Auf der BAU 2027 teilen sich sechs Marken 195 m². Thomas Verhoeven (Regel-air) und Oliver Krause (Gutmann) erklären, warum das für alle Beteiligten aufgeht und warum diese Firmen-Konstellation perfekt ist.
2025 war es noch eine spontane Idee: Gutmann rückte auf den Stand von Regel-air – und am Ende war genau diese Ecke ein wichtiger Treffpunkt der Fensterbranche auf der BAU. Für 2027 gehen die beiden einen Schritt weiter: Auf 195 m² teilen sich künftig sechs Marken einen Gemeinschaftsstand. Thomas Verhoeven, Geschäftsführer von Regel-air, und Oliver Krause, Vertriebsleiter Deutschland bei Gutmann, berichten im Gespräch, wie das Konzept erfolgreich wird.
Daniel Mund / GW
Im Gespräch: GW-CR Daniel Mund im Team-Meeting mit Oliver Krause (r.) und Thomas Verhoeven (u.)
GW – Regel-air und Gutmann standen bereits 2025 gemeinsam auf einem Messestand auf der BAU. Was hat euch an diesem ersten Auftritt so gut gefallen, dass ihr das Konzept jetzt deutlich ausbaut?
Oliver Krause – Das war 2025 eine ziemlich spontane Sache. Gutmann hatte sich schon länger entschieden, in München nicht als eigener Aussteller anzutreten. Ich fand es aber schade, dass wir uns dort gar nicht zeigen konnten. Also habe ich Thomas angerufen und gefragt, ob er uns mit auf seinen Stand lässt. Der Rest ist Geschichte. Am Ende hat uns der Erfolg komplett recht gegeben: Regel-air hatte Kunden am Stand, mit denen sie nur durch uns in Berührung gekommen sind – und umgekehrt genauso. Und natürlich war und ist das auch ein Kostenfaktor.
GW – Sechs Marken, die inhaltlich erst einmal wenig miteinander zu tun haben. Fenstersystemgeber, Lüftung, Abdichtung, Befestigung, Türfüllungen. Wo ist die Klammer auf dem Messestand?
Thomas Verhoeven – Bei uns bekommt der Besucher von allem etwas. Wir beliefern alle dieselbe Branche. Wenn du dann einen Anlaufpunkt hast, an dem du zentral viele Informationen einsammeln kannst, funktioniert das richtig gut. So entsteht ein Ort, an dem man sich vernünftig austauscht und auch wirklich etwas mitnimmt.
Oliver Krause – Und zwar nicht nur Fenster- und Türenbauer – egal, welches Material sie verarbeiten –, sondern auch Architekten, Planer und vielleicht sogar Sachverständige. Die denken sich: Hier kann ich über Befestigung, Abdichtung und Füllungen reden – über alle Themen an einem Platz. Das Schöne ist: Wir stehen nicht im Wettbewerb, wir berühren uns nur. Der Lüfter kann im Gutmann-Fenster stecken, die Fensterbank muss abgedichtet und befestigt werden, und beim Thema Absturzsicherung sind wir sowieso alle dabei.
Wir stehen nicht im Wettbewerb, wir berühren uns nur!
GW – Wie sieht der Stand konkret aus?
Thomas Verhoeven – Jeder Aussteller bekommt eine drei Meter lange Wand, die er von beiden Seiten bespielen kann. Das Schöne ist: Ich kann einen Lüfter bei Deceuninck einbauen und die Fenster werden mit Schrauben von SFS befestigt – so entstehen Kombinationen. Wir haben viel Wert auf Austauschmöglichkeiten gelegt, also auf viele Sitzplätze. Dazu kommt das Konzept, das wir schon immer verfolgt haben: Kühlschränke zur Selbstbedienung, jeder zieht sich seinen Kaffee selbst. Das lockert die Atmosphäre auf.
Oliver Krause – An drei Säulen stehen jeweils zwei thematisch nahe Firmen zusammen: Kontex und SFS haben gemeinsame Themen, Obuk und Deceuninck arbeiten schon länger erfolgreich zusammen, Gutmann und Regel-air sind ohnehin ein perfektes Match. Darüber steht groß unser Slogan: „Gemeinsam stark für die Branche – sechs Marken, ein Versprechen: Lösungen rund um Fenster und Türen.“ Im Kern wollen wir ein Ort der Begegnung sein.
GW – Was spart ihr dadurch?
Oliver Krause – Bei den Kosten fällt hinten eine Null weg. Personal sparst du automatisch, weil die Fläche kleiner ist. Wir haben uns darauf geeinigt, dass pro Firma maximal fünf Personen Standdienst machen.
