Was haben ein solides PVC-Fenster, ein hochwertiges Holz-Aluminium-Schiebeelement und eine Innentür aus Massivholz gemeinsam? Die Antwort ist einfach: Sie alle stammen aus der Schreinerei Dandl in Fridolfing im Chiemgau, wo nichts dem Zufall überlassen wird. „Wir machen alles, aber richtig“ – das könnte das Motto des Familienbetriebs sein. Mit über 60 Jahren Tradition und engen partnerschaftlichen Beziehungen, beispielsweise zum Werkzeugexperten Leitz, zeigt Dandl, dass Handwerk präzise, optisch hochwertig und voller Leidenschaft sein kann. Regionalität ist der Schlüssel zum Erfolg in einer immer komplexeren Baubranche.
Im Gespräch mit Geschäftsführer Florian Dandl wird deutlich, was das Dandl-Team anders macht als andere: Der Kunde wird besonders umfassend bedient, egal, ob er sein Mehrfamilienhaus mit Kunststofffenstern sanieren oder sein Eigenheim mit schönen Holzfenstern ausstatten möchte. Neben privaten Auftraggebern werden auch öffentliche und gewerbliche Kunden (Schulen, Kitas, Bürogebäude etc.) betreut. Auch klassische Innentüren und Haustüren werden gefertigt. Und ganz wichtig: Alle Produkte baut das eigene Montageteam ein, der Wiederverkauf der Bauelemente ist nicht vorgesehen.
Regionalität als Erfolgsfaktor
Das Unternehmen mit über 18.000 m² Produktions- und Lagerfläche hat sich bewusst für einen überschaubaren Aktionsradius entschieden: Maximal 100 km Lieferentfernung, wobei das Kerngebiet im Chiemgau bei etwa 50 Kilometern liegt. „Unsere guten Stammkunden bedienen wir aber auch bis nach München oder zum Tegernsee“, erklärt Florian Dandl. Diese Strategie hat einen klaren Grund: Service und Kundennähe stehen im Mittelpunkt. Erst durch diese umfassende, regional begrenzte Herangehensweise kann man in jedem Schritt höchste Qualität und Präzision sicherstellen und eine enge, vertrauensvolle Beziehung zum Kunden aufbauen. „Wenn wir ein Fenster nachstellen müssen, wollen wir das unseren Kunden unkompliziert anbieten – im besten Fall mit unserem eigenen Monteur.“
Bemerkenswert, aber folgerichtig die Personalstruktur: Von den insgesamt 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind täglich 25 bis 30 in der Montage unterwegs. Die meisten Beschäftigten sind Schreiner, auch in der Kunststofffensterproduktion. Dandl ergänzt: „Die Abteilungsleiter sind teilweise Schreinermeister.“ Die Investition in die Qualifikation der Mitarbeitenden zahle sich aus, die Flexibilität sei aufgrund der hohen Qualifikation immer gewährleistet. „Wenn irgendwo Not am Mann ist, haben wir immer fachkundiges Personal, das einspringen kann.“
Holz als Herzstück der Produktion
Das Unternehmen bietet für jedes Bauvorhaben die passende Lösung. „Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern entscheiden sich Bauherren häufiger für Kunststofffenster. Wird ein privates Eigenheim geplant, sind Holz- oder Holz-Alu-Fenster die bevorzugte Wahl“, so Dandl.
So werden jährlich rund 25.000 Fenster produziert, davon etwa 13.000 bis 15.000 aus Kunststoff. Der „Rest“ entfällt auf Holz- und Holz-Aluminium-Fenster. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil an reinen Holzfenstern, während rund 20 Prozent zusätzlich mit der schützenden Aluminiumschale versehen sind. Obwohl die Stückzahlen bei PVC-Fenstern höher sind, machen Holzfenster mit einem Umsatzanteil von 55 Prozent den größten Bereich aus.
Der Sanierungsanteil hat in den letzten Jahren zugenommen und macht 40 bis 50 Prozent aus. Das Unternehmen sei auch durch seine innovative Produktpalette sehr wettbewerbsfähig. Die klare Strategie setzt auf beste Qualität, regionale Zulieferer und einen herausragenden Service als Differenzierungsmerkmal, um sich im mittleren bis hochpreisigen Segment zu behaupten. Ein Beispiel dafür sind die Ökotherm-Fenster, die Maßstäbe für Wärmedämmung setzen. In der 700 m² großen Ausstellung werden über 200 verschiedene Fenster und Türen präsentiert.
Strategische Neuinvestition
2022 wagte das Familienunternehmen eine bedeutende Investition: In einer eigens dafür errichteten Halle wurde eine komplett neue Holzfenster-Produktionslinie installiert. Die Ideen stammten vor allem vom Senior, die Fabrikplanung erfolgte größtenteils intern und das Gelände konnte gleich nebenan erworben werden.
Das Herzstück der neuen Anlage ist eine hochmoderne Bearbeitungsmaschine mit zehn Spindeln des italienischen Maschinenbauers Working Process.
Der Fensterhersteller profitiert dabei von der außergewöhnlichen Präzision der Maschine, die selbst bei komplizierten Profilen für Holz- und Holz-Aluminium-Fenster eine perfekte Verarbeitung sicherstellt. Im Gegensatz zur klassischen rahmenweisen Fertigung, bei der ein kompletter Flügel in einer Linie bearbeitet wird, optimiert die Anlage jeden einzelnen Bearbeitungsschritt. Der Werkstück-Puffer kann je nach Auslegung mehrere hundert Teile aufnehmen. Das reduziert die Umrüstzeiten drastisch und schafft enorme Flexibilität.
