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Suppliers Team e.V.

Bauelemente-Zulieferer gründen gemeinsamen Verein

Was als Idee im Jahr 2023 entstand, ist nun institutionalisiert – mit klaren Strukturen und einem durchdachten Konzept für branchenweite Kooperationen.

Die Gründungsversammlung bei der Klaes GmbH & Co. KG in Bad Neuenahr-Ahrweiler verlief zügig und professionell. Unter der Leitung des Vereinsexperten Marvin Lerch wählten die anwesenden Vertreter einstimmig den neuen Vorstand und verabschiedeten die Satzung. Mit Jens Johanni (Klaes) als Vorsitzendem, Robin Titzkus (alumar) als stellvertretendem Vorsitzenden, Bernd Schneider (Rotox) als Schatzmeister und Claudia Max-Heine (Range+Heine) als Schriftführerin steht das Führungsteam fest.

Branchenübergreifende Zusammenarbeit im Fokus

Der Verein versteht sich als Plattform für alle Bereiche der Fensterbranche. „Wir möchten gemeinsame Lösungen schaffen im Zusammenhang mit Digitalisierung, Schnittstellen zwischen Holz, Beschlag und Farbe und mehr", erläuterte Thomas Verhoeven (Regel-air) die Vereinsziele. Das Spektrum der Gründungsmitglieder spiegelt diese Ausrichtung wider: Von Profilherstellern wie profine und Gutmann über Beschlagspezialisten wie Gretsch-Unitas bis hin zu Software-Anbietern wie Klaes und Maschinenherstellern wie Weinig sind alle relevanten Bereiche vertreten.

Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der vertretenen Materialien und Technologien. Neben Playern wie Abel Metallsysteme, Remmers und SFS Group sind auch spezialisierte Anbieter wie Digital Building Solutions, Flachglas Sachsen und Zuani Deutschland mit an Bord. Diese Breite ermöglicht es, komplexe Projekte ganzheitlich anzugehen.

Mitgliedschaft: Anwesende werden Gründungsmitglieder

Bei der Vereinsgründung. Im Vordergrund: Jens Johanni

Daniel Mund / GW

Bei der Vereinsgründung. Im Vordergrund: Jens Johanni

Wichtig für die weitere Entwicklung: Nur die 16 am Gründungstag anwesenden Unternehmensvertreter sind automatisch Vereinsmitglieder geworden. Unternehmen, die zwar Interesse bekundet, aber an der Gründungsversammlung nicht teilgenommen haben, müssen nun einen regulären Mitgliedsantrag stellen. „Die am heutigen Tag fehlenden Unternehmen müssen jetzt den Antrag zur Vereinsmitgliedschaft ausfüllen", stellte Vorsitzender Jens Johanni klar.

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 1.000 Euro pro Unternehmen und Jahr festgelegt. Zugangsvoraussetzung ist eine Mindestgröße von neun Vollzeit-Mitarbeitern. Diese Kriterien sollen sicherstellen, dass nur etablierte Unternehmen mit entsprechender Leistungsfähigkeit dem Verein beitreten.

Ausschüsse als Arbeitsebene

Die eigentliche Arbeit soll in thematischen Ausschüssen stattfinden. „Es gibt einen Ausschuss, der sich mit dem Thema Kunststoff beschäftigt, dann gibt es einen Ausschuss für Holz und einen für Dichtung", konkretisierte Johanni die Struktur. Auch wird es eine Arbeitsgruppe rund um das Thema Abdichtung geben: Hier wird Udo Walterscheid von Kontex Bausysteme koordinativ aktiv werden. Claudia Max-Heine hat bereits mit der Holzgruppe begonnen, während Frank Eigenrauch (profine) die Kunststoffgruppe formieren will.

Digitale Plattform für den Austausch

Ein zentraler Baustein der Vereinsarbeit ist die bereits existierende Internetpräsenz. „Auf unserer Internetseite haben wir einen internen Bereich, wo die Arbeitsgruppen sich bilden, sich verabreden, sich austauschen", erklärte Oliver Krause (Gutmann) das Konzept. Dieser digitale Marktplatz soll es ermöglichen, dass sich Mitglieder zu konkreten Kundenproblemen zusammenfinden und gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Die Plattform dient auch als Dokumentationszentrum für die Ausschussarbeit. Aktivitäten werden dort hinterlegt, sodass Transparenz und Nachvollziehbarkeit gewährleistet sind. „Wenn jetzt zum Beispiel ein Kunde mit einem Problem auf uns zukommt, dann kann er gleich eine Gruppe aufmachen", beschreibt Krause den praktischen Nutzen.

