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KI im Glasbetrieb Interview mit André Löschmann

„Die digitale Assistentin soll den Mitarbeiter entlasten!

André Löschmann, Geschäftsführer von som-software

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André Löschmann, Geschäftsführer von som-software

GW: Herr Löschmann, was war der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Cori?

André Löschmann: Wir haben in vielen Betrieben immer wieder dieselben Beobachtungen gemacht. Eine Kundenanfrage kommt per E-Mail oder PDF ins Haus, die Informationen liegen also längst digital vor. Trotzdem werden sie anschließend von Hand ins ERP-System übertragen. Genau an solchen Stellen setzt Cori an. Die digitale Assistentin erkennt Inhalte aus E-Mails und Dokumenten mittels OCR und kann daraus zum Beispiel automatisch einen Vorgang für ein Angebot oder einen Auftrag anlegen.

GW: Wie verändert sich damit der Umgang mit dem ERP-System?

Löschmann: Der Mitarbeiter muss nicht mehr für jede Fragestellung wissen, in welcher Maske eine Information hinterlegt ist. Er kann Cori einfach in natürlicher Sprache fragen, geschrieben oder gesprochen. Typische Fragen sind „Welche Rechnungen sind noch offen?“ oder „Ist die Ware für Auftrag 4711 eingetroffen?“. Dabei versteht Cori auch Fachbegriffe aus der Glasbranche wie Aufmaß, Kommission, Gestelle, Sprossen, ESG oder Bearbeitungen.

GW: Datenschutz ist bei KI ein sensibles Thema. Wie gehen Sie damit um?

Löschmann: Wir von som software unterscheiden klar zwischen zwei Fällen. Bei Abfragen über Cori verbleiben die Unternehmensdaten und die ermittelten Ergebnisse innerhalb der Systemumgebung des Anwenders. Sie werden nicht an den KI-Dienst übertragen. Werden dagegen eingehende Kundenanfragen oder Dokumente mithilfe von KI verarbeitet, können die dafür erforderlichen Inhalte an den eingesetzten KI-Dienst übermittelt werden. Diese Trennung ist uns wichtig, und sie muss für den Anwender transparent sein.

som-software GmbH

GW: Cori ist auch mobil verfügbar. Warum ist das für Glasbetriebe relevant?

Löschmann: Über unsere Crossplattform-App som.Glas Mobile steht Cori auch auf dem Smartphone zur Verfügung, für iOS und Android. Der Monteur auf der Baustelle, der Kollege beim Aufmaß oder im Wareneingang kann direkt Informationen abrufen und Dokumente hochladen. Das spart den klassischen Anruf im Büro, bei dem ein Kollege den Vorgang öffnen und die Information heraussuchen muss. Gerade wenn mehrere Baustellen parallel laufen, summiert sich dieser Abstimmungsaufwand erheblich.

GW: Vielen Betrieben fehlen qualifizierte Mitarbeiter. Welche Rolle spielt digitale Assistenz vor diesem Hintergrund?

Löschmann: Die Frage ist heute weniger, wie man Menschen durch Technik ersetzt, sondern wie man vorhandene Arbeitszeit sinnvoller nutzt. Viele Tätigkeiten dauern einzeln nur wenige Minuten, in der Summe entsteht daraus aber Arbeitszeit, die an anderer Stelle fehlt. Wenn Cori Routinearbeiten übernimmt oder vereinfacht, gewinnen die Mitarbeiter Zeit für Kundenberatung, Kalkulation, Arbeitsvorbereitung und die Koordination anspruchsvoller Projekte.

GW: Wo sehen Sie die Grenze zwischen digitaler Assistenz und menschlicher Arbeit?

Löschmann: Cori soll den Mitarbeiter entlasten, nicht ersetzen. Erfahrung, fachliche Entscheidungen und der persönliche Kundenkontakt bleiben beim Menschen. Für uns gilt eine einfache Regel: Was bereits digital vorhanden ist, sollte nicht erneut erfasst werden müssen. Und was eine digitale Assistentin übernehmen kann, schafft dem Menschen Zeit für die Aufgaben, bei denen er wirklich gebraucht wird.