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Starke Bilanz im schwachen Markt: IFN wächst gegen den Trend

Die IFN-Gruppe hat sich erfolgreich gegen die anhaltende Baukrise gestemmt und konnte 2025 bereinigt um Portfolioänderungen ein Wachstum von 2% erzielen. Der Umsatz lag bei 799 Mio. Euro, das EBIT stieg um 8% auf 24 Mio. Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 61% und einer Nettoliquidität von rund 110 Mio. Euro steht der Konzern schuldenfrei da und bereitet weitere Expansionsschritte vor.

"Wir sehen erste positive Signale im Markt, allerdings mit sehr großen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern. Genau deshalb ist unsere breite internationale Aufstellung heute wichtiger denn je", erläuterte Miteigentümer Christian Klinger auf der Pressekonferenz. Die Diversifikation innerhalb Europas helfe dabei, Marktschwankungen besser auszugleichen.

Neuffer wächst um 26%, Internorm schrumpft um 5%

Besonders dynamisch entwickelte sich das digitale Geschäft: Der deutsche Online-Bauelementehändler Neuffer konnte mit rund 26% wachsen und baut seine starke Position im Online-Vertrieb konsequent weiter aus. "Auch die Ertragslage macht uns glücklich", so die Einschätzung aus dem Management auf die Nachfrage der GW.

Internorm hingegen musste einen Umsatzrückgang von 5% hinnehmen – "für die IFN ein schwerer Schlag", wie intern eingeräumt wurde. Das Unternehmen konnte jedoch sein Ergebnis in einem negativen Marktumfeld durch seine starke Positionierung im Sanierungssegment sowie im Premiumbereich stabilisieren.

Weitere positive Entwicklungen zeigten HSF mit 11% Wachstum in den Kernmärkten, Sonnenschutzspezialist Schlotterer mit 7% Plus und der dänische Spezialist Kastrup mit 14% Zuwachs. Die Skanva Group schloss mit -11% ab, das finnische Unternehmen Skaala blieb ebenfalls leicht rückläufig.

Neuorganisation und M&A-Pläne in Vorbereitung

"Wir müssen uns besser bündeln, wo macht es Sinn, gemeinschaftlich zu arbeiten. Wir werden aber kein zentral geführter Konzern sein", kündigte Finanzvorständin IFN-Holding AG eine Neuorganisation an. Details zur personellen Basis oder zum Gefüge der Tochterunternehmen wurden aber nicht preisgegeben.

Klinger deutete größere Expansionspläne an: "Es gibt 1,2,3 größere Konzerne, die bereits auf Einkaufstour waren, und jetzt setzen auch wir uns mit Ländern auseinander, wo wir konkret M&A stattfinden lassen." Neben Akquisitionen wolle man auch organisch weiter wachsen. "Wir sind dabei, unsere gesamte Strategie neu aufzustellen", so Klinger, ohne weitere Details zu verraten.

Antizyklische Investitionen trotz Marktflaute

Trotz des schwierigen Marktumfelds investiert IFN weiter: 2025 belief sich das Investitionsvolumen auf 28 Mio. Euro, für 2026 sind rund 41,5 Mio. Euro in die Weiterentwicklung von Standorten, Innovationen und Zukunftstechnologien geplant.

"Wir investieren bewusst antizyklisch. Gerade jetzt schaffen wir die Voraussetzungen dafür, um von einer zukünftigen Markterholung profitieren zu können", erklärte Finanzvorständin Barbara Desl. "Unsere starke Eigenkapitalbasis und die hohe Liquidität ermöglichen es uns, langfristig zu denken und strategisch zu expandieren."

Sanierungsgeschäft als Wachstumstreiber

Die schwache Neubautätigkeit bleibt die größte Herausforderung der Branche. Deutschland wird laut Prognosen einen Rückgang der Wohnungsfertigstellungen von rund 15% zwischen 2024 und 2028 verzeichnen. Österreich liegt ebenfalls deutlich unter früheren Neubauzahlen.

Gleichzeitig entwickelt sich die thermische Sanierung zunehmend zum wichtigsten Wachstumstreiber. "Unsere Produkte schaffen sofort wirksame Lösungen – für geringeren Energieverbrauch, niedrigere Energiekosten und mehr Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen", betonte Klinger.

Die IFN-Gruppe beschäftigt europaweit weiterhin knapp 4.000 Mitarbeitende – ein leichter Abbau wurde vorgenommen, die Beschäftigung im Kern aber stabil gehalten. In den vergangenen fünf Jahren investierte IFN rund 240 Millionen Euro in Standorte und Produktion.

Chefredakteur Daniel Mund
IFN hat viel vor, verrät aber noch keine Details – so lässt sich die heutige Pressekonferenz des Fensternetzwerks zusammenfassen. Tatsache ist: Dank der besonderen Diversifikation des Netzwerkes kann auch eine Schwächephase von Internorm gut verkraftet werden. Spannend wird es im Jahresverlauf. Die Branche darf damit rechnen, noch einige Akquisitionen oder eine bedeutende Übernahme durch die IFN zu sehen.

GW