Offenheit trotz Wettbewerb

Eine der spannendsten Diskussionen drehte sich um die Frage des Wettbewerbsausschlusses. Der Verein hat sich bewusst für Offenheit entschieden, stellte Johanni klar. Diese Haltung wird auch bei mehreren Anbietern derselben Produktkategorie beibehalten – so sind beispielsweise bereits zwei Werkzeughersteller und zwei Farbenhersteller vertreten.

„Ich muss mich als normale Firma nicht vom Mitbewerber verstecken", argumentierte Johanni. „Wenn ich nicht meine Leistung in den Vordergrund stelle, das mache ich doch auch auf der Fensterbau, da stehen wir doch auch in der gleichen Halle wie unsere Mitbewerber."

Compliance-Regeln und klare Grenzen

Gleichzeitig sind sich die Vereinsmitglieder der Compliance-Anforderungen bewusst. Diese orientieren sich an bewährten Branchenstandards, wie sie beispielsweise auch bei Händlervereinigungen wie der EDE oder bei Verarbeiterverbänden wie dem VFF gelten.

Über Preise oder Konditionen wird grundsätzlich nicht gesprochen. „Keine Angst, da wird keiner über seine Konditionen sprechen", versicherte Johanni gegenüber der GW. Der Fokus liegt ausschließlich auf technischen und produktbezogenen Themen.

Erste Erfolge bereits sichtbar

Daniel Mund / GW

Bemerkenswert ist, dass der Verein bereits vor seiner offiziellen Gründung erste Projekte realisieren konnte. „Aus dem ersten Treffen haben wir schon ein paar Projekte gemacht, die schon fertig sind", berichtete Johanni stolz. So entstanden bereits Kooperationen zwischen Klaes und Regel-air, mit alumar sowie mit Gretsch-Unitas. Auch gemeinsame Messestände wurden realisiert.

Diese frühen Erfolge unterstreichen das Potenzial des Konzepts und zeigen, dass die Branche bereit ist für neue Formen der Zusammenarbeit.

Ausblick: Arbeitsgruppen und Jahrestreffen geplant

Jens Johanni von der Klaes GmbH & Co. KG gehört zu den Initiatoren im Suppliers Team.

Kober / Book Your Video

Jens Johanni von der Klaes GmbH & Co. KG gehört zu den Initiatoren im Suppliers Team.

Nach der erfolgreichen Vereinsgründung stehen nun die nächsten Schritte fest: Die Arbeitsgruppen werden formiert und sollen zeitnah ihre Tätigkeit aufnehmen. Parallel dazu werden praktische Aufgaben abgearbeitet – Bankkonto eröffnen, Briefkastenadresse einrichten, Mitgliedsanträge für die Website erstellen.

Ein jährliches Vereinstreffen ist bereits vereinbart. Diese Veranstaltungen sollen – wie schon in der Vergangenheit – mit Fachvorträgen und Firmenbesichtigungen kombiniert werden, um den Austausch zu fördern und neue Impulse zu setzen.

Die Vereinsmitglieder zeigten sich optimistisch, dass sie mit ihrer Initiative einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Branche leisten können. „Wir wollen halt was schaffen, dass wir uns austauschen, uns unterstützen", brachte Krause die Grundidee auf den Punkt.

Mit 27 Unternehmen, die schon dabei sind oder noch bald eintreten wollen und einem durchdachten Konzept hat das Suppliers Team e.V. das Potenzial, die Zusammenarbeit in der Fensterbranche nachhaltig zu verbessern. Die Kombination aus bewährten Vereinsstrukturen und modernen digitalen Kommunikationswegen könnte dabei Maßstäbe setzen.

Die Eintragung ins Vereinsregister wird in den kommenden Wochen erfolgen. Interessierte Unternehmen können sich über die Website des Suppliers Team informieren.

Chefredakteur Daniel Mund
Was sich über zwei Jahre als lockere Gruppe formiert hatte, hat sich heute in einer festen Struktur gefestigt. Die Aufbruchstimmung ist deutlich spürbar – und das genau zum richtigen Zeitpunkt, kurz vor der Fensterbau Frontale. Jetzt gilt es, die gesetzten Intentionen in die Praxis umzusetzen, das Supplying mit Leben zu füllen und die Satzung mit Inhalt zu beleben. Der Verein hat das Potenzial, zu einer festen Größe zu werden.