GW – Herr Frank, Herr Muller – wir sprechen uns am letzten Messetag: Mit welchem Gefühl gehen Sie aus dieser Fensterbau Frontale 2026 heraus?
Wieland Frank – Zufrieden, auf jeden Fall zuversichtlich. Die Besucherzahl und Kontaktqualität war aus nochmals besser als vor zwei Jahren.
Guy Muller – Die ganze Branche trifft sich hier in Nürnberg. Jeder freut sich, neue Kontakte knüpfen zu können und neue Produkte zu sehen. Das stand effektiv im Vordergrund auf unserem Messestand. Der Fokus lag aber vor allem auf unseren Innovationen, auf unseren Highlights.
GW – Die Branche steht unter Druck – und jetzt kommen neue Energiepreisentwicklungen hinzu. Spüren Sie eher Vorsicht oder dennoch Aufbruch?
Frank – Wir sind in die Messe gestartet mit der berechtigten Erwartung, dass 2026 wieder ein Aufschwung zu erwarten ist. Jetzt wird viel über höhere Preise und die Inflation gesprochen, auch hier auf der Messe. Da kann man wieder ins Nachdenken kommen.
Muller – Ich glaube, die Energiepreise und die Gaspreise werden über einen längeren Zeitraum höher sein. Mit diesem Niveau müssen wir jetzt umgehen. Die Baugenehmigungszahlen in Deutschland sind zwar auch gestiegen, aber aktuell müssen wir damit rechnen, dass die Umsetzung stagniert.
Frank – Unsicherheit plus Preissteigerung, das ist ganz schlecht für unser Umfeld – schließlich agieren wir in einer Branche, bei der es um Investitionen geht und nicht um Konsum. Investitionsentscheidungen kann man auch wieder verschieben. Aber: Der Bedarf ist ja grundsätzlich da. Die Rahmenbedingungen sind aber nicht förderlich.
GW – Mit ALU XT zeigen Sie hier auf der Messe eine ganz neue Beschlaggeneration für Aluminiumfenster – was ist die eine Eigenschaft, die Verarbeiter sofort überzeugen wird?
Muller – Mit unserem ALU XT-Beschlag lässt sich ein Fenster deutlich schneller fertigen. Das kann bis zu 40 Prozent weniger Zeit ausmachen – und unsere Kunden werten das als einen Riesenschritt. Das Produkt wurde konzipiert für Metallbauer, die mit dem gleichen Problem konfrontiert sind wie wir alle: Die Arbeitskraft ist in der Menge und in der Kompetenz limitiert. Unser Beschlag ist besonders einfach zu montieren.
Frank – Der Zuspruch für das Produkt ist groß. Zumindest mal, wenn man sieht, was an positivem Feedback auch von den Systemgebern gekommen ist. Da haben wir etwas Gutes gemacht. Wir haben auch eine hervorragende Kommunikationskampagne realisiert. Jetzt geht es darum, die Anfragen umzusetzen.
GW – Ist „einfachere Montage“ inzwischen wichtiger als die letzte technische Optimierung eines Beschlages?
Muller – Wir legen Wert auf die Sicherheit, auf die Leichtgängigkeit, auf das Design, auf die Montage. Die neue Beschlaggeneration ALU XT- bringt all diese Features mit. Jetzt haben wir den Kommunikationsfokus auf die Montage gelegt, um zu demonstrieren, wie viel schneller sich damit ein Aluminiumfenster bauen lässt. Aber der Beschlag hat auch alle anderen positiven Eigenschaften: Er ist besonders sicher, leichtgängig und vom Design ansprechend.
Frank – Und das ist kein Zufall, schließlich haben wir ja den Markt analysiert: Wo sind denn die Probleme aktuell? Wenn man mit den Systemgebern oder den Metallbauern spricht, kommt man sehr schnell zum Thema Effizienz. Die etablierten Beschläge sind zu kompliziert und aufwendig zu montieren. Der ALU XT ist also das Ergebnis einer intensiven, kundennahen Marktanalyse.
Digitalisierung: Matter und die Zukunft der Vernetzung
Siegenia
GW – Sie treiben auch hier auf der Messe die Aspekte Smart Home und Vernetzung: Wer wird Ihrer Meinung nach in diesem Thema die Schnittstelle zum Kunden besetzen – Fensterbauer, Plattformanbieter oder ganz andere Player?
Muller – Ich sehe das so: Verarbeiter glauben vielleicht, die dafür nötige Kompetenz nicht zu haben. Aber wir vermitteln ihnen gerne die Kompetenz, dafür sind wir auch da.
Frank – Wir haben in unserem Messe-Showroom bereits über 400 Kunden begrüßt, die sich für unsere Zentralsteuerung interessiert haben. Besonders die geführten Präsentationen zu ‚Next Level Smart‘ stoßen auf großes Interesse. Im Vergleich zu vor zwei Jahren sehen wir eine deutlich gestiegene Nachfrage nach intelligent vernetzten Lösungen – insbesondere rund um Matter-basierte Szenarien und die zentrale Steuerung im Gebäude. Die Nachfrage, so etwas auch in die eigenen Darstellungsmöglichkeiten zu integrieren, ist deutlich vorhanden.
GW – Wenn wir uns in zwei Jahren auf der Frontale wiedertreffen: Was wird sich bis dahin grundlegend verändert haben?
Muller – Ich glaube, dass der Prozess der Konzentration in unserer Branche weiter voranschreitet. Man sieht in den letzten Jahren dazu passend, dass einzelne Betriebe auch massiv gewachsen sind. Wir glauben, der Trend wird weitergehen.
GW – Was gibt Ihnen aktuell Zuversicht?
Frank – Leidenschaft ist für mich total wichtig. Es ist eine permanente Aufgabe, Leidenschaft vorzuleben und zu fördern. Und wenn man bei uns auf den Stand kommt, kann man klar erkennen, dass alles zusammenspielt. Dieser Messeauftritt macht ganz viel für die gesamte Mannschaft. Und die Kunden spüren und schätzen das.