführen, unterstreicht zudem den ganzheitlichen Ansatz des TELZ.

Sachverständigenbüro Alexander Dupp & Kollegen

Mit über 20 Jahren Erfahrung hat Alexander Dupp eines der renommiertesten Sachverständigenbüros Deutschlands aufgebaut. Das Büro bietet sowohl Gerichts- als auch Privatgutachten an und ist spezialisiert auf Schadensfälle wie Einbrüche, Wasserschäden und Baumängel. Die Expertise des Teams erstreckt sich auch auf Denkmalschutzprojekte, die oft komplexe Anforderungen stellen, sowie auf die Entwicklung von Sicherheitskonzepten für private und geschäftliche Kunden.
Das Besondere am Sachverständigenbüro ist der ganzheitliche Ansatz, der alle Schritte von der Produktentwicklung über die Montage bis hin zur praktischen Anwendung berücksichtigt. Das interdisziplinäre Team aus Sachverständigen, Prüfern und Technikern arbeitet eng zusammen, um Kunden belastbare und praxisnahe Lösungen zu bieten. Alexander Dupp: „Gute Gutachten entstehen nicht am Schreibtisch, sondern direkt vor Ort – sei es auf Baustellen, bei Schadensanalysen oder bei der Produktprüfung.“

Das TELZ und das Sachverständigenbüro sind international gefragt. Zu ihrem Portfolio gehören Großprojekte in Europa, wie Bauleitungen in Spanien, England und Öster­reich, sowie die Entwicklung von Sicherheitslösungen für kritische Infrastrukturen. Insbesondere bei Projekten mit hohen Sicherheitsanforderungen, beispiels­weise bei einbruch- und beschusshemmenden Bauteilen, setzt das Team Maßstäbe.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Wissensvermittlung und Nachwuchsförderung. In der DUPP Akademie werden praxisnahe Schulungen, Workshops und Coachings angeboten, um Fachwissen an Kollegen, Handwerksbetriebe und Fachplaner weiterzugeben. Das Ziel besteht darin, die Branche langfristig zu stärken und Standards für Sicherheitstechnik zu entwickeln.

Kontakt

Prüfzentrum TELZ:
In der Mark 4, 56414 Weroth
Telefon: 06435 / 54 37 A810

Sachverständigenbüro Alexander Dupp & Kollegen:
Bornstraße 13, 56412 Girod
Telefon: 06485 / 18 03 31
alexanderdupp.de

Foto: Daniel Mund / GW

Rund um den Einbruchschutz: Was stimmt wirklich – und was ist ein Mythos?

Einbrecher kommen nur nachts, moderne Neubauten sind sicher und RC 2 reicht als Schutzniveau völlig aus – solche Aussagen gibt es immer wieder, wenn es um Einbruchschutz geht. Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Alexander Dupp, Experte für Gebäudesicherheit, nimmt die zehn gängigsten Mythen rund um den Einbruchschutz unter die Lupe und räumt mit falschen Annahmen auf.

1. Mythos: „Neubauten sind automatisch sicher.“
Viele Bauherren glauben, dass moderne Fenster und Türen von Haus aus einbruchhemmend sind. Doch die Realität sieht anders aus: Die meisten Bauelemente erfüllen lediglich grundlegende Standards und bieten kaum den Schutz, den man erwarten würde. „Beim Neubau wird der Sicherheitsaspekt sträflich vernachlässigt“, warnt Dupp. „Brandschutz und Lüftung sind gesetzlich geregelt, aber der Schutz vor Einbruch – und damit vor Leib und Leben – fällt oft aus Kostengründen hinten runter.“

2. Mythos: „Elektronische Sicherheitssysteme verhindern Einbrüche.“
Alarmanlagen und Kameras sind nützlich, aber sie können keine Einbrüche verhindern. Mechanische Sicherheitstechnik hingegen schafft Widerstand, den Täter überwinden müssen. „Eine Einbruchmeldeanlage meldet den Einbruch – doch zu diesem Zeitpunkt ist der Täter bereits im Haus. Sinnvoll ist nur die Kombination aus mechanischen und elektronischen Systemen.“

3. Mythos: „Einbrecher kommen nachts.“
Tatsächlich schlagen Kriminelle bevorzugt tagsüber zu, wenn die Bewohner arbeiten oder einkaufen. „Während der Corona-Pandemie waren Einbrüche rückläufig, weil viele im Homeoffice waren. Jetzt, wo die Menschen wieder mehr außer Haus sind, steigt die Einbruchsquote wieder“, so Dupp.

