Dünnglas-ISO entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Innovationstreiber in der Isolierglas-Fertigung, insbesondere mit Blick auf ressourcenschonenden Materialeinsatz und bei der energetischen Ertüchtigung von Bestandsbauten. Im Fokus stehen 3-fach-Isoliergläser mit sehr dünnen Mittelscheiben (0,5 – 1,1 mm), die bei hoher Dämmleistung deutlich schlankere und leichtere Isolierglas-Konstruktionen ermöglichen. Gerade in der DACH-Region, wo die Sanierung des Gebäudebestands heute eine zentrale Rolle spielt, eröffnen diese Gläser neue Möglichkeiten.
Ein wesentlicher Vorteil von Dünnglas-ISO liegt im reduzierten Materialeinsatz. Dünne Mittelscheiben benötigen weniger Glas und senken so den Ressourcenverbrauch bereits in der Herstellung. Zudem führt das geringere Gewicht zu Vorteilen bei Transport, Handling und Montage. Dazu kommen eine höhere Lichttransmission und verbesserte U-Werte. In der Branche spricht man hier bereits von einem echten Game Changer.
Durch die dünnere Mittelscheibe verringert sich das Gesamtgewicht der Isolierglas-Einheit spürbar. Das entlastet sowohl den Fensterrahmen als auch die Beschläge. Damit können Beschläge teilweise schlanker und damit kostengünstiger ausgelegt werden. Gleichzeitig ist dünnes 3-fach-ISO um bis zu ein Drittel leichter als konventionelle 3-fach-Verglasungen, was sich unmittelbar auf Transport und Montage auswirkt.
Mehr Scheiben laden pro Transport
Durch die geringeren Gesamtdicken der Isoliergläser lassen sich mehr Einheiten pro Transport auf ein Fahrzeug laden. Das bedeutet vielfach weniger Fahrten zur Baustelle, was Zeit und damit Kosten spart, insbesondere mit Blick auf die aktuellen Spritpreise. Auf der Baustelle profitieren die Monteure beim Tragen und beim Einbau der Gläser und Fenster von dem geringeren Gewicht.
Glas tauschen statt neue Fenster
Besonders interessant ist Dünnglas-ISO für die energetische Sanierung: Durch die schlanken Glasaufbauten lassen sich dünne 3-fach-Isoliergläser fertigen, die in ihrer Dicke mit klassischen 2-fach-Verglasungen vergleichbar sind. Wenn die bestehenden Fenster noch gut in Schuss sind, können sie in vielen Fällen erhalten bleiben, während lediglich die Isoliergläser ausgetauscht werden. Das reduziert nicht nur Kosten und Eingriffe in die Bausubstanz, sondern spart auch erhebliche Mengen an Material, Energie und CO2, was ansonsten bei einem kompletten Fenstertausch anfallen würden.
Und ganz wichtig: Ein solcher Glastausch geht recht schnell und kann i. d. R. auch bei laufendem Betrieb des Gebäudes erfolgen, was vor allem Betreiber von eigenen Büros, Läden etc. zu schätzen wissen.
Energetisch optimiert
Auch energetisch überzeugt die Dünnglas-Technologie: Im Vergleich zu traditionellen 2-fach-Verglasungen erreichen dünne 3-fach-Isoliergläser bei gleicher Dicke und etwa gleichem Gewicht bis zu 20 % bessere Ug-Werte.
Für Verarbeiter bedeutet dies eine attraktive Möglichkeit, Sanierungslösungen anzubieten, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugen. Der Austausch der Verglasung statt des gesamten Fensters entspricht zudem dem wachsenden Anspruch, Bestandsgebäude nachhaltiger zu ertüchtigen und Ressourcen möglichst effizient zu nutzen.
So wird dünnes 3-fach-ISO gefertigt
Moderne Anlagenkonzepte wie TPS-basierte Linien oder der Einsatz von flexiblen schaumbasierten Spacern ermöglichen eine sichere industrielle Verarbeitung.
Automatisierte Prozesse erlauben eine konstant ablaufende Produktion, gleichzeitig wird durch den minimierten händischen Zugriff das Bruchrisiko deutlich gesenkt.
Neue Lösungen mit angepasster Intralogistik und beim Handling erlauben es in der Produktion, dünne und konventionelle Isoliergläser parallel im Mischbetrieb zu fertigen. Das erhöht für den Verarbeiter die Flexibilität und verbessert die Wirtschaftlichkeit.
Die hier genannten Punkten zeigen: Dünnglas-ISO ist nicht nur eine technische Weiterentwicklung, sondern hat das Zeug zum Game-Changer für die Isolierglas-Produktion. Die Möglichkeit, bestehende Fenster zu erhalten und lediglich die Verglasung zu ersetzen, macht diese Technik in der DACH-Region auch zu einer interessanten Lösung für die Gebäudemodernisierung.
Foto: Glaston