Auf dem neu erworbenen Nachbargrundstück hat die feco-Gruppe eine Produktionshalle für die Holzverarbeitung errichtet. Der 60 x 75 m große Industriebau mit rund 5000 m² Nutzfläche wurde vom Karlsruher Büro m_architekten geplant und verbindet moderne Fertigungstechnik, ein ganzheitliches Energiekonzept und eine klar gegliederte Architektur.
Nikolay Kazakov www.kazakov.de
Der weitgehend stützenfreie Baukörper ist in zwei Produktionsbereiche mit jeweils 30 m Spannweite gegliedert. Versetzt angeordnete Ebenen beherbergen das Meisterbüro, Pausen- und Sozialräume, eine 30 m lange Lackierstraße sowie einen Lackspritzstand.
Aufgrund der Einstufung als feuergefährdete Betriebsstätte wurde die Konstruktion in Stahlbetonfertigteilen ausgeführt. Fassaden aus Porenbetonplatten, Holz-Aluminium-Fensterbänder, Sektionaltore und semitransparentes Profilglas prägen die Außenwirkung.
Versetzt angeordnete Oberlichtbänder in der Dachfläche sorgen für eine gleichmäßige, blendfreie natürliche Belichtung und Belüftung. Sämtliche Installationen für Strom, Druckluft, Absaugung, Heizflächen und Beleuchtung liegen innerhalb der Binderebene, sodass ein 5,26 m hoher freier Hallenquerschnitt entsteht. In der Mittelachse trennt eine Systemwandanlage mit großflächiger Verglasung die Handarbeitsplätze akustisch von den Maschinen und verbindet beide Hallenhälften optisch.
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Ausgeklügeltes energetisches Konzept
Das Energiekonzept umfasst eine PV-Anlage mit 832 Solarmodulen (350 kWp) auf der gesamten Dachfläche, die die Halle und angrenzende Gebäude direkt mit Solarstrom versorgt und im Sommerhalbjahr nahezu Autarkie ermöglicht. Produktionsabfälle und Holzreste werden thermisch verwertet und beheizen die nach KfW-Standard Effizienzgebäude 55 EE NWG errichtete Halle.
Überschüssige Wärme wird in ein eigens entwickeltes Nahwärmenetz für umliegende Gebäude eingespeist. Eine tageslicht- und präsenzgesteuerte LED-Beleuchtung sowie Wärmerückgewinnungs-Einrichtungen der technischen Anlagen senken den Energiebedarf.
Maschinenpark und Fertigungsprozesse
Die Fertigung ist auf die Bearbeitung großer Werkstückformate zur Herstellung von Systemwandkomponenten mit Abmessungen von mindestens 3200 x 1350 mm ausgelegt. Der Materialzuschnitt erfolgt über eine vollautomatische Roboter-Plattensäge, die Rohformate bis 5600 x 2100 mm verarbeitet und an ein vollautomatisches Flächenlager angebunden ist.
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Für die Bohr- und Fräsbearbeitung von Akustikelementen, Türblättern, Schrankeinheiten und Sonderanfertigungen mit Werkstückgrößen bis 4200 x 1500 mm steht ein 4-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum zur Verfügung. Die Durchlaufpressen-Anlage ermöglicht die beidseitige Beschichtung von Holzfurnieren und Schichtstoffen bis 3200 x 1500 mm. Furnierstanzen und eine Fugenverleimmaschine ergänzen die Furnierverarbeitung.
Das Oberflächenspektrum umfasst Direktbeschichtungen, Schichtstoffe, Holzfurniere, Farblacke sowie textile Oberflächen aus Filz und Stoff. Das Unternehmen fertigt dabei in einer Kombination aus handwerklicher und industrieller Produktion Losgrößen von einem bis zu tausend Stück.
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Ergänzend stehen Kleinmaschinen für besonders große Werkstücke sowie Handarbeitsplätze mit höhenverstellbaren Arbeitstischen in Formaten bis 3000 x 1000 mm bereit. Ein eigener Bereich für die Schreinerausbildung mit höhenverstellbaren Hobelbank-Arbeitstischen ist integriert.
Mit dem Neubau schafft die feco-Gruppe die räumlichen Voraussetzungen für zukunftsfähige Fertigungsprozesse, reduziert den Energiebedarf durch ressourcenschonende Gebäudetechnik und verbessert die Arbeitsbedingungen für Fachkräfte am Standort Karlsruhe.
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