Internorm meldet für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 407 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang ist vor allem durch zwei Ländermärkte verursacht worden.
Deutschland wächst gegen den Markttrend
Regional zeigt sich ein gemischtes Bild: Im Heimatmarkt Österreich verzeichnet das Unternehmen einen mengenmäßigen Rückgang von 3,3 %. Italien bricht mit minus 15,4 % deutlich ein. Positiv entwickeln sich hingegen Deutschland, die Schweiz und Frankreich mit leichtem Wachstum. „Deutschland trägt zur Stabilisierung des Gesamtergebnisses bei", berichtet Geschäftsführer Johann Brandstetter.
21 Millionen Euro Investitionen geplant
Trotz der herausfordernden Marktlage investiert Internorm weiter in die österreichischen Standorte. Für 2026 sind Investitionen von 21 Millionen Euro in Gebäude und Anlagen geplant – ein Niveau deutlich über der Zeit vor Corona. In den vergangenen zehn Jahren investierte das Unternehmen bereits mehr als 200 Millionen Euro in die drei Werke Traun, Sarleinsbach und Lannach.
„Wir stehen zum Standort Österreich – auch wenn es uns nicht immer leicht gemacht wird", sagt Miteigentümer Christian Klinger. Das Familienunternehmen hat in 95 Jahren mehr als 30 Millionen Fenster und Türen produziert – zu 100 % in Österreich. Rund 980.000 Sanierungen wurden bereits erfolgreich abgewickelt. Gefragt nach seiner Prognose, wie viele Fenster dann im Jubiläumsjahr in 5 Jahren die Internorm-Werke verlassen hätten, geht Klinger von einer Zahl jenseits der 34 Mio. Stück aus.
Die schwierigen Marktbedingungen führten zu einem Personalabbau von 66 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt. „Wir schauen immer, dass wir das durch natürliche Abgänge und Pensionierungen erledigen", betont Klinger. Die Flexibilität der Mitarbeiter und gute Zusammenarbeit mit Betriebsräten hätten größere Einschnitte vermieden.
Scharfe Kritik an Förderpolitik
Internorm
Besonders scharf kritisiert das Unternehmen die Entwicklung der österreichischen Sanierungsförderung. Nach der erfolgreichen "Sanierungsoffensive" 2023 und 2024 herrschte 2025 zunächst große Unsicherheit über die Fortsetzung der Förderungen. Im November 2025 startete zwar die Anmeldung zur Sanierungsoffensive 2026, doch bereits nach 32 Tagen wurde die Förderung für thermische Gebäudesanierung am 2. Februar 2026 gestoppt und zugunsten der Heizungsumstellung umgeschichtet.
„Eine derart kurzfristige politische Vorgehensweise verunsichert den Markt und führt zu mangelnder Planungssicherheit. Wir sprechen uns klar für eine sinnvolle Kombination von Maßnahmen im und am Gebäude aus – diese gegeneinander auszuspielen ist wenig zielführend", kommentiert Christian Klinger, Miteigentümer und Unternehmenssprecher von Internorm.
Besonders frustrierend sei, dass die Politik wissenschaftlich belegte Fakten ignoriere. Eine Studie von Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider belegt: In den Jahren 2023 und 2024 investierte der österreichische Staat 776 Millionen Euro in die thermische Sanierung. Im gleichen Zeitraum flossen knapp 1,6 Milliarden Euro über Steuern zurück ins Staatsbudget. „Das heißt, ein Euro Investment in thermische Sanierung erzeugt zwei Euro Rückflüsse", rechnet Klinger vor. In Zeiten der Budgetkonsolidierung sei eine Rendite von 100 % eigentlich ein Traumszenario. Doch die Realität sehe anders aus: „In den Fachministerien wird uns erklärt, Rückflüsse kommen dem anders parteigefärbten Finanzministerium zugute. Einzeloptima vor Gesamtoptima", kritisiert Klinger die politischen Strukturen.
Österreich drohen zudem sechs Milliarden Euro Strafzahlungen wegen nicht erreichter Klimaziele. „Wenn ich von den sechs Milliarden einen geringen Teil nehmen würde und diese Budgets aufstocken, hätte ich einen größeren volkswirtschaftlichen Effekt."
Erst Gebäudehülle sanieren, dann Heizung tauschen
Internorm plädiert für eine durchdachte Sanierungsreihenfolge nach dem "Energy Efficiency First Principle": Zunächst sollte die Gebäudehülle thermisch saniert werden, bevor die Heizungsanlage erneuert wird. „In vielen Bestandsgebäuden ist eine thermische Sanierung die Voraussetzung für den Umstieg auf Niedertemperaturheizungen mit Wärmepumpe", argumentiert Klinger. Eine umfassende thermische Sanierung könne den Energiebedarf eines Gebäudes um bis zu 76 % senken.