4. Mythos: „Gekippte Fenster sind sicher.“
Ein gekipptes Fenster ist für Einbrecher ein offenes Fenster. Sie können es mühelos aufhebeln, da der mechanische Widerstand in dieser Position kaum vorhanden ist. „Wer glaubt, ein gekipptes Fenster sei harmlos, unterschätzt die Gefahr massiv, außer bei speziell geprüften RC2-Kippfunktionen“, sagt Dupp.

5. Mythos: „RC2-Widerstandsklasse reicht aus.“
RC2 bietet nur minimalen Schutz gegen einfache Werkzeuge wie Schraubendreher und Keile. Einbrecher nutzen aber immer häufiger schwereres Gerät. „Wenn der Täter mit Brecheisen kommt, braucht er bei RC2 nur wenige Sekunden. Erst ab RC3 wird es für Täter richtig ungemütlich.“

6. Mythos: „Einbruchhemmende Fenster und Türen sind teuer.“
Sicherheitsmaßnahmen wie spezielle Beschläge oder Sicherheitsglas lassen sich oft einfacher und kostengünstiger nachrüsten, als viele glauben. „Ob ich ein Standardfenster oder ein einbruchhemmendes Fenster einbaue – der Aufwand ist nahezu identisch. Es wäre verrückt, nicht gleich das sichere Fenster zu wählen“, argumentiert Dupp.

7. Mythos: „Einbruchschutz ist nur in Villenvierteln notwendig.“
Einbrecher bevorzugen nicht zwangsläufig reiche Wohngegenden. Sie suchen vielmehr den Weg des geringsten Widerstands. „Täter machen keinen Unterschied zwischen Villen und Mietwohnungen. Wo Sicherheitsstandards fehlen, schlagen sie zu.“

8. Mythos: „Einbruchhemmung bedeutet klobige Bauteile.“
Moderne Sicherheitstechnik kommt längst ohne sperrige, auffällige Elemente aus. Hochwertige Lösungen verbinden Design und Funktionalität. „Selbst schlanke Minimalfenster können bis RC3 geprüft sein – Sicherheit und Ästhetik schließen sich nicht aus“, verrät Alexander Dupp.

9. Mythos: „Mehrfachverriegelungen machen Türen sicher.“
Mehrfachverriegelungen allein bieten keinen umfassenden Schutz. Entscheidend sind hochwertige Schließ­systeme, ein stabiler Türrahmen und die Sicherung der Bandseite. „Die beste Verriegelung nützt nichts, wenn das Drumherum schwach ist“, so der Experte.

10. Mythos: „Einmaliger Einbruchschutz hält für ­immer.“
Sicherheitsmaßnahmen müssen regelmäßig gewartet werden, insbesondere bei beweglichen Teilen oder elektronischen Systemen. „Ein geprüftes und korrekt in­stalliertes Bauteil bleibt sicher – solange man es pflegt. Vernachlässigte Beschläge oder veraltete Technik können den Schutz erheblich mindern “, warnt Dupp.

Fazit:

Einbruchschutz ist keine Frage von Mythen oder Halbwahrheiten, sondern von fundiertem Wissen und gezielten Maßnahmen. Wer die häufigsten Irrtümer kennt und vermeidet, kann sein Zuhause effektiv vor ungebetenen Gästen schützen.

Foto: GW / KI generiert

Einbrecher verwenden neben dem Hammer und Schraubendreher oftmals ­schwerere Geschütze und bedienen sich beispielsweise eines Kuhfußes oder auch Handmaschinen mit Akku.

