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Gutmann und Winkhaus: Neue RC3-Systemlösung ab 78 mm Bautiefe

Gutmann erweitert seine RC3-Systemplattform für Holz-Aluminium-Fenster um eine zusätzliche Lösung mit dem Beschlagsystem activPilot von Winkhaus. Die geprüfte Lösung für Holz-Aluminium-Fenster ist ab 78 mm Holzbautiefe verfügbar und bietet Verarbeitern mehr Konstruktionsflexibilität.

Der bayerische Systemhersteller aus Weißenburg baut damit sein bereits etabliertes RC3-Portfolio weiter aus. Grundlage der neuen Ausführung sind erfolgreich durchgeführte Systemprüfungen von Gutmann und Winkhaus, bei denen Fenster, Beschlag und Glasanbindung als Gesamtsystem nach DIN EN 1627 geprüft wurden.

Mehr Flexibilität in Konstruktion und Fertigung

Die Systemkombination "Gutmann Holz-Aluminium mit Winkhaus activPilot" ist ab einer Holzbautiefe von 78 mm realisierbar. Zusätzlich stehen verschiedene Falzgeometrien zur Verfügung, wodurch sich mehr Spielraum in Konstruktion und Fertigung ergibt. Verarbeiter profitieren damit von zusätzlichen Optionen bei der Umsetzung normkonformer RC3-Fensterkonstruktionen.

Gutmann ist im RC3-Bereich bereits seit Jahren aktiv: Schon 2017 dokumentierte das Unternehmen RC3-Lösungen für Holz-Aluminium-Systeme, 2020 folgte eine erweiterte Systemübersicht und 2023 thematisierte Gutmann öffentlich einen RC3-Test mit Klebetechnik. Aktuelle Produktseiten wie Mira CTS oder Mira SF2 weisen explizit auf RC3-Verfügbarkeit hin.

Systemischer Ansatz über Einzelkomponenten hinaus

Bei Gutmann wird RC3 systemisch gedacht, das zeigen die wiederholten Verweise auf Glasanbindung, Klebetechnik und verschiedene Falzarten. Im Fassadenbereich fordert das Unternehmen sogar eine eigene RC3-Klassifizierung für Einsatzelemente aus den Systemfamilien Mira, Mira contour und Braga.

Die neue activPilot-Kombination reiht sich in diese Plattform-Strategie ein: Gutmann bringt das Holz-Aluminium-System, die systemseitigen Konstruktionsfreigaben und die Glasanbindung im Gesamtverbund ein, während Winkhaus das Beschlagsystem activPilot beisteuert.

Wachsende Bedeutung von RC3-Systemen

Vor dem Hintergrund steigender Sicherheitsanforderungen gewinnen geprüfte RC3-Systeme zunehmend an Bedeutung. Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche registriert – ein Anstieg von 5,7 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend: Der durch Einbrüche verursachte Sachschaden stieg überproportional um 11,1 % auf 378,3 Millionen Euro.

Trotz dieser Entwicklung gibt es eine positive Nachricht: 46 % aller Einbruchsversuche blieben im Versuchsstadium stecken. Die Tatsache, dass fast jeder zweite Einbruchsversuch scheitert, unterstreicht die Wirksamkeit moderner Sicherheitslösungen für die Gebäudehülle. Ein Drittel aller Wohnungseinbrüche erfolgt durch das Fenster – dabei sind es meist leicht erreichbare Fenster sowie Wohnungs- und Fenstertüren, die als Einstiegswege genutzt werden.

Sicherheitsexperten bewerten die Widerstandsklasse RC2 zunehmend kritisch. "RC2 bietet nur minimalen Schutz gegen einfache Werkzeuge wie Schraubendreher und Keile. Einbrecher nutzen aber immer häufiger schwereres Gerät", erklärt Alexander Dupp, Sachverständiger für Gebäudesicherheit. "Wenn der Täter mit Brecheisen kommt, braucht er bei RC2 nur wenige Sekunden. Erst ab RC3 wird es für Täter richtig ungemütlich."

Mit der neuen Systemdokumentation steht Verarbeitern eine weitere wirtschaftliche RC3-Systemlösung für erhöhte Sicherheitsanforderungen im modernen Holz-Aluminium-Fensterbau zur Verfügung. Das System ergänzt die bestehenden RC3-Optionen bei Gutmann, die sich über verschiedene Systemfamilien, Beschlaghersteller und Anwendungsbereiche erstrecken.

Gutmann mit Sitz in Weißenburg beschäftigt rund 800 Mitarbeitende und gilt als einer der führenden Hersteller von Aluminiumprofilen und -systemen in Deutschland.