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Auf Spurensuche: Die Glasbruch-Detektive im Einsatz

Thermische Glasbrüche (01)

Die Gründe für thermische Sprünge bzw. die sie auslösenden Temperaturdifferenzen können durch lokale Aufheizung von Teilbereichen der Scheibe entstehen. Dies kann z. B. durch dunkle Möbel (nahe am Glas) oder sonstige in zu geringem Abstand hinter den Verglasungssystemen angeordneten Materialien, Schlagschatten sowie aufgeklebte Bilder oder Glasbemalungen mit dunklen Farben verursacht werden.

Auch ein Wärmestau zwischen Vorhängen/innen liegendem Sonnenschutz und der Scheibe kann zum Bruch führen, ebenso breite, dunkle Sprossen im SZR von Isolierglas. Die nachfolgende Tabelle zeigt unterschiedliche thermische Sprünge und ihre Auslöser.

Bei einem thermisch bedingten Bruch sucht der Sprung – immer von der Glaskante aus kommend – den Weg zu der jeweiligen Kalt- oder Warmzone der Scheibe. „Ideal“ thermisch verursachte Sprünge verlaufen entlang des geringsten Widerstands, d. h. dem kürzesten Weg zur Kalt-Warmzone, ab welcher sich ein deutlicher Richtungswechsel einstellt. Typisch und immer eindeutig erkennbar sind hierbei der rechtwinklige Einlauf sowie der rechtwinklige Durchlauf des Sprungs.

Der weitere Verlauf gestaltet sich mäandrierend und bildet zum Sprungende hin oft ein „Häkchen“ aus. Auch wellenartige, sogenannte Wallner’sche Linien können im Bereich der Kalt-Warmzone erkennbar sein.

Thermischer Normalsprung

Ursachen hierfür sind u. a.: zu tiefer Glaseinstand, Folienbeklebungen der Glas­scheibe. Auch auf A-Gestelle gestapelte Isolierglasscheiben sind bei direkter Sonnen­einstrahlung gefährdet sowie Falt- oder Schiebetüren aus nicht vorgespannten Gläsern, die ­voreinander geschoben werden. Abweichende Sprungverläufe ergeben sich im Falle interagierender, mechanischer Einwirkungen.

Thermischer Normalsprung

Foto: GW Archiv / Franz-Jörg Dall

Thermischer Normalsprung

Thermischer Fächer­bruch

Ursachen sind z. B. raumseitige Teil­abdeckungen bei starker Sonnen­einstrahlung oder Heißluft­gebläse mit zu geringem ­Abstand zur ­Glasscheibe.

Thermischer Fächer­bruch

Foto: GW Archiv / Franz-Jörg Dall

Thermischer Fächer­bruch

Thermischer Randbruch

Hier sind der Einlaufwinkel sowie der Durchlaufwinkel rechtwinklig. Hat der Einlauf die Kalt-Warmzone erreicht, kommt es unmittelbar über der Glashalteleiste zur Auft­eilung in mehrere ­Brüche (deutlich sichtbare Wallner’sche ­Linien). Die Bildung von Häkchen ist eher selten. Ein weiteres Merkmal ­können Ausmuschelungen sein, die häufig im Bereich des ersten Richtungs­wechsels auftreten. Ursachen: sehr ­tiefer Glaseinstand, raumseitige Teil­abdeckung der Scheibe bei Sonneneinstrahlung, Aufkleber.

Thermischer Randbruch

Foto: GW Archiv / Franz-Jörg Dall

Thermischer Randbruch

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