Der europäische Markt für Brandschutztüren steht vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Während die Verkaufszahlen 2025 um 3,5 % auf 3,3 Millionen Einheiten sanken und der Marktwert um 1,0 % auf 3,8 Milliarden Euro zurückging, bereitet sich die Branche auf einen regulatorischen Wendepunkt vor: Ab September 2029 werden alte nationale Zertifizierungen bei neuen Bauprojekten in der EU nicht mehr akzeptiert.
Die neue europaweite Norm EN 1634-1 zwingt Hersteller dazu, große Teile ihrer Produktportfolios erneut zu testen und weiterzuentwickeln. "Viele Hersteller unterschätzen den Zeitaufwand, der erforderlich ist, um ihre Produktportfolios gemäß EN 1634-1 erneut zu testen und anzupassen. Unternehmen, die erst 2027 oder 2028 mit diesem Prozess beginnen, könnten im ungünstigsten Moment vom Zugang zu wichtigen Projektpipelines ausgeschlossen werden", erklärt Saša Spiridonov, Senior Analyst bei Interconnection Consulting.
Deutschland größter Markt trotz stärkstem Rückgang
InterConnection Consulting
Die regionale Entwicklung zeigt ein fragmentiertes Bild der europäischen Bauwirtschaft. Deutschland bleibt mit 25,4 % Marktanteil der größte europäische Markt, verzeichnete aber mit minus 2,8 % den stärksten Rückgang. Hauptursachen sind die anhaltende Krise im Wohnungsbau, hohe Finanzierungskosten und verzögerte Investitionen im Gewerbebau.
Gegenteilig entwickelten sich die Schweiz (+9,9 %) und Tschechien (+9,3 %), die durch starke Investitionen in Industrieprojekte und digitale Infrastrukturen zu den am schnellsten wachsenden Märkten wurden.
Verglaste Brandschutztüren als Wachstumstreiber
Trotz des schwierigen Marktumfelds gibt es Lichtblicke: Verglaste Brandschutztüren stellen das am schnellsten wachsende Segment dar und erreichen eine wertmäßige Wachstumsrate von 5,1 % jährlich. Der rasche Ausbau von Serverinfrastrukturen und Hightech-Einrichtungen sorgt für starke Nachfrage nach Lösungen, die Brandschutz mit modernen transparenten Designkonzepten verbinden.
Stahl-Brandschutztüren dominierten 2025 weiterhin den Markt mit 44 % der Stückverkäufe, während das 30-Minuten-Segment mit 64 % des Gesamtvolumens die größte Kategorie blieb. Grund ist die starke Renovierungsnachfrage im alternden Gebäudebestand Europas.
Positive Langzeitprognose trotz aktueller Schwäche
Der langfristige Ausblick bleibt positiv: Bis 2029 wird für den europäischen Brandschutztüren-Markt ein mengenmäßiges Wachstum von 3,5 % jährlich erwartet. Treiber sind Renovierungsaktivitäten, strengere Brandschutzvorschriften sowie steigende Investitionen in Industrie- und digitale Infrastrukturprojekte.
Die Wettbewerbslandschaft wird zunehmend von regulatorischer Vorbereitung geprägt. Hersteller investieren massiv in Zertifizierungen, Testkapazitäten und höher spezifizierte Produktportfolios, um sich auf die Übergangsfrist 2029 vorzubereiten.
Zu den wichtigsten Unternehmen auf dem europäischen Markt zählen Dierre, Domoferm, Groupe Deya, Hörmann, Huet, Jeld-Wen, Malerba, Mercor, Ninz, Novoferm, Premdor, Puertas Padilla, Schörghuber, Teckentrup und Westag.
Die Studie "IC Market Tracking® – Fire Rated Doors Europe Top 9" von Interconnection Consulting liefert diese Marktdaten.