Das ift Rosenheim hat 2025 erstmals eine Richtlinie für vandalismussichere Bauelemente veröffentlicht – und der Hochsicherheitsspezialist Sälzer bietet bereits erste Lösungen nach den neuen Standards an. Das Unternehmen hat seine Fenster-, Tür- und Fassadensysteme gezielt an die Anforderungen der neuen ift-Richtlinie EI-06/1 angepasst und brachte seine umfassende Expertise in die Entwicklung des Regelwerks ein.
Mit der Überarbeitung seines Produktportfolios reagiert Sälzer auf die wachsende Bedeutung eines wirksamen Schutzes vor Vandalismus an Gebäuden. Das Unternehmen setzt dabei auf einen praxisorientierten Ansatz, der hohe Sicherheitsniveaus mit wirtschaftlichen Lösungen und architektonischer Gestaltungsfreiheit verbindet.
Vandalismus unterscheidet sich grundlegend von Einbruchsversuchen
Für die Bewertung des Widerstands von Fenstern, Fassaden, Türen und Toren gegen Einbruchsversuche steht mit den einschlägigen nationalen und europäischen Normen zwar seit Langem ein etabliertes Regelwerk zur Verfügung. Es basiert allerdings auf typischen Einbruchsszenarien, bei denen Täter planvoll, unter Zeitdruck und möglichst geräuscharm vorgehen, um unentdeckt zu bleiben.
Bei Vandalismusereignissen zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Gefährdet sind nicht nur abgelegene, nicht einsehbare Gebäude, sondern gerade auch exponierte Bauwerke an großen Straßen, Plätzen oder etwa Zugangswegen zu Stadien. Im Gegensatz zum Einbruch findet dieser "Vandalismus" nicht still und leise statt, sondern vollkommen ungehemmt. Bauelemente wie Fenster und Türen werden mit Gegenständen aus dem öffentlichen Raum attackiert, etwa mit Verkehrsschildern, Pflastersteinen und Gullydeckeln. Meist mit erheblicher Gewalt, hohem Krafteinsatz und auch durch mehrere Täter gleichzeitig.
Neue ift-Richtlinie schafft strukturierten Rahmen
Mit der neuen ift-Richtlinie EI-06/1 "Vandalismushemmende Bauelemente und Einrichtungen – Anforderungen und Prüfverfahren" wurde nun eine fundierte Grundlage vorgestellt, auf der das Schutzniveau von Bauelementen auch in Hinsicht auf das neue Bedrohungspotenzial verlässlich bewertet werden kann.
Die Richtlinie bietet erstmals einen strukturierten Rahmen für Planung, Ausführung und Bewertung von vandalismussicheren Bauteilen. Sie definiert grundlegende Begriffe, typische Angriffsszenarien und unterschiedliche Schutzniveaus. Damit erhalten Planer, Bauherren und Betreiber eine Orientierung, wie sich Vandalismus-Risiken systematisch erfassen und reduzieren lassen.
Die neue Richtlinie unterscheidet drei Klassifizierungen.
- Der allgemeine "Vandalismus-Widerstand" (FE, Force Entry) beschreibt, wie stark ein Bauteil einer ungehemmten, gewaltsamen Einwirkung und dem Einsatz untypischer Werkzeuge standhält.
- Ergänzend kommen die Kategorien "Durchwurf geprüft" (TP, Throwing Projectiles) und
- "Brandsatz geschützt" (LS, Liquid Save) hinzu.
Mit den etablierten Widerstandsklassen FE 1 bis FE 5 lassen sich die meisten Risiken durch Vandalismus zuverlässig abbilden.
Sälzer-Lösungen erreichten bereits hohes Schutzniveau
Die neu gewonnenen Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit dem ift Rosenheim und zahlreichen Realtests nahm Sälzer zum Anlass, seine Produktpalette speziell auf ihre Vandalismus-Tauglichkeit zu überprüfen. Das Ergebnis: Die bestehenden Bauelemente erreichten bereits ein sehr hohes Schutzniveau. Mit gezielten Maßnahmen wurden diese weiter an die Vorgaben der Richtlinie angepasst – etwa bei der Glaseinbindung, den eingesetzten Gläsern und der Verriegelungseinheit. Ergänzend wurden auch die Elementanschlüsse an das Bauwerk noch einmal umfassend überprüft.
Dadurch lassen sich Fenster-, Tür- und Fassadensysteme für unterschiedliche Nutzungen – vom öffentlichen Gebäude über Gewerbeimmobilien bis hin zu sensiblen Infrastrukturen – gezielt in der jeweils erforderlichen Widerstandsklasse planen und ausführen. Sonderkonstruktionen steht mit der neuen Richtlinie zudem ein verlässliches Regelwerk zur Verfügung.
Im Mittelpunkt stehen dabei robuste Konstruktionen, widerstandsfähige Oberflächen und austauschbare Komponenten, die sich von geschulten Technikern gut warten und instand halten lassen. So verbindet Sälzer vandalismushemmende Eigenschaften mit den bisherigen Kernanforderungen an Sicherheit – etwa Einbruch-, Durchschuss- und Explosionsschutz – und schafft integrierte Systeme für hohe Schutzbedarfe.
Dabei steht Sälzer Planern und Betreibern auch beim Schutz vor Vandalismus in gewohnter Weise zur Seite: von der Einschätzung der Gefährdungslage über die Formulierung der Schutzziele bis hin zur Planung der passenden technischen und organisatorischen Maßnahmen.