Leitz als idealer Sparringspartner
Mit der Entscheidung für eine neue Produktionslinie stand auch die Frage nach dem Werkzeug im Fokus. Parallel dazu wollte die Firma Dandl ihr Angebot gezielt weiterentwickeln, um den Anforderungen ihrer Kunden noch besser gerecht zu werden. Dabei erwies sich Leitz erneut als idealer Sparringspartner und Berater. Mit seinem Know-how und den innovativen Lösungen stellte der Werkzeuglieferant die Weichen für eine effiziente Produktion und zukunftsorientierte Produkte. Zum Einsatz kam das Profilwerkzeugsystem ProfilCut Q, das durch Rip Tec Werkzeugausführung im Hirnholzbereich, Integral Technologie im Längsbereich und beim Holzaushobeln, Hybrid Technologie, Schrumpftechnologie, Profil Cut Q Plus Werkzeuge bis zu 5 mal nachschärfbar bei konstanten Messerflugkreis überzeugt. Mit dem Messerkopfsystem können selbst anspruchsvolle und individuelle Profile problemlos umgesetzt werden. Die MC-Hochleistungsbeschichtung sorgt für außergewöhnlich hohe Standzeiten und eine effiziente Produktion.
„Eine Herausforderung bei Dandl bestand darin, die Systeme auf die Maschine mit den zehn Spindeln zu übertragen“, erklärt Johann Liebl, Leitz-Experte und Ansprechpartner für Dandl. „Die Systematik dahinter ist: Nicht jede Spindel ist fest mit allen Werkzeugen ausgestattet, sondern jede Spindel ist dazu befähigt, mehrere Werkzeuge aufzunehmen.“ Die Komplexität ist beeindruckend: „In der Maschine haben wir zwei Phasen. Die vorderen fünf Spindeln und die hinteren fünf Spindeln, die sich jeweils über verschiedene Werkzeuge bedienen lassen.“ Durch diese Aufteilung ist die gleichzeitige Bearbeitung verschiedener Profilsysteme mit unterschiedlichen Spindeln und Werkzeugen möglich.
Investment in Werkzeugtechnik
Allein die Werkzeugausstattung für die neue Produktionslinie war eine große Investition – eine Summe, die jedoch gut angelegt ist. „Wir haben nicht nur die Erstausstattung gekauft, sondern auch gleich ein Ersatzmesser-Setup mit drei Garnituren geordert“, verrät Florian Dandl. „Damit sind wir immer auf der sicheren Seite. Wenn ein Messer gewechselt werden muss, steht sofort Ersatz bereit. Stillstandszeiten können wir so weitestgehend vermeiden.“
Liebl geht im Gespräch auf die besondere Beziehung zu Dandl sowie die besondere Herausforderung bei der Anlagenherstellung ein: „Auch für uns ist dieses Werkzeugsetup in dieser Größenordnung etwas Besonderes. Der Erfolg des Projekts lag einmal mehr im Vertrauen auf die relevanten Partner: „Es gab einen Kick-off mit allen wichtigen Beteiligten – dem Maschinenhersteller, dem Softwarehaus Klaes, dem Werkzeuglieferanten Leitz und dem Beschlagshaus“, erinnert sich Dandl. „Es war uns wichtig, dass der Austausch zwischen den Projektbeteiligten untereinander funktionierte.“
Die Schreinerei Dandl darf als Paradebeispiel für die erfolgreiche Transformation eines Handwerksbetriebs gelten. Auch in Zeiten des Preiskampfes können regional agierende Unternehmen erfolgreich bestehen – wenn sie auf Qualität, Service und Vertrauen setzen. Florian Dandl abschließend: „Für jeden Bauherrn hier in der Region sind wir der Schreiner am Ort, der die Fenster liefert.“
Foto: Daniel Mund / GW
Foto: Daniel Mund / GW
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Foto: Daniel Mund / GW
Foto: Daniel Mund / GW
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Über 60 Jahre Familientradition
Die Geschichte der Schreinerei Dandl beginnt 1961 mit der Gründung der Bau- und Möbelschreinerei durch Hans Dandl Senior. Über die Jahrzehnte entwickelte sich das Unternehmen zu einem der führenden Fenster- und Türenhersteller der Region – der Schreinereibetrieb läuft aber ebenso weiter. 1997 übernahm Schreinermeister Hans Dandl Junior das Unternehmen, heute führen die Söhne Florian und Johann Dandl als gelernte Schreiner und Holztechnikingenieure die Geschäfte in dritter Generation.
Leitz ProfilCut Q Premium
Die Fa. Dandl setzt auf das innovative Werkzeugsystem ProfilCut Q Premium von Werkzeughersteller Leitz, um ihre Fensterproduktion effizienter und präziser zu gestalten. Mit einer Schnittgeschwindigkeit von bis zu 120 m/s zählt es zu den schnellsten Systemen der Branche und verkürzt die Fräszeiten erheblich. Dank der Marathon Hochleistungsbeschichtung und einer optionalen Betriebsdatenerfassung garantiert das System eine perfekte Schnittqualität über den gesamten Standweg und ermöglicht besonders lange Standzeiten – ideal für die Serienproduktion und anspruchsvolle Profile.
Vorteile auf einen Blick:
- Höhere Produktivität: Bis zu 20 % mehr Teileausstoß durch reduzierte Fräszeiten.
- Extra scharfe Schneidkanten und vibrationsarmes Design sorgen für präzise Ergebnisse.
- 30 % längere Standwege und minimale Rüstzeiten machen die Produktion besonders effizient.
- Nachhaltigkeit: Wiederverwendbare Tragkörper und reduzierte Schmutzanhaftung schonen Ressourcen und senken Wartungskosten.
- Intelligente Technologie: Data-Matrix-Code und RFID-Chip ermöglichen eine vernetzte Kommunikation und optimierte Werkzeugverwaltung.
Foto: Leitz