Die Diskussion um optimale Luftvolumenströme in Wohnräumen gewinnt an Schärfe. Während die einen vor zu hohen Luftmengen und Komforteinbußen warnen, betonen andere die Notwendigkeit ausreichender Frischluft. Rainer Venhoven, Energieberater und Leiter der Systemberatung bei Regel-air Becks, bringt eine differenzierte Sichtweise in die Debatte ein.
„Einzelwerte sind immer nur Momentaufnahmen", erklärt Venhoven. „Ein definierter Luftvolumenstrom bei einem Prüfdruck sagt zunächst wenig darüber aus, wie sich ein Raum im realen Betrieb anfühlt." Entscheidend seien Raumgröße, Nutzung, Temperatur, Luftfeuchte, Belegung und die Druckverhältnisse am Gebäude.
Winddruckverhalten als Schlüsselkriterium
Besonders relevant sei das Verhalten eines Lüftungssystems bei hohen Winddrücken. „Genau dort zeigt sich, ob ein System Zugerscheinungen vermeidet oder ob kurzfristige Windböen zu stark erhöhten Luftmengen führen", so der Experte. Als Beispiel führt er den FFL-smart seines Unternehmens an: Der Luftvolumenstrom steige selbst bei 100 Pa nur minimal von 16,1 auf 16,7 m³/h. Andere Systeme erreichten bei 100 Pa dagegen 30 m³/h oder sogar über 100 m³/h – „solche Werte können in der Praxis zu deutlichen Komforteinbußen führen."
Auf die Frage, ob mehr Frischluft automatisch unbehaglich sei, antwortet Venhoven: „Nein. Zu wenig Luft führt zu steigenden CO₂-Werten und Feuchtigkeit – lange bevor Sauerstoffmangel ein Thema wird. Zu viel unkontrollierte Außenluft kann dagegen Zugerscheinungen verursachen." Die entscheidende Frage sei nicht „viel oder wenig Luft", sondern „kontrolliert oder unkontrolliert".
Schallschutz durch gezielte Luftführung
Der FFL-smart kombiniert nach Herstellerangaben hohe Luftvolumenströme mit Schallschutzwerten bis Klasse 5. Möglich werde dies durch eine gezielte Luftführung und präzise mechanische Regelung. „Der FFL-smart ist kein einfaches Loch im Fenster, sondern ein volumenstromabhängig regelnder Fensterfalzlüfter", betont Venhoven.
Für den Schallschutz sei die konstruktive Gestaltung des Luftweges entscheidend. „Man darf die Öffnung nicht einfach verkleinern, sonst fehlt die Luftmenge. Stattdessen muss der Strömungsweg so gestaltet sein, dass Schallbrücken unterbrochen werden und die akustische Wirkung des Fensters erhalten bleibt."
Dichtheit und Lüftung als Einheit
Moderne Energie- und Lüftungskonzepte sieht Venhoven nicht im Widerspruch zu Fensterfalzlüftern. Ein häufiger Irrtum sei, dass ein Fensterfalzlüfter permanent große Luftmengen einströmen lasse. „Genau das verhindert die Klappenregelung. Der Luftstrom wird nur so weit geöffnet, wie es die Drucksituation erlaubt."
Dichtheit und Lüftung seien keine Gegensätze, sondern „zwei Seiten derselben Medaille". Ein System wie der FFL-smart ermögliche eine dichte Gebäudehülle und gleichzeitig eine bedarfsgerechte, natürliche Grundlüftung. Darüber hinaus biete Regel-air Lüftungssysteme an, bei denen der Nutzer den Luftvolumenstrom individuell an seinen jeweiligen Bedarf anpassen könne.