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Baugenehmigungen im Mai: Wohnungsbau wächst um fast 25 %

Die deutsche Bauwirtschaft zeigt weitere deutliche Erholungszeichen: Im Mai 2026 genehmigten die Bauaufsichtsbehörden den Bau von 21.000 Wohnungen. Das entspricht einem Anstieg von 25 % oder 4.200 Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Den größten Beitrag zum Wachstum leisteten die Neubauwohnungen mit einem Plus von 30 % auf 18.000 genehmigte Einheiten. Zusätzlich entstehen 3.200 Wohnungen durch Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden – hier lag der Zuwachs bei 2 %.

Alle Neubau-Segmente im Plus

Im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 wurde deutschlandweit der Bau von 105.000 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 15 % oder 14.000 Wohnungen mehr als von Januar bis Mai 2025.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden erhielten von Januar bis Mai 2026 insgesamt 86.000 Wohnungen eine Genehmigung – 17 % oder 12.000 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Besonders stark entwickelten sich Zweifamilienhäuser: Hier stieg die Zahl genehmigter Wohnungen um 22 % auf 6.200 Einheiten. Einfamilienhäuser legten um 13 % auf 20.000 genehmigte Wohnungen zu.

Das zahlenmäßig wichtigste Segment, die Mehrfamilienhäuser, verzeichnete 56.000 Baugenehmigungen – ein Anstieg um 19 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit bleibt diese Gebäudeart die tragende Säule des Wohnungsneubaus.

Nahezu unverändert blieb die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen mit 4.000 Einheiten, was einem minimalen Anstieg von unter 1 % entspricht.

Auch Nichtwohngebäude und Umbau wachsen

Überraschend stark entwickelten sich Wohnungen in neuen Nichtwohngebäuden – etwa Hausmeisterwohnungen in Schulen oder Wohnungen über Gewerbeflächen. Hier stieg die Zahl der Genehmigungen um 27 % auf 1.700 Wohnungen.

Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis Mai 2026 insgesamt 17.000 Wohnungen genehmigt, das waren 9 % oder 1.300 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.

VFF-Prognose für den Neubau bestätigt

Die positiven Genehmigungszahlen bestätigen die Prognose der Branchenverbände: Der Verband Fenster + Fassade (VFF) und der Bundesverband Flachglas hatten für 2026 ein Wachstum des Fenstermarkts um 3 % auf über 13 Millionen Fenstereinheiten vorhergesagt. Insbesondere der Neubaubereich sollte sich nach den schwachen Jahren 2024 und 2025 wieder erholen.

Die aktuellen Genehmigungszahlen zeigen, dass diese Erholung bereits eingesetzt hat. Allerdings machen sich Veränderungen bei den Baugenehmigungen erst mit einem deutlichen Zeitverzug am Markt bemerkbar – in der Regel dauert es ein bis eineinhalb Jahre, bis aus einer Genehmigung tatsächlicher Fensterbedarf wird. Die positiven Signale von heute werden daher erst 2027 und 2028 für spürbare Impulse in der Fensterbranche sorgen.

Für die Fensterbranche bedeutet das nach Jahren der Krise wieder bessere Geschäftsaussichten – allerdings zunächst nur für den Neubausektor. Eine Unbekannte bleibt für den Fenstermarkt die Sanierung, die mit fast 70 % Marktanteil das wichtigste Segment darstellt. Laut VFF-Prognosen wächst 2026 das Sanierungssegment nur um 1,6 % auf 6,75 Millionen Einheiten und bleibt damit deutlich hinter dem notwendigen Tempo zurück.