Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Wald, Fenster, Klimaschutz: ProHolzfenster erklärt CO₂-Speicher-Effekt

Der Bundesverband ProHolzfenster hat ein neues Info-Sheet zur Klimawirkung von Holzfenstern veröffentlicht. Das Dokument erklärt den sogenannten "Dreifach-Effekt" des Materials: Waldverjüngung durch nachhaltige Bewirtschaftung, langfristige CO₂-Speicherung in den Fenstern und Substitution CO₂-intensiverer Materialien.

"Wenn Deutschland seine Klimaziele ernst nimmt, muss Nachhaltigkeit stärker in der Bauwirtschaft verankert werden. Der Gebäudesektor ist einer der größten Hebel überhaupt", sagt Eduard Appelhans, Vorsitzender des Bundesverbands ProHolzfenster. "Holz- und Holz-Alu-Fenster verbinden hohe technische Qualität mit einer positiven Klimabilanz. Sie speichern Kohlenstoff über Jahrzehnte und tragen dazu bei, den CO₂-Fußabdruck zu senken."

Fünf Millionen Tonnen CO₂ jährlich gespeichert

Laut Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat werden durch den anwachsenden Produktspeicher aus heimisch geerntetem Holz jährlich rund fünf Millionen Tonnen mehr Kohlendioxid aufgenommen, als am Ende des Lebenszyklus wieder freigesetzt werden. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von rund 4,6 Millionen Privathaushalten in Deutschland.

"Diese Zahlen zeigen sehr deutlich, dass Holzprodukte eine reale klimapolitische Wirkung entfalten", sagt Appelhans. "Wer über klimafreundliches Bauen spricht, darf die Speicherleistung des Materials nicht ausblenden."

Waldverjüngung steigert CO₂-Aufnahme

Der Verband betont, dass nachhaltige Holznutzung und Waldschutz keine Gegensätze sind. Durch verantwortungsvolle Bewirtschaftung und gezielte Holzernte wird die Naturverjüngung gefördert, und junge, wachsende Bäume nehmen besonders viel CO₂ auf. Holz- und Holz-Alu-Fenster speichern den im Baum gebundenen Kohlenstoff anschließend über Jahrzehnte.

Die Lebensdauer von Holzfenstern beträgt laut Info-Sheet 50 bis 100 Jahre – in geschützten Einbausituationen sogar länger. Am Ende der Nutzungsdauer kann das Holz noch energetisch genutzt werden, wobei das freigesetzte CO₂ von nachwachsenden Bäumen wieder aufgenommen wird.

Hintergrund: Deutschland verfehlt Klimaziele erneut

Anlass für die Veröffentlichung ist die aktuelle Klimaschutz-Debatte. Der "Expertenrat für Klimafragen" hat erst vor wenigen Tagen deutlich gemacht, dass die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung nicht ausreichen, um die gesetzlich verankerten Klimaschutzziele sicher zu erreichen. Besonders problematisch ist der Gebäudesektor, der trotz aller politischen Ankündigungen weiterhin zu den größten CO₂-Verursachern des Landes gehört.

Die Diskussion um klimaneutrales Bauen konzentriert sich häufig auf Heizsysteme, Dämmstandards oder Energieverbrauch im Betrieb. Deutlich seltener wird über die Klimawirkung der eingesetzten Materialien gesprochen – obwohl gerade hier erhebliche Potenziale liegen.

Deutschlands Wälder wachsen jährlich um 101,5 Millionen Kubikmeter Holz – das ist mehr, als genutzt wird. Die europäischen Holzvorräte sind seit 1990 um 42 % gewachsen.

Das Info-Sheet steht auf der Verbandswebsite zum kostenfreien Download zur Verfügung.