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glasstec 2026

Welche Technologien könnten die Glasverarbeitung nachhaltig verändern?

GW: Die glasstec 2026 steht vor der Tür. Welche Technologien und Entwicklungen stehen bei Ihrem Messerundgang  besonders im Fokus?

Val Voznyi: Auf meiner Liste stehen vor allem Laser, vertikale CNC-Maschinen, Vakuumgläser (VIG) und natürlich Automatisierung und Robotik in Kombination mit KI.

Val Voznyi, Gründer von Glass Pro Solutions / glazingAI aus Toronto

GlazingAI / GlazingAI/DALL-E

Val Voznyi, Gründer von Glass Pro Solutions / glazingAI aus Toronto

GW: Wofür sehen Sie den künftigen Einsatz von Lasern als besonders relevant an?

Val Voznyi: Auch wenn sie bereits vor einigen Jahren erstmals für die Glasbranche vorgestellt wurden sind Laser für die Glasbearbeitung noch eine relativ junge Technologie, die sich stetig weiterentwickelt. Aktuell stehen bei der Nachfrage in meinen Augen neue Lösungen zur Verbesserung der Mobilfunkdurchlässigkeit von Gläsern sowie vogelfreundliches Glas ganz oben auf der Agenda, aber auch beheizbare Isoliergläser sind interessante Anwendungen, bei denen Lasertechnologie spannende neue Produkte ermöglicht. Im Produktionsbereich sind die Markierung von Glas und die Entschichtung im Randbereicht weitere relevante Themen. Solche Anwendungen waren vor dem Lasereinsatz teilweise überhaupt nicht möglich.

GW: Laser können aber noch mehr, etwa das Bohren von Glas, richtig?

Val Voznyi: Ja, und genau das beobachte ich besonders aufmerksam. Die entscheidende Frage lautet für mich: Wann können Laser konventionelle Bearbeitungsverfahren tatsächlich ersetzen? Das betrifft beispielsweise das Glasschneiden mit dem klassischen Ritz- und Brechverfahren, aber auch Bohren und Fräsen von Löchern und Ausschnitten. Hier warte ich auf echte Durchbrüche. Für diese „normalen“ Produktionsprozesse sind Lasertechnologien derzeit allerdings noch relativ langsam und teuer. Zudem bestehen gewisse Einschränkungen, die einen breiteren Einsatz verhindern. Deshalb denke ich, dass konventionelle Maschinen zum Schneiden, Bohren und Fräsen noch lange eine wichtige Rolle spielen werden.

Fineo

GW: Wie sieht es mit vertikalen CNC-Anlagen aus?

Val Voznyi: Vertikale CNC-Maschinen sind eine etablierte und weit verbreitete Technologie. Ich beobachte sie trotzdem genau, weil sie die Glasbearbeitung bereits grundlegend verändert haben. In vielen Anlagen haben horizontale CNC-Maschinen verdrängt oder in spezialisierte Nischen verschoben. Heute gibt es Hersteller von CNC-Anlagen, die sich nahezu vollständig auf vertikale Lösungen konzentrieren. Mich interessieren nun die nächsten Entwicklungsschritte, um solche Anlagen noch schneller, effizienter und leistungsfähiger zu machen.

GW: Warum steht die Vakuumglas auf Ihrer Liste?

Val Voznyi: Vakuumgläser, kurz VIG, haben erst in jüngerer Zeit wirklich an Dynamik gewonnen und gehen mehr in die Breite. Ich halte die Technologie für äußerst interessant. Mittlerweile sehen wir zudem weitere Unternehmen, die spezielle Maschinen für die VIG-Produktion im Fokus haben. Damit wird Vakuumglas auch ein Maschinenthema.

CSG Aupos / KI generiertes Bild

GW: KI, Automatisierung und Robotik: Welche Entwicklungen erwarten Sie auf der glasstec?

Val Voznyi: Das sind sehr breite Themen mit Anwendungen in fast allen Bereichen der Glasverarbeitung. Die interessantesten Durchbrüche entstehen sehr häufig dann, wenn unterschiedliche (neue) Technologien zusammenkommen. Heute sehen wir zunehmend eine Verbindung von Automatisierung und Robotik mit KI. Genau deshalb beschäftige ich mich so intensiv mit KI-Technologien. KI kann Robotern ermöglichen, zu sehen, zu analysieren, Entscheidungen zu treffen und sich anzupassen. Automatisierung wiederum kann diese Entscheidungen umsetzen. Verbindet man beides, entsteht etwas, das wesentlich leistungsfähiger sein kann als jede einzelne Technologie für sich.

KI, Robotik und Automation – Sehr häufig entsteht der eigentliche Durchbruch nicht innerhalb einer einzigen Technologie. Er entsteht an den Schnittstellen beziehungsweise dort, wo mehrere Technologien zusammenkommen.

GlazingAI/DALL-E

Genau hier wird die Zukunft für mich besonders interessant. Sehr häufig entsteht der eigentliche Durchbruch nicht innerhalb einer einzigen Technologie. Er entsteht an der Schnittstelle zweier Technologien – oder dort, wo mehrere Technologien zusammenkommen. Wir haben diese Entwicklung bereits bei KI und Software gesehen. Jetzt erleben wir eine ähnliche Annäherung von KI, Maschinen, Automatisierung und Robotik. Und genau danach sollten Besucher meiner Meinung nach auf der glasstec 2026 Ausschau halten.

Das Interview führte Matthias Rehberger

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