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Jubiläum – 50 Jahre Sollingglas

Während die meisten Glasverarbeiter Produkte in standardisierten Formaten und Stückzahlen fertigen, gleicht bei Sollingglas kaum ein Auftrag dem anderen. Viele Verglasungen werden speziell für ein einzelnes Bauvorhaben entwickelt und dabei auf historische Fenster, denkmalpflegerische Vorgaben sowie technische Anforderungen abgestimmt. Genau hierin liegt die Stärke des Unternehmens seit fünf Jahrzehnten.

Als Sollingglas 1976 von Hilmar Schanze gegründet wurde, standen klassische Glaserarbeiten im Mittelpunkt. Nach einer Ausbildung zum Glasermeister und Glasbautechniker stieg Heiko Schanze in den väterlichen Betrieb ein und übernahm im Herbst 2005 die Geschäftsführung.

Unter seiner Leitung erfolgte die strategische Neuausrichtung: der Ausbau der Verbundglasfertigung, der Einstieg in die Restaurierung historischer Verglasungen sowie zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Im Hotel „Sly Berlin“ wurde von Sollingglas ein 14 m langer und 3 m hoher Gang mit farbigem Glas gestaltet.

Jochen Stueber

Im Hotel „Sly Berlin“ wurde von Sollingglas ein 14 m langer und 3 m hoher Gang mit farbigem Glas gestaltet.

Spezielle Gläser für außergewöhnliche Anforderungen

„Die Idee entwickelte sich zu einer echten Leidenschaft – wir wollten zu Spezialisten für Aufgaben werden, die weit über die Möglichkeiten industrieller Standardlösungen hinausgehen“, erinnert sich Heiko Schanze. „Wir definieren uns darum bis heute über technisches Know-how, hohe Fertigungstiefe und die Fähigkeit, für außergewöhnliche Anforderungen individuelle Lösungen zu entwickeln.“ Zu den Referenzen zählen zahlreiche nationale und internationale Restaurierungsprojekte, darunter die Hamburger Speicherstadt, der Dresdner Zwinger sowie Kirchen, Schlösser und weitere denkmalgeschützte Bauwerke.

Die Projekte verdeutlichen zugleich den Wandel der Denkmalpflege: „Früher waren hauptsächlich originalgetreue Rekonstruktionen gefragt, heute sind es technisch ausgereifte Verglasungen, die historische Substanz erhalten und gleichzeitig den Anforderungen moderner Gebäude gerecht werden“, so Schanze. Dafür arbeitet Sollingglas eng mit Architekten, Restauratoren, Denkmalbehörden und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.

Darum gewinnt Re-Use immer mehr an Bedeutung

Mit Forschungspartnern beschäftigt sich Sollingglas unter anderem mit der Analyse historischer Gläser, neuen Restaurierungstechnologien sowie der technischen Ertüchtigung und Wiederverwendung originaler Verglasungen.

Gerade der „Re-Use“ alte Gläser gewinnt im Zuge der ökologischen Transformation der Bauwirtschaft zunehmend an Bedeutung, denn historische Verglasungen sind wertvolle Materialien, die sich prüfen, aufarbeiten und gegebenenfalls erneut einsetzen lassen.

Fünf Jahrzehnte nach der Gründung steht Sollingglas damit für einen Weg, der in der Glasbranche eher die Ausnahme als die Regel ist.

Während viele Hersteller ihre Wettbewerbsfähigkeit über Standardisierung und hohe Stückzahlen ausbauen, setzt das Unternehmen aus dem Weserbergland konsequent auf Spezialisierung.

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In der Fassade der ehemaligen Maschinenzentralstation sind die historischen Stahlfenster ein prägendes Element. Sollingglas entwickelte darum ein System, das die technischen Werte der Fenster auf heutiges Niveau hebt und gleichzeitig die originale Ästhetik beibehält.

Sollingglas

In der Fassade der ehemaligen Maschinenzentralstation sind die historischen Stahlfenster ein prägendes Element. Sollingglas entwickelte darum ein System, das die technischen Werte der Fenster auf heutiges Niveau hebt und gleichzeitig die originale Ästhetik beibehält.