Thomas Verhoeven – Verallgemeinern kann man das nicht, aber ich komme mit rund einem Drittel der sonstigen Kosten aus und bin trotzdem präsent. Genau das war uns wichtig.
GW – Herr Verhoeven, welche Zielgruppe wollen Sie 2027 auf der BAU gezielt erreichen?
Thomas Verhoeven – Auf der BAU sind das ganz klar Wohnungsbaugesellschaften, Architekturbüros und Investoren. Genau bei dieser Gruppe lässt sich der Messeerfolg aber nur schwer messen. Wir sehen allerdings die Wirkung: Mit unserem neuen Produkt sind wir in wahnsinnig vielen Ausschreibungstexten vertreten, so schnell hat das bei uns noch nie ein Produkt geschafft. Das zeigt, dass unsere Kommunikation der letzten Jahre funktioniert – nicht nur über Messen, sondern auch digital und über die Presse. Im Bereich Lüftung haben wir einen richtig guten Namen.
Entscheidend ist die Performance des Lieferanten – und damit meine ich nicht nur Lieferperformance, sondern auch Beratungsperformance.
Regel-air
GW – Wann sagt ihr im Frühjahr 2027: Das war mehr als nur ein effizient organisierter Messeauftritt, das war besser als erhofft?
Oliver Krause – Wir werden keinen Counter aufstellen, um zu zählen, wie viele Kunden kamen und wie viele Neukunden wir gewonnen haben. Das Gesamtpaket muss passen, die Kunden und Besucher müssen zufrieden sein. 2025 sind wir völlig ohne Erwartungshaltung losgelaufen und haben anschließend enormes Feedback von Kunden, von Lieferanten und sogar von Wettbewerbern erhalten. Selbst die Skeptiker haben im Nachhinein gesagt, es sei die beste Entscheidung gewesen, die wir treffen konnten. Wenn es wie beim letzten Mal läuft, Hand in Hand, und die Kunden sich gut aufgehoben fühlen, dann ist das schon ein Erfolg.
GW – Denken wir eine Messe weiter: Könnte der Gemeinschaftsstand 2029 noch größer werden?
Oliver Krause – Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass das Konzept aufgeht. Ich rechne damit, dass wir 2029 über eine noch größere Fläche mit noch mehr Firmen sprechen. Mittelfristig können solche Konzepte für die Messe sogar eine Überlebenschance sein.
GW – Letzte Frage: Messepartys gibt es in München ja nicht. Wie verlängert ihr das Messegespräch in den Abend?
Thomas Verhoeven – Wir machen es wie vor zwei Jahren: Wir reservieren jeden Abend in einem Restaurant einige Plätze und laden tagesaktuell dazu ein. Und dann lassen wir die Abende auf uns zukommen. Das ist die Botschaft insgesamt: Gemeinsam statt einsam, ein Meet-and-Greet-Stand. Sechs Firmen, bei denen man sich rund um Fenster und Türen umfassend informieren kann. Alles andere sehen wir dann.
Wer am Gemeinschaftsstand beteiligt ist
Sechs Marken, ein Versprechen: Auf 195 m² in Halle C4, Stand 411 bündeln diese Partner auf der BAU in München Lösungen rund um Fenster und Türen.
Regel-air – Spezialist für Fensterfalzlüfter und damit für die nutzerunabhängige Grundlüftung, die sich direkt ins Fenster integrieren lässt. www.regel-air.de
Gutmann – Systemgeber für Aluminium: Fassaden, Türen – unter anderem die neue Brandschutztür mit Nullschwelle – sowie Fensterbänke und Alu-Schalen für Kunststoff- und Holzfenster. www.gutmann.de
Deceuninck – Hersteller von Kunststoff-Profilsystemen für Fenster und Türen, inklusive Haustürlösungen. www.deceuninck-deutschland.de
Kontex – Experten für die Bauanschlussfuge: Abdichtungslösungen rund um den fachgerechten Fenstereinbau. www.kontex-bausysteme.de
SFS – Befestigungstechnik für Fenster und Türen, von der Montageschraube bis zum System für die Absturzsicherung. https://de.sfs.com
Obuk – Hersteller von Haustürfüllungen und damit Partner für Gestaltung, Dämmwerte und Sicherheit an der Eingangstür. www.obuk.de
Chefredakteur Daniel Mund
Das komplette Interview mit Thomas Verhoeven und Oliver Krause – unter anderem dazu, wie sie mit Wettbewerbsüberschneidungen zwischen den Partnern umgehen und warum es bis zur finalen Standlösung kein gerader Weg war – lesen Sie in der November-Ausgabe der GW.