Foto: Sachverständigenbüro Alexander Dupp & Kollegen

Einbrecher verwenden neben dem Hammer und Schraubendreher oftmals ­schwerere Geschütze und bedienen sich beispielsweise eines Kuhfußes oder auch Handmaschinen mit Akku.

Warum Praxistests heute wichtiger sind denn je

Moderne Fenster, Türen und Fassaden müssen ­heute weit mehr leisten als noch vor wenigen Jahren: Energie­effizienz, Schlagregendichtheit, Einbruchhemmung, Dauerfunktion, Schallschutz und anspruchsvolle Architektur treffen zunehmend auf extreme Wetterbedingungen und immer komplexere Bauweisen.

„Viele Schäden entstehen nicht, weil ein Produkt schlecht ist, sondern weil reale Belastungen unterschätzt werden“, erklärt Alexander Dupp. „Zwischen Labor­wert und tatsächlicher Einbausituation liegen oft erhebliche Unterschiede.“

Im TELZ werden deshalb nicht nur klassische Normprüfungen durchgeführt. Hersteller und Fachbetriebe können ihre Systeme bereits während der Entwicklungsphase unter praxisnahen Bedingungen testen und optimieren. Dazu gehören:

  • Schlagregen- und Luftdichtheitsprüfungen
  • Einbruchhemmung bis RC6
  • Prüfungen nach DIN 18008
  • Dauerfunktionsprüfungen
  • Tornado- und Sonderprüfungen
  • Untersuchungen zu Eckfestigkeiten und Auszugswerten
  • Prüfungen besonderer Montage­situationen

Besonders relevant werden solche Tests bei Gebäuden in exponierten Lagen. Küsten­regionen wie Sylt oder die Ostseeküste stellen Fenster und Fassaden beispiels­weise vor enorme Herausforderungen. Winddruck, salzhaltige Luft und extreme Schlag­regenbeanspruchung wirken dort dauerhaft auf Konstruktionen ein.

In nördlichen Regionen werden deshalb häufig nach außen öffnende Fenster eingesetzt. Aber während der Wind den Flügel zusätzlich in die Dichtung presst, entstehen gleichzeitig komplexe Druckverhältnisse innerhalb der Konstruktion. Dann können Probleme mit Feuchtigkeit und Wasserführung entstehen – obwohl die Systeme unter Standardbedingungen gute Prüf­werte erreichen.

Auch großformatige Bauelemente entwickeln sich zur Herausforderung. Die Belastungen auf Beschläge, Rahmen und Befestigungspunkte steigen dann erheblich. Im TELZ werden deshalb nicht nur klassische Prüfungen durchgeführt, sondern auch Sonderuntersuchungen zu Dauerfunktion, Verformung und mechanischer Belastbarkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung aus Schadensanalyse und Produkt­entwicklung. Viele Erkenntnisse stammen direkt aus realen Gutachten und Schadens­fällen. „Wenn man über Jahre immer wieder ähnliche Schadensbilder sieht, erkennt man sehr schnell Muster“, sagt Dupp. „Genau daraus entstehen oft die wichtigsten Impulse für neue Lösungen.“

Besonders kritisch bewertet der Sachverständige die fehlerhafte Interpretation von Leistungserklärungen und Normwerten. Häufig würden Produkte anhand theoretischer Tabellenwerte bewertet, ohne die tatsächlichen Belastungen am späteren Einbauort ausreichend zu berücksichtigen. Die Folgen können gravierend sein.

Für Alexander Dupp steht deshalb fest: „Normen bleiben wichtig – aber entscheidend ist am Ende immer die Frage, ob ein System auch unter realen Bedingungen dauerhaft funktioniert.“

Die „Sansibar“ auf Sylt: Hier ist ein ausreichender Schutz gegen Wind und Wetter erforderlich.

Foto: Schüco International KG

Die „Sansibar“ auf Sylt: Hier ist ein ausreichender Schutz gegen Wind und Wetter erforderlich.

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