Der Maschinenbauer Weinig hat sich mit dem Konzernbetriebsrat und der IG Metall auf einen Zukunftstarifvertrag geeinigt. Die Vereinbarung soll die deutschen Standorte des Holzbearbeitungsmaschinen-Herstellers langfristig sichern und wettbewerbsfähiger aufstellen. Im Gegenzug wird die Produktion am Standort Malterdingen zum Jahresende 2026 eingestellt und an bestehende deutsche Produktionsstandorte der Weinig Gruppe verlagert.
Der Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen aus und sieht eine Beteiligung der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg vor. Zudem wurde vereinbart, dass Innovationen aus der Belegschaft gehört werden. Eine ergänzende Konzernbetriebsvereinbarung regelt die betriebliche Umsetzung an den einzelnen Standorten.
"Wir wissen genau, welche Herausforderungen vor uns liegen und welche Schritte jetzt erforderlich sind. Mit dem Zukunftstarifvertrag haben wir die Grundlage geschaffen, die Transformation gemeinsam und konsequent umzusetzen", erklärte Gregor Baumbusch, Vorstandsvorsitzender der Weinig Gruppe.
Malterdingen: Produktion wird verlagert, Service bleibt
Am Standort Malterdingen soll im Zuge der strukturellen Anpassungen nur die Produktion eingestellt werden. Vertrieb, Service und Konstruktion bleiben dort erhalten. Die Produkte bleiben unverändert im Portfolio, sodass Kunden weiterhin auf die gewohnte Qualität und Verlässlichkeit zählen können. Die Weinig Gruppe produziert am Standort Malterdingen insbesondere Maschinen und Systeme für die Massivholzbearbeitung. Dazu zählen beispielsweise Profiliermaschinen, Hobelmaschinen und Zuschnittlösungen.
Rainer Haag, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats, betonte: "Die Beschäftigten leisten mit dieser Vereinbarung einen erheblichen Beitrag zur Zukunft des Unternehmens. Dafür haben wir verbindliche Zusagen erreicht: Keine betriebsbedingten Kündigungen, eine Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg und die Zusage, dass Innovationen aus der Belegschaft gehört werden."
120 Millionen Euro Investitionen in vier Jahren
Mit dem Programm "Transformation 2027" gestaltet die Weinig Gruppe ihre Zukunft aktiv weiter. In den vergangenen vier Jahren investierte das Unternehmen 120 Millionen Euro in moderne Produktionsstätten, Logistik, effiziente Prozesse und ein starkes Portfolio.
Harald Gans, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Tauberbischofsheim, erklärte: "Der Zukunftstarifvertrag verfolgt ein zentrales Ziel: Die verbleibenden Standorte der Weinig Gruppe langfristig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Durch verschiedene Maßnahmen wird ein fairer und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähiger Rahmen geschaffen."
Die Weinig Gruppe ist Weltmarktführer in der Massivholzbearbeitung und beschäftigt weltweit rund 2.420 Mitarbeitende, davon rund 1.600 in Deutschland. Das Unternehmen unterhält Produktions- und Montagestandorte in Deutschland, Österreich, Luxemburg, den USA und China.