„Ich wollte nie das Gleiche machen wie andere!“, antwortet Firmengründer Fortunato Vianello auf die Frage der GW, warum er Unternehmer geworden ist. A ls gelernter Mechaniker mit einer Leidenschaft für Glas, entwickelte Fortunato die ersten Maschinen in einer kleinen Werkstatt.
„Es war am Anfang nicht einfach, aber ich war fest entschlossen und ich hatte eine Portion Glück, aber auch den Antrieb, etwas Neues schaffen zu wollen, und das ist auch heute noch so."
Darüner hinaus hat ihn seine Frau Nadia Davanzo (Mitglied des Verwaltungsrats) immer unterstützt und beraten, und das sei auch heute noch so. Nadia Davanzo: „Für uns hat das Unternehmen immer eine zentrale Rolle gespielt, Forel ist Teil unserer Familie. Wir verbringen praktisch 24 Stunden miteinander."
Matthias Rehberger / GW
„Du musst die Welt erobern“
Unternehmertum sei für ihn immer etwas Persönliches gewesen. Geprägt habe ihn vor allem seine Familie. Als eines von fünf Kindern habe ihm seine Mutter früh mitgegeben: „Wenn du etwas werden willst, musst du die Welt erobern."
Heute blickt Fortunato Vianello zufrieden auf fünf Jahrzehnte zurück.
Matthias Rehberger / GW
Innovationen seien bis heute sein Antrieb geblieben: „Ich mochte es nie, Dinge zu tun, die andere bereits machen. Wenn eine Lösung nicht existiert, muss man sie erfinden. Und so arbeiten wir noch heute, und das schätzen unsere Kunden."
Aus Italien in die Welt
Heute richtet Riccardo Vianello, CEO und Vizepräsident von Forel, den Fokus auf das internationale Wachstum. So wurde z.B. in diesem Jahr mit Forel North europe, eine Niederlassung in Deutschland gegründet. Riccardo sieht seine Aufgabe vor allem in der Weiterentwicklung des Unternehmens. „Es ist wichtig unsere weltweite Präsenz vorantreiben", erklärte er gegenüber der GLASWELT.
Unter anderem war er am Aufbau der US-Niederlassung beteiligt, die später auch als Vorlage für weitere Standorte diente. „Wir sind tief mit Italien verbunden, aber gleichzeitig auch international ausgerichtet."
Neuen Ideen kommen von Menschen
Trotz Automatisierung und technischer Entwicklung stellt die Familie immer wieder die Mitarbeitenden in den Mittelpunkt. „Die Menschen machen den Unterschied", betont Riccardo Vianello. Deshalb investiere Forel bewusst nicht nur in Maschinen und Produktionsflächen, sondern auch in Arbeitsumfeld und Weiterbildung – von gemeinsamen Frühstücks- und Mittagsangeboten über Sport- und Freizeitaktivitäten wie Yoga oder Fitnesskurse bis hin zu einem eigenen Physiotherapeuten in der Firma. Während der Schulferien organisiert Forel zudem Beutreungs-Programme für die Kinder der Mitarbeitenden mit Sportangeboten u.v.m.
Forel
Produktion erweitert, 18 Millionen investiert
Mit der Einweihung der neuen Produktionshalle setzt Forel ein deutliches Signal für weiteres Wachstum. Rund 18 Mio. Euro investierte das Unternehmen in die rund 9000 m2 große Erweiterung, die in einer zweijährigen Bauphase als Anbau an die bestehende Anlage realisiert wurde. Damit will Forel seine Produktionskapazität deutlich steigern und die Lieferzeiten verkürzen.
Bestandteil des Neubaus ist ein Showroom, in dem Maschinen und Anlagen für Interessierte präsentiert werden, zudem dient er als Trainingszentrum für Kunden und deren Mitarbeitende. Für die Produktion plant Forel die Einstellung von bis zu 50 neuen Mitarbeitern.
„Die Erweiterung unseres Standort ist eine sehr konkrete Investition in die Zukunft von Forel", erklärt Riccardo Vianello. „Die Produktionskapazität zu erhöhen, die Organisation der Räume zu verbessern, Lieferzeiten zu beschleunigen und den Empfang unserer Kunden zu stärken bedeutet, Forel in die Lage zu versetzen, noch wirkungsvoller auf einen sich ständig wandelnden Markt zu reagieren."
Vom 2-Mann-Betrieb zum internationen Player
Zusammen mit seinem Bruder Elio gründete Fortunato die Firma Forel (FOREL = FORtunato + ELio) im Jahr 1976. Seit dem entwickelt, fertigt und vertreibt das Unternehmen Maschinen für die Bearbeitung von Flachglas und Isolierglas. Die Produktion erfolgt vollständig in Italien.
Matthias Rehberger / GW
Am Hauptsitz in Roncade arbeiten rund 280 Mitarbeitende, zusammen mit den Tochtergesellschaften beschäftigt das Unternehmen mehr als 300 Personen.
Forel verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Großbritannien, Kanada und den USA sowie über mehr als 20 Vertretungen weltweit und ist in rund 70 Ländern aktiv. Aktuell hält der Hersteller 33 eigene Patente. Im Jahr 2024 erzielte Forel einen Umsatz von 80 Mio. Euro.
Mit der neuen Produktionshalle, einer wachsenden internationalen Präsenz und der 2. Generation an der Spitze sieht sich das Familienunternehmen für die kommenden 50 Jahre gerüstet.
Matthias Rehberger
Forel